Deutsche Crowdinvesting-Plattform verstärkt Österreich-Engagement

Deutsche Crowdinvesting-Plattform verstärkt Österreich-Engagement

Companisto, die nach Eigenangabe größte Crowdinvesting-Plattform im deutschsprachigen Raum, verstärkt ihr Österreich-Engagement: Heimische Start-ups müssen nun keine deutsche GmbH mehr gründen, um dort Geld von Investoren einzusammeln. Außerdem sind mehrere Projekte mit hiesigen Unternehmen geplant.

Seit dem Inkrafttreten des Crowdfunding-Gesetzes im vergangenen Jahr erleben alternative Finanzierungsformen in Österreich einen regelrechten Höhenflug. Immer mehr Start-ups, die von herkömmlichen Kreditgebern wie Banken kein Geld bekommen, versuchen, sich auf diesem Weg das notwendige Kapital für ein weiteres Unternehmenswachstum zu verschaffen. Wie format.at exklusiv vorab erfuhr, will nun auch die deutsche Crowdinvesting-Plattform Companisto ihre Tätigkeit im österreichischen Markt verstärken.

„Die Konzentration auf die deutsche Start-up Szene war bisher eine rein strategische Entscheidung von Companisto“, heißt es dazu von Timo Zwinge und David Rhotert gegenüber format.at: „Aufgrund der gesteigerten Dynamik der österreichischen Startup-Szene und der verstärkten Aktivität österreichischer Investoren auf Companisto in Kombination mit der geänderten Gesetzeslage ist der österreichische Markt für Companisto interessant.“ Außerdem haben laut Companisto immer mehr österreichische Start-ups angefragt, ob gemeinsame Kampagnen umgesetzt werden können.

Mehrere Projekte mit österreichischen Start-ups sind daher aktuell in Vorbereitung und sollen in naher Zukunft umgesetzt werden. Der Startschuss wird ab 19.1. gemacht mit einer Finanzierungsrunde für das Wiener Start-up Enio. Das junge Unternehmen betreibt für seine Kunden ein europaweites Ladestellennetzwerk für Elektroautos.

Keine deutsche GmbH mehr notwendig

Durch das Crowdfunding-Gesetz und die strategische Ausrichtung auf Österreich ist es nun nicht mehr nötig, dass Österreicher eine deutsche GmbH gründen, um ein Crowdinvesting-Programm auf der deutschen Plattform zu starten. Nun können auch österreichische Unternehmen dort um das Geld der Crowd-Investoren buhlen.

Nach Eigenangabe ist Companisto die größte Crowdinvesting-Plattform im deutschsprachigen Raum, mit einem Investitionsvolumen von 25 Millionen Euro und knapp 50.000 registrierten Investoren. Zum Vergleich: Die 2012 gegründete österreichische Plattform conda.at gewann 2015 rund 3300 neue Investoren hinzu - ein Plus von 191 Prozent zum Vorjahr - und steigerte das Transaktionsvolumen 2015 um 307 Prozent auf 5,7 Millionen Euro.

Rapid ist österreichischer Crowdinvesting-Meister

Im Jahr 2015 realisierte Companisto eine Crowdfunding-Kampagne für das Start-up FREYGEIST aus Wien, bei der 1,5 Millionen Euro investiert wurden. FREYGEIST produziert e-Bikes im Rennrad-Look. Der bisher größte österreichische Crowdinvesting-Erfolg ist der "Rapid InvesTor" des SK Rapid über conda.at, der über zwei Millionen Euro einsammelte.

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