Internationale Großbanken könnten das Sagen bei der steirischen ams bekommen

Die Corona-Krise macht ams-Boss Alexander Everke einen Strich durch die Rechnung.

Austria Microsystems (ams) CEO Alexander Everke

ams-CEO Alexander Everke hat sich die Kapitalerhöhung und die Folgen daraus etwas anders vorgestellt.

Für Alexander Everke, den CEO des steirischen Sensorspezialisten, wird der Beginn der nächsten Woche ein entscheidender Zeitpunkt. Denn am 30. März endet die Angebotsfrist für die Kapitalerhöhung der ams, mit der das Unternehmen rund 1,65 Milliarden in seine Kassen bekommen will, um die 4,4 Milliarden teure Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram stemmen zu können.

Das Problem von Everke: Da der ams-Aktienkurs (ISIN AT0000A18XM4) in den letzten eineinhalb Monaten, als die Börsen wegen der Corona-Krise abstürzten, von rund 28 auf zuletzt 8,80 Euro fielen, ist das Interesse der meisten Aktionäre gering, bei der Kapitalerhöhung mitzuziehen, wie der trend aus Finanzkreisen erfuhr. Halbwegs gesichert ist nur, dass Temasek die Bezugsrechte ausüben wird – der Staatsfonds aus Singapur ist derzeit mit rund fünf Prozent der größte ams-Aktionär.

Die Banken am Ruder

Everke muss sich zwar keine Sorgen machen, dass die Kapitalerhöhung scheitert. Seine Investmentbanken HSBC und UBS garantieren in einem sogenannten „Underwriting Agreement“, alle jungen Aktien, die nicht von bestehenden Aktionären gekauft werden, zu übernehmen. Aber: Das werden laut mit dem Deal vertrauten Personen so viele sein, dass die beiden Banken danach wahrscheinlich die deutlich größten Eigentümer der ams sein werden. Was heißt: HSBC und UBS werden dann quasi das Sagen bei ams haben. Und so hat sich das Everke bestimmt nicht vorgestellt.

Auch die Banken wollten das nicht. Sie haben dem Vernehmen nach geprüft, ob sie aufgrund der eingetretenen unvorhersehbaren Krise (Corona) aus dem Agreement aussteigen können. Ein entsprechender "Krisenparagraph" findet sich im Underwriting Agreement. Man entschied sich aber wegen der Aussicht auf langwierige rechtliche Auseinandersetzung dagegen.

Sehr wahrscheinlich würden auch HSB und UBS den Osram-Deal durchziehen, weil eigentlich kein Weg mehr daran vorbei führt. 60 Prozent der Anteile besitzt ams schon, um einen Gewinnabführungsvertrag mit Osram abschließen zu können, soll auf 75 Prozent aufgestockt werden.

Aber die Banken würden mächtig Druck auf den Aufsichtsrat und den Vorstand von ams machen, um das Risiko des Investments wider Willen möglichst zu verringern. Die Handlungsspielraum von Alexander Everke würde wohl sehr eingeschränkt.

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