Intersport mit sportlichem Gegenangriff zum Marktführer

Intersport mit sportlichem Gegenangriff zum Marktführer

Intersport CEO Mathias Boenke

Österreichs Intersport-Händler überspringen die 500-Millionen-Euro-Umsatz-Grenze. Mit 15 Prozent Wachstum im per 30. September beendeten Geschäftsjahr 2016/17 haben sie die Marktführerschaft von Sport 2000 übernommen.

Der Hauptprofiteur aus der Schrumpfung der britischen Kette Sports Direct in Österreich sind die heimischen Intersport-Händler. Der Händlerverbund mit Zentrale in Wels hat im Ende September beendeten Geschäftsjahr die 500-Millionen-Euro-Umsatzgrenze knapp übersprungen. Intersport-Chef Mathias Boenke, der am 27. Oktober sieben neue Geschäfte in Österreich eröffnet, beziffert die Österreich-Erlöse in dem Bericht mit 506 Millionen Euro. Damit hat Intersport die Marktführerschaft vorerst wieder von der Fachhändlergemeinschaft Sport 2000 übernommen, die für 2016 einen Österreich-Umsatz von 461 Millionen Euro angibt.

Mit den lizenzierten Ländern Ungarn, Tschechien und Slowakei erreicht Intersport rund 606 Millionen Euro Umsatz. Besondere Umsatztreiber waren Snow Alpin mit plus 18 Prozent, Outdoor mit plus 23 Prozent, Bike (inkl. E-Bike) mit plus 33 Prozent. Das Trendsportgerät E-Bike erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit: Hier stieg der Umsatz um insgesamt 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


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Intersport hat eine Offensive auf mehreren Seiten gestartet. Definitiv will man sich aber nicht in einen Infight mit den Diskontern begeben, sondern mit Service und Beratung, einem gut geschulten Personal und einem guten Preis-Leistungsverhältnis dagegen halten. Und die eigene Expansion forcieren. Am 27. Oktober wurden gleich neun neue Intersport-Shops mit Verkaufsflächen zwischen 700 und 3.000 Quadratmetern eröffnet, bis zum Jahresende werden sechs weitere Geschäfte folgen.

Eine besondere Spitze gegen den Neueinsteiger XXL Sports ist Hervis gelungen: Die zum Spar-Konzern gehörende Handelskette hat sich die Internetdomain www.xxl.at geschert und verlinkt von dort auf den eigenen "Hervis XXL Store". Rein sportlich gesehen ein 2.0-Sieg.

Lesen Sie weiter: Total Desaster - Das Resümee nach vier Jahren Sports Direct


Den Artikel "Sportlicher Gegenangriff" finden Sie in der Ausgabe 43/2017 des Wirtschaftsmagazins trend vom 26. Oktober 2017

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