China plant neues Konjunkturprogramm

China plant neues Konjunkturprogramm

Befehlsausgabe: Chinas Regierung ordnet ein neues Investitionsprogramm an.

Nach dem Börsencrash will Chinas Regierung nun weitere Maßnahmen ergreifen, um auch die Realwirtschaft anzukurbeln. Der Bauboom soll weiter befeuert werden. Banken sollen Anleihen zur Finanzierung von Bauprojekten ausgeben.

China plant einem Medienbericht zufolge ein weiteres milliardenschweres Konjunkturprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft.

Zwei staatliche Förderbanken, die China Development Bank und die Agricultural Development Bank of China, sollen Anleihen im Wert von einer Billion Yen (150 Mrd. Euro) ausgeben, eine weitere staatliche Bank werde diese Anleihen kaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Der Chefvolkswirt der Bank Mizuho Securities Asia in Hongkong hatte laut Bloomberg am Montag geschrieben, die Regierung in Peking bereite offenbar ein großes Konjunkturpaket vor - ansonsten würde das Wachstum schlimmer noch als in der Finanzkrise 2008 einbrechen.

2008 hatte China ein Konjunkturpaket in Höhe von vier Billionen Yen aufgelegt, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im vergangenen Jahr nur um 7,4 Prozent gewachsen, das war der niedrigste Zuwachs seit 1990. In diesem Jahr legte das BIP im ersten Halbjahr um 7,0 Prozent zu. Die chinesische Zentralbank hat bereits vier Mal seit November die Zinsen gesenkt, um das Wachstum anzuschieben.

Weiteres Wachstum erwartet

So wie voestalpine-CEO Wolfgang Eder, der "keine Eintrübung, auch nicht in der chinesischen Automobilindustrie" erkennen will, sehen auch andere Vertreter der Industrie die aktuelle Schwäche Chinas nicht als Risiko. Werner Deggim, Vorstandschef des Autozulieferers Norma, geht etwa weiter von einem prozentual zweistelligen Wachstum aus. In der Region Asien-Pazifik, die im Wesentlichen vom China-Geschäft getragen wird, stieg der Umsatz des Unternehmens im ersten Halbjahr um 25 Prozent.

Roboter- und Anlagenbauer Kuka sieht ebenfalls keinen Grund zur Sorge. "Wir sehen keine Anzeichen für einen Abschwung oder eine Abschwächung", sagt Vorstandschef Till Reuter. Das Geschäft der Augsburger in der Volksrepublik werde sich in den nächsten Monaten weiter dynamisch entwickeln. Der Schub komme dabei allerdings aus anderen Industriezweigen als der Autobranche, aus der die wichtigsten Kunden von Kuka kommen. Die Roboterdichte sei dort noch vergleichsweise gering, das Potenzial für Automatisierung deshalb riesig. "Für uns ist China einer der wichtigsten Wachstumsmärkte langfristig."

Insgesamt laufe für Kuka das China-Geschäft gut, sagte der Vorstandsvorsitzende. In der Volksrepublik erzielt der Ausrüster den Angaben zufolge einen Anteil am Gesamtumsatz zwischen 13 und 14 Prozent, knapp jeder fünfte Auftrag kommt von dort.

Chinas Dienstleitungssektor legte dank eines guten Neugeschäfts im Juli so stark zu wie seit elf Monaten nicht mehr. Der am Mittwoch veröffentlichte Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex für die Dienstleistungsbranche (PMI) stieg im Juli auf 53,8 von 51,8 im Juni. Das ist das höchste Niveau seit August 2014. Ein Wert über 50 Punkte signalisiert Wachstum.

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