Neuer Anlauf: Rene Benko will Metro-Tochter Kaufhof übernehmen

Neuer Anlauf: Rene Benko will Metro-Tochter Kaufhof übernehmen

Signa- und Karstadt-Chef Rene Benko streckt seine Finger nach dem Kaufhof aus.

Der Karstadt-Eigentümer Rene Benko hat einen neuen Versuch für eine Übernahme der Metro-Tochter Kaufhof gestartet. Benko soll über seine Signa Holding bereits ein Angebot für die Warenhaustochter des Düsseldorfer Handelskonzerns auf den Tisch gelegt haben.

Der Tiroler Rene Benko, der über seine Signa-Holding im August 2014 die deutsche Kaufhaus-Kette Karstadt übernommen hat, will nun auch die zur Metro-Gruppe gehörende Kaufhaus-Kette Kaufhof übernehmen. Insiderberichten zufolge hat Signa ein schriftliches Angebot über rund 2,9 Milliarden Euro für Kaufhof vorgelegt.

Metro und die Signa-Holding wollten zu der durchgesickerten Nachricht vorerst keine Stellungnahme abgeben. Das Offert soll einem Bericht des Handelsblatts zufolge jedoch schon Anfang Mai im Metro-Aufsichtsrat diskutiert worden sein.

Es ist nicht der erste Versuch Benkos, Kaufhof zu übernehmen. Er hatte bereits Ende 2011 für die Kette geboten. Metro-Chef Olaf Koch hatte den Verkauf aber Anfang 2012 wieder auf Eis gelegt.

Zweiter Interessent

Auch der kanadische Handelskonzern Hudson's Bay soll an Kaufhof interessiert interessiert sein. Es heißt, die Kanadier hätten bereits Unterlagen gesichtet, ein Angebot für den Kaufhof liege aber noch nicht auf dem Tisch. Metro wollte das nicht kommentieren, Hudsons's Bay lehnte eine Stellungnahme zu den Angaben über Gesprächen ebenfalls ab.

Kaufhof betreibt knapp 140 Waren- und Sporthäuser in Deutschland und Belgien. Im Geschäftsjahr 2013/14 hatte die Kette einen Umsatz von rund 3,1 Milliarden Euro erzielt. Metro-Chef Olaf Koch sieht für das Warenhaus-Konzept unter dem Dach der Metro keine ausreichenden Expansionschancen und will will seinen Konzern auf das Großmarktgeschäft und Europas größten Elektronikhändler Media-Saturn konzentrieren.

Metro hat bei einem Verkauf seiner Kaufhaus-Kette Bedingungen. Unter anderem wird eine langfristige Strategie zur Fortführung des Unternehmens gefordert.

Rene Benko

Die ersten Schritte im Immobiliengeschäft setzte der heute 38-Jährige Tiroler mit knapp 20 Jahren. Er brach die Schule ab, um Dachböden auszubauen und dann als Wohnungen teuer zu verkaufen. Das Immobiliengeschäft ließ Benko nicht mehr los. "Ich könnte nicht aufhören", sagte er über sich selbst in einem Interview und sein Geschäft beschreibt er wie Spitzensport: "Es ist nicht nur Talent, sondern auch die Konsequenz, hart zu arbeiten, nicht aufzugeben, den Weg nicht zu verlassen und mehr zu bewegen und zu leisten, als es andere tun wollen."

Im Jahr 2000 grübdet er die Signa Holding. Mit ihr sammelt er das Geld reicher Investoren ein und steckt es in Luxusimmobilien in Innenstädten. Mittlerweile ist das Immobilienvermögen der Firma mit mehr als 150 Mitarbeitern auf mehr als sechs Milliarden Euro gewachsen.

Während des vergangenen Jahrzehnts hat sich der schillernde Investor ein dichtes Netz aus Freunden und Förderern aufgebaut: Gleich zu Beginn seiner Karriere gewann er das Vertrauen des Tankstellen-Erben Karl Kovarik, mit dessen finanzieller Unterstützung er größere Projekte umsetzen konnte. Noch deutlich prominentere Namen finden sich im Beirat seiner Firma - darunter Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und der frühere Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.

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