Die globalen Risiken für Unternehmen

In Ländern, die unter dem gesunkenen Ölpreis leiden, steigen die Risiken für Unternehmen.

Gobale Risiken für Unternehmen: Nur Europa, Nordameika und Australien werden als unbedenklich eingestuft.

Ob ein Unternehmen Geschäfte im Ausland tätigt, hängt entscheidend von den Risiken im jeweiligen Land hab. Der Risikoberater Aon präsentiert nun eine Weltkarte der politischen Risiken. Die jährliche Untersuchung gilt weltweit als einer der verlässlichsten Seismographen für unternehmerische Standortentscheidungen.

Aon, ein globaler Risikoberater und Versicherungsdienstleister, misst seit 18 Jahren das politische Risiko in 163 Ländern und Territorien. Für die globale Bestandsaufnahme sind 66.000 Mitarbeitern in 120 Ländern im Einsatz. Als Indikatoren werden unter anderem Risiken im Zusammenhang mit Devisentransfers, staatlichen Zahlungsausfällen, regulatorische oder politische Einflussnahme auf unternehmerische Entscheidungen oder die Anfälligkeit des Bankensektors herangezogen.

Diese Risiken werden beurteilt:
Devisentransfer, staatliche Garantien, Störungen der Versorgungskette, rechtliche und regulatorische Risiken, politische Gewalt, das Risiko Geschäfte zu machen, Verletzbarkeit des Bankensektors, Fähigkeit der Regierung die Wirtschaft positiv zu stimulieren.

Für diese sieben Länder wurde die Risikobewertung angehoben:
Dominikanische Republik, Ecuador, Georgien, Panama, Swaziland, Lao PDR und Zimbabwe.

In diesen 12 Länder ist das Risiko gesunken:
Angola, Zentralafrikanische Republik, Burkina Faso, Ghana, Guinea, Haiti, Libyien, Mozambique, Oman, Pakistan, Sierrea Leone und Uganda.

Die meisten Upgrades gab es in Lateinamerika und der Karibik. In Afrika gab es die meisten Risikoherabstufungen.

Ölpreis setzt Nordafrika unter Druck

„Die Ölexporteure im Nahen Osten und Nordafrika stehen vor einem schwierigen Jahr – allen voran Algerien und Libyen. Diese Länder haben nicht die notwendige Widerstandsfähigkeit, um mit den wirtschaftlichen Erschütterungen, die der niedrige Ölpreis auslöst, fertig zu werden. Damit stehen die angeschlagenen Ölförderstaaten neben Russland ganz oben auf der Liste der Risiken für globale Investoren“, so die Analyse von Aon. In Länder wie Kasachastan, Usbekistan und Turkmenistan, die ebenfalls vom Erdöl abhängen, steigt das Risiko von Firmen-Insolvenzen.

Die riskantesten Länder der Welt

Die Einstufung „sehr hohes Risiko“ für Unternehmen, die im Ausland Geschäft machen wollen, gilt laut Aon in folgenden Ländern:
Ukraine, Iran, Libanon, Palestina, Syrien, Afghanistan, Pakistan, Nordkorea, Libyen, Chad, Sudan, Südsudan, Jemen, Kongo und Somalia. In Lateinamerika gilt Venezuela als Land mit sehr hohem Risiko für Unternehmen.

Hoch riskant: Länder wie Ägypten oder Weißrussland

Als hoch riskant werden folgende Staaten eingestuft: Weißrussland, Usbekistan, Kirgisistan (das Auswärtige Amt hat aufgrund der innenpolitischen Entwicklung erst vor wenigen Tagen eine Reisewarnung herausgegeben. „Gewaltsame Zusammenstöße, beispielsweise im Rahmen von Demonstrationen im Zusammenhang mit innenpolitischen Entwicklungen in Kirgisistan, können im gesamten Land nicht ausgeschlossen werden“, so das Auswärtige Amt auf seiner Homepage. In Asien werden Nepal und Burma als hoch riskant eingestuft. Für Afrika gilt diese Risikobewertung für Ägypten, Niger, Mali, Algerien, Burkina Faso, Nigeria, Angola, Zimbabwe, Äthiopien, Mauretanien. In Lateinamerika werden Bolivien und Argentinien als derartig risikoreich angesehen.

Medium-high-risk: Das gilt für Länder wie Russland oder China

Flächenmäßig besonders dominant ist nach Einstufung von Aon die Bewertung medium-hoch-risikant. Das gilt für Russland, China, die Mongolei Kasachstan. Auf Russland treffen beispielsweise sieben von den neun der von Aon geprüften Risikofaktoren zu, ebenso auf China.

In Europa trifft diese Warnung für Unternehmen zu, die in Bosnien und Albanien Geschäfte machen beziehungsweise das vorhaben. Auf diese Länder trifft wie auch etwa in Russland oder China nahezu die gesamte Aon-Risikopalette zu, wie etwa rechtliche und regulatorische Risiken, politische Einflussnahme auf Geschäfte oder Gefahren für die Versorgungskette. Die Risikoeinstuftung gilt auch für Thailand, Kambotscha, Laos, Papua Neu Guinea, Tansania, Kenia, Burundi, Malawi, Mosambique und Gabon.

Medium-low-risik: Saudi Arabien, Serbien, Mazedonien oder Montenegro

Eine Spur geringeres Risiko gehen Geschäftsleute in Europa in Mazedonien, Serbien und Montenegro ein. In Afrika, wo fast der ganze Norden und auch Zentralafrika ein heißes Pflaster ist, bildet einzig Marokko mit einer halbwegs moderaten Risikoeinstufung eine Ausnahme. Im Süden Afrikas wird für drei Staaten ein moderates Risiko ausgegeben: Südafrika, Namibia und Zambia. Ein mittleres bis niedriges Risiko gilt auch in Saudi Arabien, Oman, Indien, Indonesien, Buthan, Banglasdesch, Peru, Brasilien, der dominikanischen Republik und Surinam. In Osteuropa gilt diese Bewertung einzig für Georgien.

Wo die Risiken am niedrigsten sind:

Die gesamte EU inklusive Griechenland wird anhand der Aon-Risikoparameter als Territorium mit niedrigem Risiko eingestuft. Das gilt auch für die USA, Kanada, Mexiko, Grönland, Island, die Türkei, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland.

Welche Länder für Unternehmen besonders riskant sind, sind dunkelrot, die am wenigsten riskanten grau.

Die rot markierten Länder gelten für Unternehmer als absolute Hochrisiko-Länder. Die grau markierten sind aus politischer Sicht unbedenklich

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.aon.com

Nähere Details zur Studie: www.riskmap.aon.co.uk

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