Diesel-Gate

Das saubere Image des VWKonzerns ist seit Platzen der Diesel-Affäre in den USA angepatzt, Konzernchef Martin Winterkorn musste den Hut nehmen: Wie es bei Volkswagen jetzt weitergeht.

Diesel-Gate

2008, auf der Pariser Motorshow, glänzten VW und Martin Winterkorn noch mit einem Saubermann-Image. Nun musste Winterkorn zurücktreten.

Bis vor wenigen Tagen hätte Martin Winterkorn wohl eine ausgesprochen positive Zwischenbilanz über das Jahr 2015 gezogen. Der Umsatz stimmte, der Aktienkurs lag stabil auf hohem Niveau, und die Verlängerung seines Vertrags als VW-Chef sollte ihn endgültig zum Sieger in einem Machtkampf küren, den Hauptaktionär Ferdinand Piëch im Frühjahr vom Zaun brach.

Und dann platzte in den USA eine Bombe. VW musste zugeben, bei Dieselabgastests in den USA getrickst zu haben. Rund elf Millionen Dieselautos von VW sind betroffen. Die Aktie erlebte den größten Kurssturz seit 21 Jahren und dem Konzern drohen Strafen in der Höhe von bis zu 18 Milliarden Dollar.

VW-CEO Martin Winterkorn ist bereits zurückgetreten. Sein Nachfolger wird vor allem mit einem beschäftigt sein: den Imageschaden möglichst gering zu halten. Was bei Skandalen in dieser Größenordnung so üblich ist, dauert es nicht lange, bis die eine oder andere Verschwörungstheorie entworfen wird. Und dabei wird freilich VW-Patriarch Ferdinand Piëch wieder ins Spiel gebracht, der erst im April nicht unfreiwillig seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat angetreten hatte.

Die sieben wichtigsten Fragen zum Skandal

1. Warum hat VW bei Tests der Diesel- modelle in den USA geschummelt?

2. Wie groß ist der Schaden für den Volkswagen-Konzern?

3. Ist Diesel jetzt in den USA als Treibstoff aus dem Rennen?

4. Handelt es sich bei dem Skandal um eine Intrige der US-Hersteller?

5. Welche Auswirkungen hat der US-Skandal auf Europa?

6. Warum musste Martin Winterkorn als VW-Boss gehen?

7. Kommt nun Ferdinand Piëch zurück in die Volkswagen-Spitze?

Der Hintergrund

Um die strengen Emissionsziele, die US-Behörden Pkw mit Dieselmotor auferlegen, zu erfüllen, müssen Autohersteller im Abgastrakt des Antriebsstranges eine Nachbehandlung der Verbrennungsrückstände durchführen. Dies geschieht bei den von der Diesel-Affäre betroffenen VW-Modellen entweder durch Einspritzung von Harnstoff (AdBlue) oder durch einen Stickstoffspeicher. Beide Verfahren senken den Ausstoß von Stickoxiden (NOX).

In der Praxis haben beide System jedoch Nachteile für Kunden: Zum einen wird dadurch die tatsächliche Motorenleistung reduziert, zum anderen steigt der Treibstoffverbrauch.

VW hat daher die Software der Abgasnachbehandlung so angepasst, dass diese erkennt, ob das Fahrzeug gerade auf einem Prüfstand einen Test durchläuft oder im Alltag unterwegs ist.

Bei ersterem Fall bleiben die Nachbehandlungssysteme aktiv (geringere NOX-Emissionen), bei letzterem werden sie ausgeschaltet.

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