Jubelstimmung in den USA: Export brummt, Beschäftigung auf Drei-Jahres-Hoch

Bereits den zehnten Monat in Folge wurden mehr als 200.000 Arbeitsplätze geschaffen - eine so lange Erfolgssträhne gab es zuletzt vor 20 Jahren. Nun stellt sich die Frage: Wann erhöht die Fed den Leitzins?

Jubelstimmung in den USA: Export brummt, Beschäftigung auf Drei-Jahres-Hoch

Die boomende US-Wirtschaft entwickelt sich immer mehr zur Jobmaschine. Im November entstanden 321.000 neue Jobs - so viele wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Damit wurden bereits den zehnten Monat in Folge mehr als 200.000 Arbeitsplätze geschaffen. Eine so lange Erfolgssträhne gab es zuletzt vor 20 Jahren, erklärte das Arbeitsministerium am Freitag. Damit rückt eine Zinserhöhung durch die Notenbank Fed näher, zumal auch die Löhne zulegten und damit einen anhaltenden Aufschwung der konsumabhängigen weltgrößten Volkswirtschaft signalisieren.

"Der Arbeitsmarkt hat erheblich an Schwung gewonnen", sagte Ökonom Robert Wood von der Berenberg Bank. Vor allem Dienstleister und Einzelhändler heuerten in Erwartungen eines starken Weihnachtsgeschäfts mehr Mitarbeiter an. Aber auch Industrie und Baubranche stellten verstärkt ein. Das positive Bild wird noch dadurch abgerundet, dass der Stellenzuwachs im September und Oktober um insgesamt 44.000 höher ausfiel als bislang angenommen. Die US-Wirtschaft strotzt derzeit vor Kraft: In den beiden zurückliegenden Quartalen zusammen wuchs sie so stark wie seit 2003 nicht mehr.

Wann erhöht die FED ihre Zinsen?

Die Arbeitslosenquote - für die Haushalte und nicht Unternehmen befragt werden - verharrte mit 5,8 Prozent auf dem tiefsten Stand seit Juli 2008. Sie ist allerdings noch nicht im Zielbereich der Notenbank Fed, die erst bei Werten nahe der Fünf-Prozent-Marke von Vollbeschäftigung spricht. Am Markt wird daher frühestens für Mitte nächsten Jahres mit einer Zinserhöhung gerechnet. "Wir rechnen mit einem ersten Schritt im September", sagte Wood.

Der Euro fiel nach Veröffentlichung der Daten unter die Marke von 1,23 Dollar und notierte mit 1,2277 Dollar so niedrig wie seit August 2012 nicht mehr. Der Dax zog leicht an und stieg zeitweise um 1,9 Prozent auf 10.035 Zähler.

Für einen anhaltenden Aufschwung sprechen die Lohnzuwächse. Die durchschnittlichen Stundenlöhne wuchsen im November um 2,1 Prozent. Steigende Löhne und eine höhere Beschäftigung sind die Grundlage für einen anhaltend robusten privaten Konsum. Der macht rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. "Die Lohnentwicklung spricht für ein nicht mehr zu langes Zögern der Fed", sagte NordLB-Analyst Tobias Basse.

Außenhandel brummt

Auch der Export bleibt trotz der globalen Wachstumsschwäche in Schwung. Die Ausfuhren stiegen im Oktober um 1,2 Prozent zum Vormonat auf 197,5 Milliarden Dollar. Die Exporte nach China wuchsen am kräftigsten, aber auch die in die Europäische Union nahmen spürbar zu. Die Ausfuhren in die beiden wichtigsten Handelspartner Kanada und Mexiko erreichten jeweils Rekordwerte. Die kräftige Aufwertung des Dollar dürfte die Exporte in den kommenden Monaten aber belasten, erwarten Ökonomen.

Die Importe stiegen um 0,9 Prozent auf den Rekordwert von 241 Milliarden Dollar. Das sind gute Nachrichten - auch für Handelspartner in Europa, etwa Deutschland und Österreich.

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