Putins Geheimwaffe: Der Lada Kalina Kombi

Putins Geheimwaffe: Der Lada Kalina Kombi

Der kollabierte Rubel-Kurs verleiht dem russischen Autohersteller Lada im Westen Flügel.

Währungscrash, wirtschaftliche Sanktionen und politischer Wirbel bringen Russlands Ökonomie derzeit ins Wanken. Ein Unternehmen profitiert jedoch gehörig vom gefallenen Rubel-Kurs: AutoVAZ, Hersteller der Automarke Lada, macht sich bereit, mit sensationellen Preisen den (west-)europäischen Automarkt aufzumischen.

Teuer waren die Modelle von Lada freilich noch nie: Schon seit den 1970er-Jahren, als man in Lizenz Lada-Interpretationen von Fiat-Modellen herstellte, war Lada einer der wichtigsten Devisenbringer für die damalige Sowjetunion. Seit dem Fall des eisernen Vorhangs tut sich die Marke jedoch schwer, Kunden außerhalb Russlands für seine Produkte zu begeistern. Man hatte technologisch, designtechnisch und preislich den Anschluss zum Rest der Branche verloren.

Nissan-Renault investiert

Spätestens mit der Mehrheitsübernahme von Auto-VAZ durch Nissan-Renault 2014 kam frischer Wind in die Produktionshallen des russischen Marktführers. Der japanischfranzösische Autokonzern investierte rund eine Milliarde Euro, um Lada mit neuen Modellen auf die Sprünge zu helfen. Nun hat man dank des billigen Rubels den günstigsten Kombi Europas am Markt. Der Kalina Kombi kostet in Österreich 8.250 Euro. In Deutschland ist der Preis dank fehlender Nova sogar nur 6.950 Euro. Da können sogar die Kollegen von Dacia nicht mithalten.

In Sachen Ausstattung muss man seine Ansprüche allerdings schon stark zurücknehmen. Die wichtigsten Sicherheitsfeatures wie Airbags, ABS und ESP sind immerhin serienmäßig an Bord. Gleiches gilt für elektrische Fensterheber. Andere Features wie beispielsweise ein Radio sind aufpreispflichtig.

Lada Kalina Kombi. Preis: € 8.250,- // Motor: 4-Zyl.-Motor, 5-Gang-Getriebe // Hubraum: 1596 ccm // Leistung: 64 kW (87 PS) // Maximales Drehmoment: 140 Nm // Spitze: 169 km/h // 0-100 km/h 12,4 sec // Verbrauch: 6,6 l/100 km // CO2: 150 g/km

Beim Design ist Lada mit der Konkurrenz am unteren Preissegment zumindest gleichgezogen. Der Kalina ist jedenfalls auch nicht hässlicher als vergleichbare Modelle von Kia oder Dacia.

An sich hätte der Lada Kalina Kombi vor allem im deutschsprachigen Raum durchaus Chancen auf Erfolg. Der dürfte allerdings vom praktisch absenten Händlernetz deutlich gebremst werden. Die monatlichen Verkaufszahlen der russischen Marke bewegen sich in Österreich derzeit noch im einstelligen Bereich. Selbst Ferrari verkauft hierzulande mehr Neuwagen.

Im Juni plant AutoVAZ die nächste Offensive. Dann soll es den Kalina auch mit Klimaanlage und Euro-6-Abgasnorm geben - bei gleichem Preis.

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