Fiware: Geld und Ressourcen für Europas Start-ups

Fiware: Geld und Ressourcen für Europas Start-ups

Gemeinsam sind wir stärker: Fiware hat tausende User in ganz Europa - das vereinfacht die Zusammenarbeit.

Brüssel möchte, dass Europas Start-ups zusammen rücken und so eine bessere Chance gegen die Konkurrenten aus Asien und den USA haben. Die Geheimwaffe der EU-Politiker heißt "Fiware" und ist nun bereit für den Einsatz: Sie bietet Vernetzung, Testumgebungen und Fördergelder für junge Gründer.

Europas Vielfalt ist zugleich sein großer Vorteil und sein größtes Hindernis. Denn einerseits können Europäer von unterschiedlichen Kompetenzen und Kulturen – Stichwort: Eurovision Songcontest – profitieren; andererseits macht der Fleckenteppich aus nationalen Regelungen und Standards das grenzüberschreitende Geschäft oft zum Albtraum. Das gilt nicht nur für die Realwirtschaft, sondern auch für das weltumspannende Internet; und EU-Politiker arbeiten seit Jahren an der Schaffung eines „Digitalen gemeinsamen Marktes“, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder gegenüber den USA und Asien zu erhöhen.

Einen wichtigen Schritt in diese Richtung machte die damalige EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, im Juni 2012: Sie startete das sogenannte „Future Internet Public-Private Partnership Programme“ der Europäischen Kommission, mit dem eine cloud-basierte Open Source-Plattform geschaffen werden sollte. Die Investitionen in dieses Projekt erreichten schon bald die beachtliche Summe von 400 Millionen Euro; die Plattform bekam den Namen „Fiware“ und wurde vor kurzem fertig entwickelt. INiTS, ein Inkubator in Wien für Start-ups mit akademischem Hintergrund, gilt in Österreich als der offizielle Hub zum europäischen Fiware-Netzwerk. Doch was kann man sich unter einer "cloud-basierten Open Source-Plattform" eigentlich konkret vorstellen?

Netzwerk, Schnittstelle, Förderungen

Fiware ist ein europäisches Netzwerk, das seinen Mitgliedern nützliche Ressourcen zur Verfügung stellt. So können sie an das Internet of Things andocken, die Sicherheitslücken einer Anwendung schließen, Daten in der Cloud speichern oder ihre Geschäftsideen mit echten Daten einmal durchspielen. Die Daten werden von öffentlichen Institutionen und Unternehmen zur Verfügung gestellt; die inhaltliche Spannbreite reicht von detaillierten demografischen Daten bis zu Vorhersagen über die Ausbreitung von Tierinfektionen oder von zukünftigen Wetterentwicklungen bis zur Nutzung von Fahrrädern. Nützlich ist das etwa für Start-ups aus den Bereichen Smart Cities, eHealth, Logistik oder Tourismus.

In diesem Video erläutern die Initiatoren von Fiware die wichtigsten Elemente des Programms.

Haben die Entwickler ihren Web-Dienst oder ihre App fertig gestellt, so können sie echte Nutzer in ihre Test-Runs einbinden und anhand des Feedbacks ihre Produkte optimieren. Einen weiteren Vorteil sieht Peter Tschuchnig, Startup Consultant des INiTS, in der großen Teilnehmerzahl des Programms: „Die Community, die an Fiware beteiligt ist, umfasst Tausende von Usern“, sagt er: „Das garantiert hohe Visibilität für jedes Projekt, das in Fiware entwickelt wird – inklusive der Sichtbarkeit für mögliche Kunden, Partner oder Investoren.“

Und schließlich gibt es noch bares Geld, welches Start-ups in das Projekt locken soll. Denn für die besten Fiware-Projekte hat die EU einen 80 Millionen Euro schweren Fördertopf angelegt; einzelne Projekte werden mit bis zu 250.000 Euro gefördert.

Entwickler-Woche in Wien

Für Interessierte organisiert INiTS von 26. Bis 30. Mai – parallel zum Pioneers Festival, das am 28. Und 29. 5. stattfindet – im Parkhotel Schönbrunn die „FIWARE Developers' Week“. Dort können Entwickler aus ganz Europa die European Future Internet Cloud für ihre Geschäftsidee nutzen. Programmdetails und Registrierung unter: https://www.inits.at/events/fiware-developersweek

Weitere nützliche Informationen zu Fiware, inklusive der Möglichkeiten für Entwickler und Förderungen für Unternehmen unter diesem Link.

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