China: Militärparade gegen die Krise

Mit einer gigantischen Militärparade feiert China am Donnerstag den 70. Jahrestag der Niederlage Japans und das Ende des Zweiten Weltkriegs. 12.000 Soldaten, 500 Panzer, 200 Kampfjets und Atomraketen sollen die Macht Chinas demonstrieren. Sie können aber nicht davon ablenken, dass es mit Chinas Wirtschaft weiter abwärts geht.

China: Militärparade gegen die Krise

An gigantomanischen Militärparaden hat man in China schon einiges gesehen. Nun aber will sich die Regierung in Peking offenbar selber überbieten und bereitet die Mutter aller Paraden, die größte jemals in der Geschichte der Volksrepublik abgehaltene Militärparade vor. Am Donnerstag werden 12.000 Volksarmee-Soldaten, 500 Panzer, 200 Kampfjets und selbstredend auch Atom-Interkontinentalraketen auf und über der "Straße des Ewigen Friedens" paradieren.

Offizieller Anlass der Mega-Parade ist der 70. Jahrestag der Kapitulation Japans und des Endes des Zweiten Weltkriegs. Es ist vor allem Japans Niederlage, die China genüsslich zelebriert und anlässlich derer man die militärischen Muskeln spielen lässt und die eigene Stärke sowie die Autorität von Staats- und Parteichef Xi Jinping demonstriert. Nach außen hin geht es China auch darum, Stärke als internationale Militärmacht und natürlich auch als Wirtschaftsmacht zu demonstrieren.

Gerade mit dem letzten Punkt tut sich China aktuell allerdings schwer. Der Schrumpfkurs der chinesischen Wirtschaft und die wenig Hoffnung versprechenden Wirtschaftsdaten bereiten der Weltwirtschaft gegenwärtig mehr Ohrensausen als alle 200 Kampfjets, die am Donnerstag zum Start der Parade über Peking schwirren werden.

Das Ende eines Wirtschaftswunders

Immer deutlicher bekommt die Industrie in China die schwächere Nachfrage aus dem In- und Ausland zu spüren. Viele Unternehmen haben mit Überkapazitäten zu kämpfen und müssen die Preise senken, was wiederum ihre Gewinne schmälert. Die Beschäftigungszahlen in der Industrie gingen bereits den 22. Monat in Folge zurück. Die Industrieproduktion ist im August ein weiteres Mal zurückgegangen.

Die Führung in Peking hat das Ziel für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf sieben Prozent gedrückt. 2014 lautete es noch 7,4 Prozent. Einige Experten vermuten jedoch, dass die tatsächlichen Wachstumsraten bereits jetzt deutlich niedriger sind.

Die Aktienmärkte des Landes halten die Finanzwelt seit Wochen in Bann. Seit Mitte Juni sind sie trotz unerwarteter Maßnahmen der Regierung um fast 40 Prozent abgerutscht. Anleger haben bereits geschätzte 200 Milliarden Dollar versenkt. Die chinesische Notenbank, die den Wechselkurs des Yuan in Grenzen kontrolliert, hatte die Landeswährung am 11. August erstmals seit 20 Jahren abgewertet und will nun gegen Spekulationen auf die weiter an Wert verlierende Landeswährung vorgehen. Die schwierige wirtschaftliche Lage in China wird auch Thema beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie-und Schwellenländer am Freitag und Samstag in Ankara sein.

Aufstieg zur Weltmacht

Die Schwäche Chinas kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, zumal sich die Weltwirtschaft gerade erst von der lange anhaltenden Krise zu erholen begonnen hat. China war in Zeiten der Krise das Land, in dem alles möglich war, der Garant für Hoffnung und Wachstum. In knapp 40 Jahren, seit dem Beginn der 1978 vom damaligen Machthaber Deng Xiaoping eingeleiteten Reformen, ist das Riesenland von einem der Armenhäuser der Welt zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde aufgestiegen. Ende der 1970er Jahre lag das Pro-Kopf-Einkommen in China noch bei mageren 76 Dollar. Heute liegt es bei 6.900 Dollar. Das BIP des Landes ist in der Zeit von 44 Milliarden Dollar auf 9.400 Milliarden Dollar gestiegen, das Außenhandelsvolumen ebenfalls von 44 Milliarden Dollar auf über vier Billionen Dollar.

Jetzt aber zeigt sich, dass der Traum vom ewigen großen Wirtschaftswachstum auch in China nur eine Chimäre ist. Die westlichen Unternehmen, für die China seit Jahrzehnten eine Bank war, sofern man sich mit den dortigen Behörden und Verhältnissen arrangiert hatte, müssen ihre Ziele zurückschrauben. In China, so scheint es, stellen sich normale Verhältnisse einer erwachsenen Volkswirtschaft ein.

Unternehmen, Anleger und Investoren, die mit mehr spekuliert haben sind nervös, und daran wird auch die größte Militärparade seit Menschengedenken nichts ändern.

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