Hygiene-Skandal bei Burger King: 89 Filialen müssen schließen

Hygiene-Skandal bei Burger King: 89 Filialen müssen schließen

Hygiene-Skandal bei Burger King: In Deutschland wird jede siebte Filliale geschlossen.

Burger King greift im Skandal rund um Hygienemängel und miserable Arbeitsbedingungen in vielen seiner Restaurants hart durch. Den 89 Filialen des größten deutschen Lizenznehmers, der Yi-Ko Holding, wurde die Lizenz entzogen. Sie müssen schließen.

Für 89 Filialen der Fast-Food-Kette Burger King in Deutschland tickt die Uhr. Nachdem via Fernsehen gravierende Hygienemängel aufgedeckt wurden hat Burger King den Franchisenehmer, die Yi-Ko Holding, fristlos gekündigt und die Lieferungen an die Restaurants gestoppt. Yi-Ko wehrt sich gegen die Kündigung und betreibt die Restaurants vorerst weiter, dich die Vorräte reichen maximal noch ein paar Tage.

Auslöser des Skandals war eine TV-Sendung vom 28. April 2014 auf RTL, bei der das "Team Wallraff - Reporter Undercover" die Hygiene- und Arbeitsbedingungen in den deutschen Filialen der US-Fast-Food-Kette Burger King unter die Lupe genommen und dabei krasse Missstände aufgedeckt hat. Als Küchenhilfe Tobias verkleidet hatte der RTL-Reporter Alexander Römer in einer der Filialen des Franchisenehmers Yi-Ko Holding angeheuert und dabei unter anderem aufgedeckt, dass die Hygienevorschriften Burger Kings grob umgangen wurden.

Das Fernseh-Team fand unter anderem Fleisch, das länger warmgehalten wurde als erlaubt. Salat, der nach dem Verfallsdatum einfach umetikettiert wurde und Darm-Bakterien in der Küche. Dazu kamen schikanierte Mitarbeiter und Missachtungen der Arbeitsrechte.

Burger King greift nun hart durch. Dem größten Lizenznehmer Deutschlands, der Yi-Ko Holding, wurde mit sofortiger Wirkung die Lizenz zum Betreiben von Restaurants entzogen. Die Holding, ein Joint Venture des Türken Ergün Yidliz und des Russen Alexander Kolobov, hatte 89 Filialen mit insgesamt 3000 Mitarbeitern betrieben. Damit muss jede siebente Burger-King-Filiale in Deutschland schließen.

Klagen und Gegenklagen

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte die Missstände in den von Yi-Ko betriebenen Restaurants bereits mehrfach kritisiert und vor Gericht gebracht. Die Rechtsstreitigkeiten hatten zuletzt in einer Verleumdungsklage der Holding gegen die Gewerkschaft gemündet.

Franchisegeber Burger King hatte als Reaktion auf den Fernsehbericht bereits Anfang Mai den Rücktritt Yildizs als Geschäftsführer durchgesetzt, dieser blieb jedoch bis zuletzt als Gesellschafter in der Holding und mischte zuletzt auch wieder im Tagesgeschäft mit. Ohne, dass sich die beanstandeten Zustände geändert hätten.

Ungewisse Zukunft

Mit der Kündigung müssen die Filialen umfirmieren, sie werden künftig nicht mehr von Burger King beliefert. Ob und wie viele Restaurants dauerhaft schließen müssen, war zunächst nicht absehbar. Zur Frage, ob auch ein neuer Partner für die betroffenen Standorte infrage kommen könnte, äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht. Theoretisch sei es zwar denkbar, dass eine neue Burger-Kette gegründet werde - aber das sei nicht von heute auf morgen machbar. Zugleich liefen Kosten wie Pachten und Gehälter weiter.

Burger King erklärte, diese "schwierige, jedoch notwendige Entscheidung wurde getroffen, nachdem sich die Yi-Ko wiederholt nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Restaurant-Mitarbeiter gehalten hat". Burger-King-Manager Andreas Bork: "Die Kündigung stellt für uns nur den letzten Schritt dar." Die übrigen 599 Restaurants der Kette in Deutschland sollten ihren Betrieb "wie gewohnt" fortsetzen.

NGG-Gastronomieexperte Guido Zeitler appellierte an Burger King, eine geordnete Übergabe der Restaurants sicherzustellen. "Die 3.000 betroffenen Mitarbeiter wissen nicht, ob sie morgen noch einen Arbeitsplatz haben", sagte er am Donnerstag. Theoretisch könnten die Filialen zwar auch ohne das Burger-King-Logo weitermachen. Praktisch sei dies aber unter anderem wegen Logistik-Problemen, hoher laufender Kosten und mangelnder Akzeptanz ohne den bekannten Namen Burger King sehr schwierig.

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