VW-Dieselskandal: Mindestens 30 Manager verstrickt

VW-Dieselskandal: Mindestens 30 Manager verstrickt

Volkswagen-Vorstandschef Matthias Müller.

Mindetsens 30 VW-Manager sind einem "Spiegel"-Bericht zufolge in den Diesel-Skandal der Volkswagengruppe verwickelt. Der manipulierte Motor wurde demnach auch mehrfach überprüft und hätte "jeden Motorenentwickler misstrauisch machen müssen."

In den Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen sind einem Bericht zufolge mehr Konzern-Mitarbeiter verwickelt als VW bisher zugegeben hat. Der Betrug sei nicht von einer "kleinen Gruppe" organisiert worden, sondern mindestens 30 Manager seien daran beteiligt gewesen, berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf Ermittlungen der US-Anwaltskanzlei Jones Day.

Die Verantwortlichen sollen demnach beurlaubt werden. VW war für eine Nachfrage zunächst nicht zu erreichen.

"Der Kreis der Mitwisser und Mittäter" könne sich noch ausweiten, berichtete das Magazin unter Berufung auf eine mit der Aufklärung betraute Person. Der betroffene Dieselmotor EA 189 sei im Laufe seiner Einsatzzeit von 2008 bis heute mehrfach darauf geprüft worden, ob er geänderte Abgasnormen in verschiedenen Märkten erfülle. Dass dieser Motor die Vorschriften ohne die teure Abgasreinigung erreichte, die sonst bei Diesel-Antrieben üblich sei, hätte "jeden Motorenentwickler misstrauisch machen müssen", sagte ein VW-Manager dem "Spiegel".

Der neue VW-Chef Matthias Müller hatte auf einer Betriebsversammlung vergangene Woche erklärt, dass "nur wenige Mitarbeiter" an der Manipulation beteiligt gewesen seien.

Der VW-Skandal entwickelt sich damit, wie der Spiegel schreibt, ähnlich wie die Siemens-Affäre um Schmiergeldzahlungen. Auch bei dem Münchner Konzern hatte der Vorstand anfangs von den Verfehlungen einer "kleinen Gruppe" gesprochen. Im Laufe der Ermittlungen mussten mehrere Vorstände ihren Posten aufgeben.

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