AB Inbev schluckt SABMiller für fast 100 Milliarden Euro

AB Inbev schluckt SABMiller für fast 100 Milliarden Euro

AB Inbev hat für SAB Müller drei Mal kräftig nachschenken müssen.

In der Brauereibranche wird kräftig eingeschenkt. Der weltgrößte Bierkonzern AB Inbev hat es nun geschafft: Die Belgier übernehmen den direkten Rivalen SABMiller. Und legen nochmals vier Milliarden Euro zum letzten Angebot nach. Die Wettbewerbshüter werden sich den Mega-Deal noch anschauen müssen. Die Nummer 3 Heineken setzt hingegen auf Regionalität: Die Holländer übernehmen prominente regionale Biermarken vom britischen Spirituosenkonzern Diageo.

Leuven/London/Amsterdam. O'zapft ist's: Anheuser-Busch InBev hat nun SABMiller übernommen. Im letzten Angebot hat der belgisceh Weltmarktführer nochmals kräftig nachgeschenkt und das Angebot um rund vier Milliarden Euro erhöht. Inbev zahlt für die Nummer 2 nun rüber 96 Milliarden Euro (71 Milliarden Pfund).

Erst in der Vorwoche hatte Anheuser-Busch Inbev (AB Inbev) sein Angebot schon einmal um 4,7 Milliarden Euro erhöht (3,5 Milliarden) und rund 92 Milliarden Euro geboten .Der weltgrößte Bierkonzern lässt nicht locker und hat sein Angebot für die Übernahme von SABMiller nochmals erhöht. AB Inbev bietet nun je Aktie des britischen Bierkonzerns 42,15 britische Pfund (57 Euro), wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Das entspricht einem Gesamtbetrag von gut 68 Mrd. Pfund (92 Mrd. Euro). AB Inbev hatte zuletzt rund 40 Pfund je Aktie geboten. Der Marktführer hat somit sein Angebot am weltweite zweitgrößten Bierkonzern nochmals um rund 3,5 Milliarden Pfund erhöht.

Dsa dritte Angebot war dem Management von SABMiller am vorigen Mittwoch noch zu niedrig. Es sei "substanziell" unterbewertet, hieß es damals noch. Das sei "ein attraktiver Aufschlag von 44 Prozent" rechnet hingegen AB Inbev vor. Das Angebot wurde formell geprüft. Am Mittwochnachmittag kam dann prompt die Ablehnung von SAPMiller. Analysten hatten davor bereits erwartet, dass AB Inbev sein Angebot wohl noch ein weiteres Mal, also nun das vierte Angebot legen muss. Mit dem ersten Angebot hatte Inbev 38 Pfund geboten.

Der neue Bierkonzern - laut AB Inbev eine "wahrhaft globale Brauerei" , käme demnach auf einen Jahresumsatz von 64 Milliarden Dollar, bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 24 Milliarden Dollar.

Zwei statt drei Big Player

Der internationale Biermarkt ist derzeit kräftig in Bewegung. Während AB Inbev seinen direkten Rivalen übernimmt, hat der Branchendritte Heineken verstärkt lokale Bierbrauer im Visier.

AB Inbev mit Hauptsitz in Belgien braut unter anderem Budweiser, Corona, Brahma, Beck's, Hasseröder, Spaten- und Löwenbräu, Franziskaner, Diebels, Leffe und Stella Artois. AB Inbev ist vor allem in Mittel- und Südamerika stark vertreten. Überschneidungen gibt es in den USA und China.

Unter dem Dach von SABMiller werden Miller, Grolsch, Pilsner Urquell, Kozel, Tyskie, Peroni und Foster's gebraut. Schätzungen zufolge könnte das Geschäft ein Volumen von 130 Mrd. Dollar (115,7 Mrd. Euro) erreichen. SABMiller hat seinen Fokus vor allem auf Länder im afrikanischen und asiatisch-pazifischen Raum.

Jedes weltweit dritte gebraute Bier würde demnach von dem neuen Mega-Bierkonzern gebraut. Die Kartellbehörden sind bereits alarmiert. Sie werden den Mega-Deal genau unter die Lupe nehmen. Besonders in den USA rechnen Analysten damit, dass die Unternehmen größere Beteiligungen verkaufen müssten, um den Deal bei Wettbewerbshütern durchzubringen.

Die Übernahme von SABMiller durch AB Inbev wäre der größte Deal in diesem Jahr und eine der größten Übernahmen in der Wirtschaftsgeschichte. AB InBev war 2008 aus der Fusion der belgisch-brasilianischen InBev-Gruppe mit dem US-Braukonzern Anheuser Busch entstanden.

Heineken setzt auf regionale Player

Der Drittplatzierte der Brauereibranche, Heineken (Amstel, Desperados, Sol, Cruzcampo, Gold sowie in Österreich über die Brauunion u.a. Gösser, Zipfer, Schwechater, Puntigamer) aus den Niederlanden, gerät mit den seit Anfang September kolporierten Avancen der Nummer eins gegenüber des Branchenzweiten noch stärker unter Druck.

Heineken hat aber just zum Tag des dritten Übernahmeangebots von AB Inbev vorigen Mittwoch selbst gehandelt. Die Holländer setzen auf eine regionale Strategie. Heineken hat dem britischen Spirituosenkonzern Diageo Teile seines Biergeschäfts abgekauft. Für mehrere Beteiligungen bezahlt der Brauer insgesamt 696 Millionen Euro. Heineken will damit sein Standbein in Märkten wie Südostasien und der Karibik stärken, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

Der holländische Bierkonzern hat von Diageo den Mehrheitsanteil (57,9%) an dem jamaikanischen Getränkeunternehmen D&G übernommen, dem unter anderem die Bier-Marken Red Stripe und Dragon gehören. Heineken hat mit dieser Aquisition seinen Anteil an D&G auf 73,3 Prozent erhöht. Heineken hat gleichzeitig ein Pflichtoffert an die restlichen D&G-Aktionäre (26,7% der Aktien) gestellt. Die noch ausstehenden Anteile sind 194 Millionen Dollar wert.

Zudem kaufen die Niederländer Diageo aus dem Bierunternehmen GAPL heraus, das in Malaysia und Singapur Marken wie Tiger, Anchor oder auch Guinness vertreibt.

In Ghana hat Heineken vorige Woche gleichzeitig mit den anderen Deals seinen 20-Prozent-Anteil an Guinness Ghana Breweries Limited (GGBL) an Diageo verkauft.

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