Weltweites Pistazien-Agebot bricht wegen syrischem Bürgerkrieg ein

Weltweites Pistazien-Agebot bricht wegen syrischem Bürgerkrieg ein

Iranische Frauen sortieren Pistazien in einer Fabrik nahe Teheran: Die islamische Republik ist der weltweit größte Produzent der beliebten Nüsse.

Einst waren es Plantagen, nun sind es Schlachtfelder: Syrien, einst viertgrößter Pistazienproduzent der Welt, produziert nun nur noch halb so viel wie zu Beginn des Konflikts.

Syrien zählte einst zu den größten Exporteuren von Pistazien. Doch der Anbau der Kerne, die Gebäck und Eis ihren Geschmack geben, leidet stark unter dem seit Jahren andauernden Bürgerkrieg in dem Land. Vielerorts sind die Anbaugebiete nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums regelrecht zu Schlachtfeldern geworden. Doch die Regierung will dem Wirtschaftszweig einen Schub geben.

Im vergangenen Jahr seien lediglich 35.000 Tonnen Pistazien in Syrien produziert worden, gerade einmal halb so viele wie vor Beginn des Konflikts im Jahr 2011, sagte Ministeriumsvertreter Hassan Ibrahim der Nachrichtenagentur AFP. Damals seien es zwischen 65.000 und 75.000 Tonnen gewesen.

Plantagen werden zu Schlachtfeldern

Doch angesichts der Sicherheitslage trauen sich die Landwirte in zahlreichen Regionen nicht mehr auf ihre Felder. Pistazienbäume stehen vor allem in den Provinzen Aleppo, Idleb und Hama - dort also, wo Regierungstruppen gegen Rebellen und Dschihadisten kämpfen.

Die Stadt Morek zwischen Hama und Aleppo gilt als das Zentrum des Pistazien-Anbaus in Syrien. Dort musste nach Kämpfen ein Teil der 800.000 Bäume vernichtet werden. Zudem setzte ihnen der Frost im vergangenen Winter zu. In der Saison 2014/15 exportierte das Land gerade einmal 700 Tonnen geschälte Pistazien. Geliefert wird in Golfstaaten und nach Europa.

Iran ist Spitzenreiter bei Pistazien

Im Jahr 2013 war Syrien nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) der viertgrößte Pistazienproduzent der Welt. Damals wurden dort 54.516 Tonnen Pistazienkerne produziert. Spitzenreiter Iran konnte dagegen mit 478.000 Tonnen in dem Jahr fast das Neunfache dieser Menge ernten.

Auch die Mandelproduktion brach seit Beginn des Bürgerkriegs dramatisch ein. Lag sie zwischen 2010 und 2012 noch bei rund 96.000 Tonnen und verschaffte Syrien damit noch zu Beginn des Konflikts den Platz als viertgrößter Mandelproduzent der Welt, schrumpfte die Menge anschließend kontinuierlich auf 35.000 Tonnen im vergangenen Jahr.

Syrien setzt nun auf bessere Ergebnisse. Bei Mandeln sei in diesem Jahr eine Produktion von 50.000 Tonnen möglich, sagte ein weiterer Ministeriumsvertreter der Zeitung "Al-Watan". Bei Pistazien ist nach Einschätzung eines seiner Amtskollegen in den nächsten Jahren eine Steigerung auf 80.000 bis 85.000 Tonnen möglich.

Städte wie Homs im Landesinneren oder Sueida im Süden wie auch einige Küstenorten hätten damit begonnen, Pistazien zu kultivieren. Vor allem in Gebieten, die von der Regierung kontrolliert werden, soll dieser Wirtschaftszweig während des Kriegs wieder einen Schub bekommen.

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