VW-Chef Müller: Stammbelegschaft halten, Investitionen kürzen

VW-Konzernchef Matthias Müller hat für die Aufarbeitung des VW-Skandals mit der Manipulation der Abgaswerte drastische Maßnahmen angekündigt, vor allem was die Investitionen anbetrifft. Der Rückruf der manipulierten Autos sei eine "große Herausforderungen", die Abarbeitung würde "sicher" bis Ende 2016 dauern. Die "Formel 1" sei weiter kein Thema für VW. Die VW-Aktie ist einmal mehr unter Druck.

VW-Chef Müller: Stammbelegschaft halten, Investitionen kürzen

VW-Chef Matthias Müller stellt nun auch Investitionen und Jobs abseits der Stammbelegschaft auf den Prüfstand.

Wien/Wolfsburg. Volkswagen-Chef Matthias Müller stellt die Investitionen von Europas größtem Automobilkonzern auf den Prüfstand. Verschiedene Investitionen werden laut Müller "infrage gestellt oder verschoben". Und man muss zum Teil die geplanten Größenordnungen überprüfen."
Trotz dem einmal mehr stärker werdenden Druck, will Müller bei der Belegschaft den Rotstift noch nicht anlegen. Jobs sollen keine gestrichen werden, sagte er den "Salzburger Nachrichten" am Rande eines Autorennens in Bahrain. Das Ziel sei laut VW-Chef Müller "in jedem Fall, die Stammbelegschaft an Bord zu halten".

Auch im Motorsportbereich könnte der VW-Konzern (VW, Audi, Porsche) auf die Bremse steigen. "Natürlich wird es so sein, dass man in manche Reglements hineinschaut und vielleicht einen Schritt zurückgeht, aber wir stellen den Sport nicht grundsätzlich infrage", wird Müller am Montag in den "SN" zitiert. "Die Formel 1 ist weiter kein Thema für uns."

Logistische Herausforderung

"Die Einigung mit den Behörden wird noch in diesem Jahr erfolgen", sagt Müller. "Technische Lösungen" werde VW "in Kürze" anbieten. Der Rückruf der manipulierten Autos werde "logistisch eine große Herausforderung". Abhängig vom technischen Aufwand wird es "sicher bis nächsten Jahres dauern, bis alles abgearbeitet ist, bekräftigte der neue VW-Boss.

Volkswagen hatte zugegeben, Abgaswerte mit Hilfe einer Software in der Motorsteuerung geschönt zu haben. Allein in Europa muss der Wolfsburger Konzern acht Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten rufen. Weltweit sind bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen.

In den USA hatten die Regulierungsbehörden vorige Woche bereits den Druck auf den deutschen Automobilkonzern verschärft. Volkswagen musst bis Freitag den US-Behörden Vorschläge liefern, wie der Abgasskandal gelöst werden soll. VW hat erst in allerletzter Minute Zeit seine Pläne eingereicht. Die US-Behörden werden in den kommenden 20 Tagen die VW-Vorschläge prüfen.

Die CO2-Grenzwerte

Müller hat in Bahrein auch einen Blick in die Zukunft gewagt. Er zeigte sich zudem sicher, dass Volkswagen trotz des Abgasskandals den in der EU ab 2020 für Neuwagen geltenden Kohlendioxid-Grenzwert von 95 Gramm je Kilometer einhalten werde. Auf eine entsprechende Frage antwortete er mit "Ja". Um dieses EU-Ziel zu erreichen, setzen die Autobauer neben Elektro- und Hybridautos auf Diesel-Antriebe, da diese weniger Kraftstoff verbrauchen als Benziner.

Bei alternativen Antrieben will Müller hingegen nicht sparen. "Wir werden unsere Ausgaben für alternative Antriebe im kommenden Jahr um rund 100 Mio. Euro erhöhen." Der neue Phaeton komme, und zwar mit reinem Elektroantrieb.

Zu den beurlaubten Managern Ulrich Hackenberg, Heinz-Jakob Neußer und Wolfgang Hatz äußerte sich Müller auf Nachfrage nicht.

Aktie erneut unter Druck

Der Abgasskandal hat die VW-Aktien am Montag erneut ins Schlingern gebracht. Die Titel fielen um bis zu knapp vier Prozent auf 104,25 Euro und gehörten damit zu den schwächsten Dax -Werten. Die US-Umweltbehörde EPA hatte am Freitag mitgeteilt, VW habe eingeräumt, dass die Tricksereien 75.000 weitere Fahrzeuge beträfen.

Konkret hätten Vertreter der Konzern-Marken VW und Audi bei dem Amt erklärt, die Manipulationen erstreckten sich auf sämtliche Drei-Liter-Diesel-Motoren der Modelljahre 2009 bis 2016.

"Tagtäglich machen neue Informationen und Gerüchte hinsichtlich des Diesel-Skandals die Runde", schrieb Equinet-Analyst Holger Schmidt in einem Kommentar. Die Aktien dürften angesichts schlechten Nachrichten erst einmal unter Druck bleiben. Seit Bekanntwerden der Abgasskandals im September sind VW um rund 35 Prozent eingebrochen

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