Wettlauf gegen die Zeit vor Expo-Beginn in Mailand

Wettlauf gegen die Zeit vor Expo-Beginn in Mailand

Diese 3D-Visualisierung zeigt, wie sich die Organisatoren die Expo vorstellen - derzeit wird aber noch eifrig gebaggert.

Der Countdown für die Weltexpo in Mailand läuft. Doch auf dem Messegelände wird noch und um die Uhr gebaggert. Bis 1. Mai muss alles fertig sein. Das internationale Ansehen Italiens und Millioneneinnahmen stehen auf dem Spiel.

6.400 Arbeiter sind auf den Baustellen der Expo 2015 im Dauereinsatz. Premier Matteo Renzi rief erst vor wenigen Tagen zum "Endspurt" auf. "Wir werden der Welt zeigen, was Italien leisten kann", sagte der junge Regierungschef bei einem Besuch des Expo-Geländes. Doch dem ehrgeizigen Ministerpräsident droht eine Blamage, denn die Fertigstellung des italienischen Pavillons zur Eröffnung am 1. Mai ist fraglich. Die Bauarbeiten für das Gebäude mit über 10.000 Quadratmeter Fläche, das auch nach der Expo bestehen bleiben wird, sind noch nicht abgeschlossen. Der fünfstöckige Italien-Pavillon wird bis zur offiziellen Inbetriebnahme in Anwesenheit von Premier Renzi auch nur zum Teil eingerichtet sein.

Expo-Chef Giuseppe Sala zeigte sich zuversichtlich: "Auch wenn einiges bis zum 1. Mai nicht fertig sein wird, wird das der Besucher nicht merken". Alle Augen sind auf den 58-jährigen Manager gerichtet. Auf ihm lastet die Verantwortung für den planmäßigen Start der Leistungsschau, die 20 Millionen Besucher in die lombardische Hauptstadt locken soll. "Wir haben bereits ein halbes Wunder vollbracht, wenn man bedenkt, dass die Bauarbeiten wegen Anti-Korruptionsermittlungen lange Zeit auf Eis gelegt waren", hielt Sala fest.

Korruption und Stillstand

Im vergangenen Jahr wurden sieben Manager wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen. Unter anderem ging es um illegale Auftragsvergaben. Nach dem Skandal waren die Baustellen längere Zeit lahmgelegt, manches Projekt blieb auf der Strecke. Zu den Problemen kamen Bauverzögerungen und Klagen über eine chaotische Organisation und Verschwendung öffentlicher Gelder. Kein optimaler Start also für ein Projekt, das Italien von seiner besten Seite zeigen soll. Sogar ein spezielle Aufsichtskommission wurde zuvor geschaffen, um gegen Bestechung und Korruption vorzugehen.

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella betonte, dass große Hoffnungen mit der Expo verbunden seien: "Ganz Italien blickt auf die Mailänder Weltausstellung. Die letzten Tage vor der Eröffnung sind die hektischsten. Italien muss diese Herausforderung bewältigen."

"Österreich-Tag" am 26. Juni

Die Leistungsschau in der Zeit vom 1. Mai bis zum 31. Oktober ist ein gigantisches Ereignis: 20 Millionen Besucher werden erwartet, acht Millionen Eintrittskarten wurden bereits verkauft. Mehr als 140 Länder, darunter Österreich, werden dem Publikum neue Technologien und Denkansätze zum Thema nachhaltige Lebensmittelproduktion präsentieren. Über 70 Staats- und Regierungschefs, darunter Angela Merkel, Francois Hollande, David Cameron und Wladimir Putin werden die Weltausstellung besuchen. Bundespräsident Heinz Fischer wird anlässlich eines "Österreich-Tags" am 26. Juni zur Expo kommen.

Es ist bereits die zweite Weltausstellung in Mailand nach 1906. Italien erhofft sich durch die Expo und der damit verbundenen hohen Touristenzahl ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Nach sieben Jahren Dauerkrise soll die Weltausstellung mit ihrem erwarteten Massenansturm Italien eine lebenswichtige Konjunkturankurbelung bescheren. 1,3 Milliarden Euro lässt sich der italienische Staat das Ereignis kosten, 350 Millionen Euro steuern private Investoren bei. Die Teilnehmerländer legen eine Milliarde Euro dazu. Alles in allem wird mit einem Wachstumsimpuls von zehn Milliarden Euro gerechnet, das sind rund 0,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Allein der Fremdenverkehr soll mit fünf Milliarden Euro von der Expo profitieren.

Einen virtuellen Rundgang über die Expo ermöglichen die Veranstalter schon jetzt auf der Website http://www.virtual.expo2015.org/

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