Wifo: Wachstum in EU bleibt enttäuschend

Wifo: Wachstum in EU bleibt enttäuschend

Container-Terminal in Hamburg.

Das Wirtschaftswachstum der EU, des größten Wirtschaftsraums der Welt, liegt deutlich unter dem der USA und der Weltwirtschaft. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 stagnierte das BIP in den Euro-Länder sogar, in den USA legte es um elf Prozent zu. Das Wachstum ist laut Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo noch zu schwach, um der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken.

Die Wirtschaft im Euro-Raum entwickelt sich seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 enttäuschend. Das reale BIP lag Ende 2014 etwa auf dem Niveau des Jahres 2008, das BIP stagniert damit. Deutlich gewachsen ist im Gegensatz dazu die Volkswirtschaft der USA: Plus elf Prozent seit 2008, in China gar um sagenhafte 75,2 Prozent. In einzelnen Euro-Ländern war die Situation teilweise noch ungünstiger. Das italienische BIP stieg seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 um nur vier Prozent - das schwächste Wachstum innerhalb des Euro-Raumes. In Griechenland wuchs die Wirtschaftsleistung in diesen 16 Jahren um knapp fünf Prozent.

In Ostmitteleuropa expandiert die Wirtschaft wesentlich stärker als in den anderen EU-Ländern. Den aktuellen Daten zufolge wuchs das reale BIP im Euroraum im 1. Quartal heuer gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent und im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Im weiteren Jahresverlauf 2015 wird mit einer mäßigen Zunahme gerechnet.

Arbeitsmarkt in den USA deutlich besser entwickelt als in der EU

Ungleich sind auch die Arbeitslosenquoten in der Europäischen Union und den USA. Während sich in den USA der Arbeitsmarkt deutlich besser entwickelte und die Quote derzeit etwa dem Vorkrisenwert (5,3 Prozent) entspricht, so liegt die Arbeitslosenquote in der EU im zweiten Quartal 2015 mit knapp zehn Prozent noch deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Die EU-Länder hinken den USA im Wachstum hinterher. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich, vor allem solche, die für die Expansion von hochentwickelten Volkswirtschaften entscheidend sind: Die Forschungsquote, der Anteil von Spitzenuniversitäten, Innovationen, der Anteil der Start-ups und eine hohe Dynamik von Neugründungen. Die EU forciert auch nicht die eigenen Stärken wie etwa Energieeffizienz, den Einsatz erneuerbarer Energie und Umwelttechnologien.

In der Strategie "Europa 2020" heißt es, die Beschäftigungsquote der Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren soll von derzeit 69 auf 75 Prozent gesteigert werden. In Anbetracht der prekären Arbeitsmarktsituation in der EU erscheint dies in absehbarer Zeit unerreichbar. Auch die Anhebung der F&E-Quote auf drei Prozent des BIP ist aus heutiger Sicht unrealistisch.

Für die Wiederbelebung der Wirtschaft im Euro-Raum braucht es laut Wifo eine Finanzpolitik, die Zukunftsinvestitionen forciert und die Abgaben besonders auf den Faktor Arbeit senkt. Dazu gehört auch eine effiziente Energie- und Ressourcennutzung.

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