Nur wenige kommen durch: 5 Fakten zur Lufthansa-Pilotenausbildung

Der offenbar absichtlich herbeigeführte Absturz eines Germanwings-Flugzeugs in den Alpen wirft ein Schlaglicht auf die Ausbildung der Piloten. Die haben einen sehr stressigen Job, weshalb auf hohe Belastbarkeit und eine stabile geistige Verfassung schon bei der Auswahl geachtet wird.

Nur wenige kommen durch: 5 Fakten zur Lufthansa-Pilotenausbildung

Ausgesiebt wird dabei hart: Nur etwa fünf Prozent der Bewerber schaffen den Sprung auf die renommierte konzerneigene Fliegerschule in Bremen. Der Weg zum Lufthansa-Piloten:

1. Voraussetzungen

Abitur/Matura und sehr gute Englischkenntnisse. Ein offizielles Höchstalter für die Bewerbung gibt es nicht.

2. Auswahlprozess

Den eigentlichen Auswahlprozess hat die Lufthansa an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgelagert. Dort müssen Bewerber zunächst eine sogenannte Berufsgrunduntersuchung bestehen, bei der etwa technisches Wissen, Rechenfähigkeit und logisches Denken geprüft werden. Wer die Tests meistert, kommt in die zweite Runde. In der sogenannten Firmenqualifikation werden Faktoren wie Teamfähigkeit und Belastbarkeit in Interviews und Rollenspielen getestet. Dabei werden die Bewerber auch von zwei Psychologen des DLR unter die Lupe genommen. Die letzte Hürde ist eine medizinische Untersuchung, bei der die körperliche und seelische Gesundheit der Kandidaten auf den Prüfstand kommt. Andreas L., der am Dienstag einen Germanwings-Jet mit 149 weiteren Menschen an Bord nach Annahme der Ermittler gezielt in einen Berg flog, bestand all diese Prüfungen.

3. Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert etwa zwei Jahre und ist zwischen der Schule in Bremen und Flugübungen in den USA aufgeteilt.

4. Kosten

Die Lufthansa stellt einem angehenden Piloten für die Ausbildung 70.000 Euro in Rechnung. Der Konzern räumt den Flugzeugführen dafür einen zinslosen Kredit ein. Wenn der ausgebildete Pilot bei der Lufthansa eingestellt wird, werden mindestens 300 Euro im Monat vom Lohn für die Ausbildung abgezogen.

5. Job-Perspektiven

Fast alle von der Lufthansa ausgebildeten Piloten werden auch in den Dienst übernommen. Dabei kann es auch zu Wartezeiten kommen. Der Copilot der verunglückten Germanwings-Maschine arbeitete etwa mehrere Monate lang als Flugbegleiter. Derzeit sucht die Lufthansa keine neuen Bewerber, weil die Airline wegen des schrumpfenden Passagiergeschäfts keinen Bedarf hat. In Bremen sind aber noch 800 Schüler aus vorhergehenden Jahrgängen in der Ausbildung.

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