OMV begräbt Ölbohrpläne in der kroatischen Adria

OMV begräbt Ölbohrpläne in der kroatischen Adria

Die kroatische Adria vor der Insel Hvar. Im ökologischen Schutzgebiet soll nach Öl und Gas gebohrt werden. Gegen die Erkundungen gibt es auch in Kroatien heftige Proteste.

Das ökologische Schutzgebiet der kroatischen Adria soll nach Öl- und Gasvorkommen erkundet werden. Dagegen gibt es heftige Proteste. Die OMV und ihr Partner Marathon Oil haben die Lizenzen für die Prospektionsbohrungen nun zurückgelegt.

Der Öl- und Gaskonzern OMV steigt aus dem Bohrprojekt in der kroatischen Adria aus. Die OMV und ihr US-Partner Marathon Oil, die sich sieben der zehn Lizenzen für die Erkundung von Öl- und Gasvorkommen gesichert hatten, werden die Konzessionsverträge nicht unterzeichnen.

Die OMV argumentierte, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ein langfristiges Investment nicht gegeben seien. Angesichts des niedrigen Ölpreises sei die gesamte Industrie gezwungen, ihre Investitionsentscheidungen zu hinterfragen.

In kroatischen Medien wird als Begründung für den Rückzug der OMV allerdings die ungelöste Grenzfrage zwischen Kroatien und Montenegro angegeben. Die Chefin der kroatischen Agentur für Kohlenwasserstoffe, Barbara Doric, erklärte im kroatischen Privatsender RTL: "Für sie (die OMV) waren die Sicherheiten, die wir in diesem Moment im Zusammenhang mit dem möglichen Problem um die Grenze mit Montenegro anbieten könnten, nicht akzeptabel."

Kroatien will Lizenzen neu vergeben

Doric will die Lizenzen für die sieben Konzessionsgebiete vor der kroatischen Küste jetzt neu ausschreiben. Sie rechnet damit, ähnliche, wenn nicht sogar bessere Angebote zu bekommen. Die Verträge mit den weiteren Bietern sollen voraussichtlich Anfang September unterzeichnet werden.

Gegen die geplanten Prospektionen in der ökologischen Schutzzone Adria gibt es allerdings auch anhaltenden Widerstand in der kroatischen Bevölkerung. In Kroatien lehnt eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung die Öl-Pläne der derzeitigen Regierung ab. Es wird ein Referendum über die Zukunft der Adria vorbereitet, das die Aufhebung der Konzessionen und ein Ende der Bohrprojekte fordert. Auch die Tourismus- und Fischereiwirtschaft opponieren. In Österreich wurde eine Petition gegen das Projekt über 5700 Mal unterzeichnet.

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßte den Ausstieg der OMV. "Im Sinne der unternehmerischen Verantwortung ist das Bohrprojekt mit den zehn Konzessionsgebieten vor dem kroatischen Urlaubsparadies unvertretbar", hieß es in einer Aussendung. Auch Greenpeace sieht die Entscheidung der OMV als "ein wichtiger Schritt für den Schutz der Adria".

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