OPEC hält an Öl-Fördermenge fest

OPEC hält an Öl-Fördermenge fest

OPEC-Generalsekretär Al-Badri: "Wir wollen einen fairen Preis."

Trotz Preisverfall wird die OPEC die Fördermenge beibehalten. Auch beim Preis soll nicht eingegriffen werden. Die Gruppe um Saudi-Arabien, die weiterhin für eine frei Preisbildung votiert, geht somit als Sieger aus den Verhandlungen.

Wien. Die Würfel sind gefallen. Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) hat am Donnerstagnachmittag entschieden, die Fördermenge für Rohöl nicht zu ändern. OPEC-Generalsekretär Abdullah Al-Badri hat bekräftigt, die Fördermenge von 30 Millionen Barrel Rohöl pro Tag soll weiterhin beibehalten werden.

Trotz Preisverfall wird die OPEC auch nicht in die Preisgestaltung eingreifen. "Wie haben weder ein Maximum noch ein Minimum" sagt Al-Badi. Der Preisverfall von über 30 Prozent seit Juni "reflektiert nicht einen fundamentalen Veränderung", sagt Al-Badi. Seitens der OPEC gäbe es keinen konkreten Zielpreis. "Wir wollen einen fairen Preis", bekräftigt der OPEC-General-Sekretär.

Mit dieser Vereinbarung hat sich nun die Interessengruppe rund um Saudi-Arabien durchgesetzt. Saudi-Arabien, Katar sowie die Vereinigten Arabischen Emirate waren weder an einer Reduzierung noch Fixierung der Fördermenge interessiert waren. Der Iran, Irak und Kuweit sowie Venezuela wollten eine Kürzung der täglichen Fördermenge, um den massiven Preisverfall zu stoppen. Auch Länder wie die USA und Brasilien, die zwar nicht OPEC-Mitglied sind, sind von dem Preisverfall betroffen.

Der Ölpreis kennt seit Monaten nur eine Richtung: Nach unten.

Die Ölpreise haben indes ihre Talfahrt am Donnerstag mit der Aussicht auf eine unveränderte Fördermenge beschleunigt. Die Preise für Rohöl der Nordseesorte Brent und für US-Rohöl brachen bereits im Vormittagshandel regelrecht ein und fielen auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren. Brent verlor um rund sechs Prozent auf 73,12 Dollar pro Barrel (Stand: 17.15 Uhr).

Nach Bekanntwerden des OPEC-Beschlusses sank der Ölpreis abermals - und zwar auf den tiefsten Stand seit gut vier Jahren. Ein Barrel Brent (159 Liter) kostet 75 Dollar (60 Euro).

Im Dezember 2011 hat die OPEC die derzeit gütige Fördermenge auf 30 Millionen Barrel pro Tag festgesetzt. Diese Quote wird aber deutlich überschritten. Ein Grund: Die konjunkturbedingt schwache Ölnachfrage, aber auch der Schieferölboom in den USA und der verstärkte Abbau in Brasilien hatten zuletzt das Überangebot am Erdölmarkt befeuert und damit sinkende Preise ausgelöst. Die Weltkonjunktur ist außerdem ins Stocken geraten. Allerdings: Sollte der Ölpreis weiter fallen, wird auch der Schieferölboom in den USA eingebremst. Für einen rentablen Schieferöl-Abbau soll der Preis für ein Barrel nicht weniger als 78 Dollar kosten.

Das nächste Treffen des OPEC-Kartells ist für Juni 2015 geplant.

Auch der russische Rubel hat weiter verloren. Nur kurz nach der OPEC-Entscheidung verlor der Rubel am Donnerstagnachmittag gegenüber dem Euro 2,1 Prozent, gegenüber dem US-Dollar 2,4 Prozent. Für einen Euro müssen damit 60,01 Rubel gezahlt werden, das ist nahe dem Rekordhoch von Anfang November. Eine Drosselung der Produktionsmenge mit einer Stabilisierung des Ölpreises hätte auch Russland als einem der größten Ölförderländer geholfen. Zwar ist Russland nicht OPEC-Mitglied, aber die Wirtschaft des Landes ist auf die harten Devisen aus dem Ölgeschäft stark angewiesen.

Steuertipps

So funktioniert die Steueramnestie für Russen mit Auslandsvermögen

Wirtschaft

Waschmaschine an Amazon: Ich brauche Waschpulver!

Wirtschaft

Neue Jahreszeit bei der Bank Austria: Vivaldi tritt als Vorstand ab