Harter Winter friert US-Wirtschaft ein

Harter Winter friert US-Wirtschaft ein

Der Umsatz im Einzelhandel brach um zehn Prozent ein - Online-Pizzabestellungen florieren indes.

Während in Österreich der Frühling langsam an die Tür klopft, herrscht in weiten Teilen der USA noch tiefster Winter. Und das hat Folgen für die weltgrößte Volkswirtschaft: Restaurants und Boutiquen klagen über Gäste- und Kundenschwund, Tausende Flüge wurden gestrichen. Doch andere Unternehmen reiben sich die Hände: Besonders Online-Händler profitieren - und das warme Florida freut sich über eine wachsende Zahl heimischer Touristen.

"Die Kälte ist Gold wert", sagt der Chef des Online-Lieferservices GrubHub, Matthew Malony. Per Mausklick können Hungrige über die Webseite des Unternehmens ihr Essen aus etwa 30.000 Restaurants in New York und Chicago auswählen - und nach Hause oder ins Büro liefern lassen. Als der Wintersturm Ende Januar den Nordosten traf, stiegen die Bestellungen bei GrubHub um 45 Prozent. Die Nachfrage nach Pizza und heißer Schokolode verdoppelte sich sogar.

Ganz anders sieht es im klassischen Einzelhandel aus. Dort kamen im Februar 12,5 Prozent weniger Kunden in die Geschäfte, wie das Forschungsinstitut RetailNext herausfand. Der Umsatz brach um mehr als zehn Prozent ein. "Wenn die Leute aus dem Fenster schauen und Berge von Schnee sehen, dann kaufen sie keine T-Shirts", sagt Analyst Simeon Siegel von der Investmentbank Nomura. In Chicago oder Bangor (Bundesstaat Maine) wurden die niedrigsten Februar-Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Kentucky liegt immer noch unter einer Schneedecke, nachdem der Bundesstaat vom schlimmsten Schneesturm seit 1943 getroffen wurde.

FLORIDA BOOMT

Kein Wunder, dass beim weltgrößten Online-Händler Amazon neben Salzen zum Tauen von Eisschichten und Luftbefeuchtern derzeit auch ein Nischenprodukt zu den Bestsellern gehört: der "Paw Plunger", mit denen sich die Pfoten von Hunden und Katzen leicht reinigen lassen sollen.

Lange Gesichter gibt es dagegen bei Flugreisenden und Airlines. Allein am Donnerstag mussten wegen eines erneuten Wintereinbruchs im Osten fast 5000 Flüge gestrichen werden. Besonders betroffen waren die Flughäfen in Washington, Philadelphia, New York und Dallas.

Derweil versuchen viele Amerikaner dem strengen Winter zu entfliehen. Die Online-Reisebuchungen zogen im Januar um drei Prozent zum Vorjahresmonat an, die nach Florida dabei um 24 Prozent. Kein Wunder: Während in Kansas derzeit Temperaturen von minus 17 Grad Celsius herrschen, sind es im Miami 30 Grad - Plus, versteht sich.

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