Kaufkraft: Österreich schlägt Deutschland

Kaufkraft: Österreich schlägt Deutschland

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Österreicher zwar monatlich deutlich weniger Geld im Börserl haben als die Schweizer - aber mehr als die Deutschen. Format.at präsentiert einen Vergleich der Kaufkraft in den größten Bezirken Österreichs.

Wie viel Geld steht Deutschen, Schweizern und Österreichern pro Jahr zur Verfügung? Das Marktforschungsinstitut GfK hat im Rahmen einer Kaufkraftstudie die Unterschiede zwischen den drei Ländern, sowie das verfügbare Geld in den größten Bezirken Österreichs ermittelt – und dabei herausgefunden, dass die Österreicher zwar weniger Geld haben als die Schweizer, aber mehr als die Deutschen.

Die Gesamtsumme der Kaufkraft liegt in Österreich im Jahr 2015 bei rund 187,7 Milliarden Euro. Das entspricht im Schnitt 22.067 Euro pro Kopf, die jedem Österreicher für den Konsum, die Miete oder Lebenshaltungskosten zur Verfügung stehen. Bei der Schweiz liegt die Gesamtsumme bei 307,9 Milliarden Euro; das sind 37.651 Euro je Einwohner. Der Deutsche muss im Durchschnitt hingegen mit nur 21.449 Euro auskommen – insgesamt übertrifft die Kaufkraft der deutschen Bundesbürger mit 1.732,4 Milliarden Euro jene der Österreicher und Schweizer um ein Vielfaches, was freilich an der deutlich höheren Einwohnerzahl von 80,8 Millionen Menschen liegt.

Die Kaufkraft misst das verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten. Angegeben wird bei GfK das gesamte verfügbare Einkommen, ohne dass – anders als bei anderen Berechnungen zur Kaufkraft – laufende Kosten zu Miete oder Energie abgezogen werden.

Bundesländer und Bezirke im Vergleich

Der Fokus der Studie liegt in der Herausarbeitung der regionalen Unterschiede – also der Darstellung, in welchen österreichischen Bundesländern und Bezirken die Bürger das meiste Geld zur Verfügung haben.

Hier zeigt sich, dass Niederösterreich das einzige Land ist, das mit rund vier Prozent deutlich über dem österreichischen Durchschnitt liegt. Wien folgt auf Rang zwei. Dicht gefolgt wird das Hauptstadtbundesland von Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich, die alle knapp über dem Bundesdurchschnitt liegen. Die anderen Bundesländer liegen etwas unter dem Durchschnitt.

Für die Bundeshauptstadt ergibt sich ein anderes Bild, wenn statt des Einkommens pro Einwohner das Einkommen pro Haushalt betrachtet wird – denn während Niederösterreich hier gut acht Prozent über dem Durchschnitt liegt, liegt Wien zwölf Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Einfacher Grund: In Wien gibt es mehr Single-Haushalte, die mit nur einem Einkommen auskommen müssen.

So viel verdient man in den größten Bezirken

Betrachtet man die kaufkraftstärksten Bezirke im Detail, so fällt auf, dass Wien das Ranking dominiert: Mit zwei Ausnahmen – Mödling und Eisenstadt – gehören alle einkommensstarken Bezirke zur Bundeshauptstadt. Das Wien-dominierte Ranking der Bezirke verdankt sich allerdings nicht nur der tatsächlich hohen Kaufkraft im Hauptstadt-Bundesland, sondern auch seiner recht feinräumigen Unterteilung in 23 Bezirke, heißt es relativierend von den Marktforschern.

Der Bezirk „Wien 1 – Innere Stadt“ ragt mit einer pro-Kopf-Kaufkraft von 41.115 Euro gut 86 Prozent über den österreichischen Durchschnitt heraus. Mit rund einem Viertel weniger Kaufkraft hat der 13. Wiener Bezirk, Hietzing, den zweiten Rang inne. Dort liegt die Kaufkraft bei rund 30.136 Euro pro Kopf und 36,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die Einwohner Mödlings haben rund 30 Prozent mehr als der Durchschnitt und kommen mit 28.617 Euro pro Kopf auf Rang drei. Der Stadtbezirk von Eisenstadt liegt auf Rang 10 – dort beträgt die pro-Kopf-Kaufkraft 16,2 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt.

Positive Entwicklung in Europa

In einer zweiten, ebenfalls am Dienstag präsentierten Studie hat GfK ermittelt, dass sich die Stimmung der Verbraucher analog zum BIP der einzelnen EU-Staaten positiv entwickelt. Beflügelt wird der Aufschwung durch den schwachen Euro und den niedrigen Ölpreis. „Besonders optimistisch sind die Verbraucher in west- und südeuropäischen Ländern“, heißt es laut GfK. Laut Meinung der Verbraucher werden sie deutlich vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung profitieren.

Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich. In den meisten europäischen Ländern geht die Zahl der Arbeitslosen langsam, aber kontinuierlich zurück. Skeptischer ist man in Osteuropa – wegen des Krieges in der Ukraine und der Russland-Sanktionen.

Eine am Vortag veröffentliche Studie des Beratungsunternehmens EY hatte prognostiziert, dass die Eurozone sich von der Krise allmählich erholt – nur in Österreich lässt ein größeres Wachstum der Studie zufolge noch auf sich warten. Mehr dazu unter diesem Link.

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