IS: Die Wirtschaftsmacht des Terror-Regimes

Seit der Deklaration des "Islamischen Staat" Ende Juni 2014 hält die brutale Terrororganisation mit ihren Anschlägen die Welt in Atem. Die Attentate von Paris am 13. November stellen einen neuen Höhepunkt in der grausamen Geschichte des IS dar. Ihren Glaubenskrieg finanziert die Organisation mit einem Milliardenvermögen. Wie sie dazu kam.

IS: Die Wirtschaftsmacht des Terror-Regimes IS: Die Wirtschaftsmacht des Terror-Regimes

Die Terror-Anschläge von Paris am Freitag den 13. November haben der Welt wieder einmal vor Augen geführt, wie kaltblütig und unberechenbar die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist. Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs stehen Europa und das Abendland einem Gegner gegenüber, der an Brutalität kaum zu überbieten ist. Die G20 wollen den IS nun auch finanziell aushungern. Das dürfte den westlichen Industriestaaten allerdings schwer fallen, denn der IS kontrolliert in Syrien und im Irak ein Gebiet, das halb so groß ist wie Frankreich und in dem zehn Millionen Einwohner leben.

Zur Finanzierung des Glaubenskriegs kann die IS auf ein Barvermögen von weit über einer Milliarde Dollar und enorme Rohstoffquellen zurückgreifen. Der Einschätzung des früheren US-Verteidigungsministers Chuck Hagel zufolge geht die Stärke der IS weit über das hinaus, was die Welt bisher von Terrororganisationen gewohnt war: "Ihre Organisation, Technologie, Finanzen und Ressourcen sind völlig anders." Der IS ist als Terrororganisation reicher und besser organisiert und somit auch schwerer zu besiegen als jede andere.

Die Organisation des Islamischen Staat

Angeführt wird der IS von Abu Bakr al-Baghdadi, der in Bagdad das islamische Gesetz, die Scharia, studiert hat und später von den Amerikanern festgenommen und sechs Monate lang im Militärgefängnis Camp Bucca im Südirak inhaftiert wurde. In Camp Bucca wurde al-Baghdadi von der al-Quaida rekrutiert, knüpfte Kontakte zu ehemaligen Ministern Saddam Husseins und verschwor sich gegen die gemeinsamen Feinde, die USA und die schiitische Regierung des Irak. Der Großteil der heutigen Anführer des IS war damals in Camp Bucca inhaftiert.

Beim Abzug der Amerikaner aus dem Irak Ende 2011 war der IS noch eine relativ kleine Organisation. Der IS ging jedoch mit einer unvergleichlichen Brutalität und Aggressivität vor und machte sich das Durcheinander des Bürgerkriegs in Syrien zu Nutze, um schnell zur beherrschenden Organisation zu werden. Bei der Auswahl der Gebiete zur Eroberung und Besetzung hatte der IS stets militärisch und wirtschaftlich bedeutende Ziele im Visier. Gegner wurden kaltblütig ermordet.

Der wichtigste Coup im Aufstieg des IS war die Eroberung der Stadt Mossul im Irak, im Zuge derer der IS ein Massaker an der Schiitischen Bevölkerung mit tausenden Todesopfern anrichtete. Dem IS fiel dabei die hochmoderne Ausrüstung der irakischen Armee, von den Amerikanern im Irak zurückgelassenes Kriegsgerät, darunter Panzer, Kanonen und Flugzeuge im Wert von rund drei Milliarden Dollar in die Hände. Außerdem sollen den Glaubenskriegern auch die Bargeldreserven der Banken von Mossul in die Hände gefallen sein. Diese werden mit 320 bis 450 Millionen Dollar beziffert.

Aktuell wird die Stärke der IS Terrormiliz in Syrien und im Irak vom CIA auf 20.000 bis 31.500 Kämpfer geschätzt. Von diesen sollen etwa 15.000 aus anderen Ländern stammen; Sympathisanten, die den Dschihad auf Seiten des IS führen. Einige davon stammen auch aus Österreich (siehe Grafik).

Laut australischem Institute for Economy and Peace (IEP) zählt die Terrormiliz "Islamischer Staat" und die in Westafrika operierende Boko Haram zu den Hauptakteuren des weltweiten Terrors. Diese beiden Gruppierungen seien für gut die Hälfte - 51 Prozent - aller Terroropfer verantwortlich. Wobei in absoluten Todeszahlen die Boko Haram (6.644) sogar den "IS" (6.073) noch übertrifft. Die Todesopfer der Pariser Anschläge von Mitte November sind hier noch nicht mit eingerechnet.

Der IS rekrutiert für seinen Krieg gegen das Abendland und die Schiiten weltweit Sympathisanten.

Rohstoffe in den Händen der Terroristen

In den eroberten Gebieten im Irak und in Syrien hat der IS die ganze Macht an sich gerissen. Ende Juni 2014 wurde das Kalifat ausgerufen, mit Abu Bakr al-Baghdadi an der Spitze.

Täglich holt der IS Erdöl im Wert von rund ein bis zwei Millionen Dollar aus den Ölfeldern in den kontrollierten Gebiete. Der IS kontrolliert rund zehn Prozent der irakischen und etwa 60 Prozent der syrischen Erdölproduktion. Über Schmuggelnetze wird das Öl weit unter dem Marktwert, zu Preisen von rund 30 Dollar pro Barrel in die Türkei und von dort weiter verkauft wird.

Syrien und Irak: Die vom IS kontrollierten Gebiete (schwarz)

Legende: schwarz: IS; pink: ISF; hellgelb: Peshmerga; dunkelgelb: YPG/J; grün: Rebellen; rot: Regime; hellblau: Israel | Quelle: IUCAnalysts

Mindestens 15 Prozent des irakischen BIP sind in den Händen des IS, schätzt Mudher Mohamad Saleh, der frühere Vizegouverneur der irakischen Zentralbank. Die Terrororganisation IS verfügt damit über rund 35 Milliarden Euro jährlich.

Bei der Eroberung des Staudamms von Mossul fiel dem IS im Sommer 2014 außerdem auch das Tal von Ninive, die Kornkammer des Irak, in die Hände. Mittlerweile ist der IS von dort wieder vertrieben, aber der irakische Landwirtschaftsminister Falah Hassan Al-Zedan schätzt, dass dem IS dabei rund eine Million Tonnen Weizen in die Hände fielen.

In dem vom IS kontrollierten Gebiet gibt es überdies noch gigantische Erdgasvorkommen sowie das zweitgrößte Phosphatvorkommen der Erde - Rohstoffreserven im Wert von vielen hundert Milliarden Dollar. Außerdem hebt der IS in dem kontrollierten Gebiet von der Bevölkerung extrem repressive Steuern, eine Art Schutzgeld, ein. Wer nicht bereit ist, diese Gebühren zu zahlen, wird ermordet. Die Einnahmen daraus werden auf bis zu eine Million Dollar pro Tag geschätzt.

Der IS ist damit eine finanziell autonome Organisation, die ihren Glaubenskrieg noch lange finanzieren kann.

arte Dokumentation über die Terrororganisation Islamischer Staat, deren Wirtschaftsmacht und Terrorherrschaft.

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