Mehr Millionäre weltweit: Asien überholt Europa

Mehr Millionäre weltweit: Asien überholt Europa

In Europa gibt es weniger Millionäre als in Nordamerika und Asien. Das Vermögen der Reichen wächst rascher als das BIP - und in Europa verharrt die Arbeitslosigkeit weiter auf hohem Niveau.

Es gibt weltweit mehr Millionäre, und sie haben insgesamt immer mehr Vermögen. Das ist das Ergebnis des „World Wealth Report“ von Capgemini – die Consulter haben ermittelt, dass auf Grund der verbesserten Wirtschafts- und Aktienmarktentwicklung im vergangenen Jahr 1,76 Millionen zusätzliche Menschen zur Gruppe der Reichen stoßen. Als „High Net Worth Individuals“ (HNWIs) bezeichnen die Studienautoren jene, die über ein anlagefähiges Vermögen von einer Million US-Dollar verfügen, ausgenommen selbstgenutzte Immobilien, Sammelobjekte und Verbrauchsgegenstände.

Der Anstieg der vermögenden Personen um 15 Prozent ist der zweitgrößte seit dem Jahr 2000 – lediglich 2009, unmittelbar nach der Krise, wurde diese Zahl mit 17 Prozent Wachstum übertroffen. Gleichzeitig stieg das Anlagevermögen der Millionäre um fast 14 Prozent auf ein Rekordhoch von 52,62 Billionen US-Dollar.

Asien gegen Amerika

Das Rennen um die besten Standorte für Millionäre spielt sich vor allem zwischen Asien und Nordamerika ab. Nordamerikas Anteil an HNWIs wuchs um 16 Prozent auf 4,33 Millionen Personen, während er in der Asien-Pazifik-Region um 17 Prozent auf 4,32 Millionen stieg.
Europas Anzahl an Millionären stieg lediglich um zwölf Prozent auf 3,83 Millionen, das Gesamtvermögen der europäischen Millionäre wuchs um 14 Prozent auf 12,39 Billionen US-Dollar. In Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft, gab es 2013 1,13 Millionen Millionäre, was ein Wachstum von 11,4 Prozent im Vergleich zu 2012 darstellt.

In Zukunft mehr Wachstum – zumindest für Reiche

Schaut man in die Zukunft, so prognostizieren die Studienautoren, dass bis 2016 ein neues Hoch des HNWI-Gesamtvermögens von 64,3 Billionen US-Dollar erreicht wird. Dies entspricht einem Wachstum um 22 Prozent seit 2013 und ungefähr zwölf Billionen US-Dollar neuem Vermögen, heißt es in einer Presseaussendung von Capgemini.

Dieser starke Anstieg wird für die meisten Regionen erwartet, allen voran in der Asien-Pazifik-Region mit einer prognostizierten Wachstumsrate von jährlich 9,8 Prozent – also deutlich über Chinas allgemeinem BIP-Wachstum, das laut Weltbank 2013 bei 7,8 Prozent lag. Bei diesem Wachstum würde Asien-Pazifik bereits 2014 Nordamerika als Region mit den meisten Millionären ablösen und im darauf folgenden Jahr auch das größte regionale HNWI-Vermögen aufweisen.

Düsternis am Arbeitsmarkt

Während sich die einen über mehr Reichtum freuen, macht sich bei den anderen Frust breit: Im März waren in der EU 10,5 Prozent der Bevölkerung arbeitslos; das sind über 25 Millionen Menschen. Fast jeder vierte Europäer unter 25 Jahre (knapp 23 Prozent) hat derzeit keinen Job. In Spanien, Griechenland und Kroatien liegt die Jugendarbeitslosigkeit gar bei rund 50 Prozent.

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