Kerosin-Kartell: Milliardenklage der Deutschen Bahn gegen Lufthansa & Co

Die Deutsche Bahn hat vor dem Landesgericht Köln eine milliardenschwere Klage gegen die Lufthansa und neun weitere Fluglinien eingebracht. Sie fordert als Schadensausgleich für das 2006 aufgedeckte weltweite Luftfrachtkartell eine Entschädigungszahlung von rund 1,2 Milliarden Euro.

Kerosin-Kartell: Milliardenklage der Deutschen Bahn gegen Lufthansa & Co

Kerosin-Kartell: Jetzt klagt die Deutsche Bahn Lufthansa & Co.

Die Lufthansa trudelt derzeit von einer unangenehmen Situation in die nächste. Die Woche begann mit einem neuen Streik der Lufthansa-Piloten - im Zuge des bis Mittwoch dauernden Arbeitsausstands werden 1396 Flüge ausfallen - beinahe gleichzeitig reichte die Deutsche Bahn vor dem Landgericht Köln gegen die Lufthansa und neun weitere Fluglinien eine Schadensersatzklage in der in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro ein.

Hintergrund der Klage, von der neben der Lufthansa auch die Air Canada, British Airways, Cargolux, Cathay Pacific, Japan Airlines, LAN, Quantas, SAS und Singapore Airlines betroffen sind, ist das bereits im Jahr 2006 aufgedeckte weltweite Luftfrachtkartells.

In Deutschland seien die Fluggesellschaften bisher nicht zu konkreten Gesprächen über Schadensausgleich bereit gewesen, erklärt die Deutsche Bahn, die nun auch in den USA gerichtlich gegen verschiedene Fluggesellschaften vorgeht. Dort werden die Air France, All Nippon Airways, Cargolux, KLM, Martin Air, Quantas und SAS beklagt. Weltweit fordert die Deutsche Bahn rund 2,1 Milliarden Euro.

Gerd Becht ist ein deutscher Rechtsanwalt und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bahn. Er erklärt die Forderungen der Deutschen Bahn im Luftfracht-Kartell.

Kerosin-Kartell von 1999 bis 2006

Die Deutsche Bahn kämpft seit Jahren um Entschädigungszahlungen unter anderem mit der eigens eingerichteten Website "aircargocartelclaims.com". Nach der Entscheidung der Europäischen Kommission haben die Luftfrachtunternehmen ihr Vorgehen bei Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen in dem Zeitraum von 1999 bis 2006 abgesprochen. Die Europäische Kommission hatte im November 2010 gegen zahlreiche Fluggesellschaften wegen der Beteiligung am Luftfrachtkartell Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 800 Millionen Euro verhängt.

In den USA, Australien, Brasilien, Kanada, Neuseeland, Südafrika und Südkorea ist es deswegen schon zu Verurteilungen gekommen. Den involvierten Fluglinien wurden insgesamt Geldbußen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro aufgebrummt. Zuletzt hat im Januar 2014 die Schweizerische Kartellbehörde Geldbußen verhängt. In den USA wurden Verantwortliche sogar zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt. Von dem Kartell war auch die Bahn-Tochter DB Schenker als weltweit zweitgrößter Luftfrachtspediteur betroffen.

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