Migration: Zuwanderung in die EU nimmt ab

Die Zuwanderung in die Europäische Union geht nach OECD-Angaben zurück. Die Binnenmigration innerhalb der EU sei erstmals gleich groß wie die Zuwanderung aus Drittstaaten, heißt es im am Montag präsentierten OECD-Migrationsausblick 2014. Den Spitzenplatz belegt diesbezüglich Österreich: Vier von fünf Zuwanderern kamen im Vorjahr aus einem anderen EU-Staat in die Alpenrepublik.

Migration: Zuwanderung in die EU nimmt ab

Im FORMAT-Interview erklärte Wirtschaftsforscher und Wifo-Chef Karl Aiginger im September die Notwendigkeit der Migration für Österreich und die EU: "Migration ist für Östererich Europa unbedingt notwendig und mit der Bildung das wichtigste Instrument für Wachstum in einer alternden Gesellschaft", erklärte Aiginger und beklagte, dass durch die falsche Integrationspolitik nur die ausländerfeindlichen Parteien Aufwind bekämen. "Dabei ist Europa ist gar nicht in dem Ausmaß attraktiv, dass hochqualifizierte Arbeitskräfte in Massen angezogen würden", erklärte Aiginger weiter.

Der neue von der OECD präsentierte Migrationsausblick 2014 unterstreicht Aussage Aigingers, dass Europa für qualifizierte Arbeitssuchende aus anderen Regionen zu wenig attraktiv ist. Die Zuzüge aus Drittstaaten in die Europäische Union sind demzufolge im Jahr 2012 auf 950.000 zurückgegangen, nach einem Höchstwert von 1,4 Millionen im Jahr 2007. Die Migration in die Europäische Union ist damit geringer als die legale Zuwanderung in die USA.

Östererich: Drei Prozent weniger Migranten

In Österreich ließen sich im Vorjahr 65.000 Migranten dauerhaft nieder, was einem Rückgang von drei Prozent im Vergleich zum Jahr 2012 entspricht. Die Zuzüge kommen jedoch größtenteils aus anderen EU-Staaten. 78 Prozent der im Vorjahr nach Österreich zugewanderten Personen sind EU-Binnenmigranten. Österreich hat somit im Vergleich aller OECD-Staaten die höchste Quote von Zuwanderern aus dem EU-Raum.

Mit acht Neuzuwanderern auf 1000 Einwohnern liegt die Migration in Österreich über dem OECD-Schnitt. Sie ist aber dennoch deutlich niedriger als in der Schweiz , wo es doppelt so viele Migranten (16) pro Kopf gibt . In Norwegen kommen auf 1000 Einwohner zwölf Migranten, im fernen Australien elf. Drei Viertel der 136.200 Personen, die im Vorjahr auf Dauer in die Schweiz gezogen sind, kamen aus der EU.

In absoluten Zahlen ist Deutschland der größte Zuwanderungsmagnet in Europa. Vorläufigen Zahlen zufolge verlegten 465.000 Menschen ihren Wohnsitz nach Deutschland, um 16 Prozent mehr als 2012. Im Vergleich zum Jahr 2007 ist dies mehr als eine Verdoppelung, wobei 76 Prozent der Zuzügler EU-Binnenmigranten sind. Deutschland ist damit zweitgrößtes Einwanderungsland der OECD hinter den USA, die im Vorjahr erstmals seit einem Jahrzehnt weniger als eine Million Zuwanderer verbuchten.

Die Migration der OECD-Staaten im Vergleich

Zuwanderung stagniert

Insgesamt stagnierte die Zuwanderung in die westlichen Industriestaaten bei rund vier Millionen Menschen. Die größten Herkunftsländer waren China mit fast zehn Prozent aller Zuwanderer, Rumänien (5,6 Prozent) und Polen (5,4 Prozent). Die Zahl der Asylbewerber im OECD-Raum stieg um 20 Prozent, wobei die meisten aus Syrien kamen. Pro Kopf das größte Aufnahmeland für Flüchtlinge war Schweden.

Was Österreich betrifft, wirkt sich der hohe Anteil der EU-Zuwanderung laut Liebig positiv auf die Integration aus. So haben 60 Prozent der in den vergangenen fünf Jahren nach Österreich zugewanderten Personen eine Beschäftigung, 31 Prozent seien hochqualifiziert. Bei diesen bestehe aber noch viel ungenutztes Potenzial. Fast die Hälfte sei nicht oder nicht ihrem Ausbildungsniveau entsprechend beschäftigt.

Probleme gebe es in Österreich bei der Integration von hierzulande geborenen Zuwandererkindern, berichtet Liebig. 25 Prozent können nur schlecht Deutsch lesen und schreiben, was OECD-weit der zweithöchste Wert ist. Bei den im Ausland geborenen Jugendlichen schneide Österreich dagegen im Ländervergleich vergleichsweise gut ab.

Einen internationalen Spitzenplatz belegen unterdessen die österreichischen Universitäten, zumindest, was die Diversität ihrer Hörerschaft betrifft. Mit 58.019 ausländischen Studenten (ein Anstieg von 9,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012) verweist Österreich in absoluten Zahlen Spanien, Niederlande und Belgien auf die Plätze und liegt in einer Spitzengruppe mit Luxemburg, Australien, Großbritannien, der Schweiz und Neuseeland.

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