Nobelpreisträger Stiglitz: Migrationsströme ein Risiko für Europas Arme

Das Schaffen von Jobs und Stabilität ist laut UNIDO der Schlüssel, um die Migration nach Europa auf ein bewältigbares Maß zu bringen, erklärte der Generalsekretär der in Wien ansässigen UN-Organisation Li Yong im Rahmen der 16. Generalkonferenz in Wien. US-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz fürchtet, dass der Zustrom an Flüchtlingen für unqualifizierte Arbeitskräfte in Europa zum Risiko werden wird.

Nobelpreisträger Stiglitz: Migrationsströme ein Risiko für Europas Arme

Die UNIDO hält ihre Generalkonferenz in Schatten des Klimagipfels in Paris ab. Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz, der als Hauptredner zur Konferenz eingeladen wurde, plädiert für eine gerechtere Verteilung von Reichtum weltweit. Die Neuankömmlinge stellen seiner Einschätzung nach ein Risiko für Europas Arme und schlecht Ausgebildete dar. Sie würden hinkünftig um Billigjobs in Konkurrenz mit ihnen treten.

Dieses gelte selbst für Deutschland, wo die Menschen am Ende der Verdienstkette vom Reichtum des Landes nicht profitiert hätten. Stiglitz warnte davor, dass ein "Akzeptieren von Flüchtlingen in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit" etwa in Spanien oder Portugal diese noch mehr anheizen würde. Er verwies auf die USA, in der es "viel versteckte Arbeitslosigkeit" gebe. Der Ökonom hält fast zwölf Prozent in den USA für eine "realistische Quote".

In den USA Dort sei das derzeitige Mediaeinkommen niedriger als es vor zwanzig Jahren war, kritisierte er. Die Armen würden arbeiten, aber ihr Einkommen sei zu niedrig. Vor allem bei schlecht Ausgebildeten sei die Lebenserwartung mittlerweile am Sinken. Eine ähnliche Entwicklung erwarte er auch für Europa. Spanien etwa erhole sich zwar augenscheinlich in wirtschaftlicher Hinsicht, aber bezahle dafür einen hohen Preis. Die spanischen Durchschnittseinkommen würden mittlerweile niedriger liegen als vor Beginn der Krise.

Kritik an Fed und EZB

Stiglitz glaubt, dass die Politik der US-Notenbank (Fed) als auch der Europäischen Zentralbank (EZB) in die falsche Richtung ziehe, wie er bei der Generalkonferenz der UNIDO in Wien erklärte. Die Politik der Fed wie auch der EZB hätte sich als nicht nachhaltig erwiesen und "Ungleichheit und Probleme in anderen Ländern" produziert. Sie produzierten Kapital, das zum Beispiel nicht in regionalen Kleinbanken, den unterschätzten Systemerhaltern, ankomme. Dies würde wiederum die "kleinen Leute" treffen.

Die EZB habe in der Vergangenheit "historische Fehler begangen", betonte er. So hätte sie sich nicht versichert, dass das Bankensystem in Ländern wie Griechenland funktioniere. Ausgerechnet Griechenland, das durch die europäischen Sparmaßnahmen fast erwürgt werde, müsse nun auch noch die Kosten der Flüchtlingskrise schultern.

Stiglitz gehört zu den Gegnern einer Fed-Zinswende, die befürchten, dass die wirtschaftliche Erholung in der USA nicht robust genug ist. Es sei zu hinterfragen, ob die USA tatsächlich auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung sei. Bei einem Zinsschritt nach oben könnten wichtige Investitionen ausbleiben, wenn Kredite für Firmen und Hauskäufer teurer werden.

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