Hypo-Debakel beschert BayernLB 2014 Milliardenverlust

Hypo-Debakel beschert BayernLB 2014 Milliardenverlust

Wegen dem Hypo-Debakel hat die BayernLB ein miserables Ergebnis eingefahren. Scharfe Kritik üben die Bayern an Österreich. Bankchef Riegler meint zur Hypo-Gläubigerbeteiligung: "Waren fassungslos, aber nicht überrascht." Die Risikovorsorge der BayernLB stieg um mehr als 1 Milliarde auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Der Verkauf von MKB in Ungarn belastet zudem das Ergebnis.

München/Klagenfurt/Wien Die BayernLB will nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr mit allen Mitteln um die Rückzahlung ihrer Geldforderungen aus Österreich kämpfen. Der Umgang der österreichischen Regierung mit den Gläubigern der einstigen Bank Hypo Alpe Adria sei in jeder Hinsicht inakzeptabel und rechtswidrig, kritisierte BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler am Mittwoch in München.

"Wir waren fassungslos, aber nicht überrascht." Die Rückzahlung der Kredite werde aber weiterhin auf allen juristischen Wegen vor Gericht geltend gemacht.

Riegler sparten nicht mit Kritik an Österreichs Regierung: "Ich mag das Land, ich mag die Leute und ich freu' mich, wenn ein Österreicher beim Skispringen gewinnt." Die derzeitige Regierung habe Österreich aber nicht verdient.

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) wiederholte am Mittwoch indes in deutscher Sprache, was er schon der Vorvorgängerin des jetzigen heimischen Finanzministers Hans Jörg Schelling, Maria Fekter (beide ÖVP), sagte: "Wir wollen unser Geld zurück."

BayernLB wartet seit Jahren auf Rückzahlung

Die BayernLB wartet seit Jahren vergeblich auf die Rückzahlung von 2,4 Mrd. Euro von ihrer einstigen Tochter Hypo und musste nun in ihrer Bilanz Geld für einen drohenden Zahlungsausfall aus Österreich zur Seite legen. Dadurch stieg die Risikovorsorge für das Jahr 2014 um mehr als eine Milliarde Euro auf knapp 1,5 Mrd. Euro. Ein weiterer großer Verlustbringer war die ungarische Tochter MKB, bei deren Verkauf die Landesbank viel Geld drauflegen musste. In Summe führten die beiden Effekte für das Jahr 2014 zu einem Verlust von rund 1,3 Mrd. Euro.

Damit habe BayernLB ihre Altlasten nun aber weitgehend bereinigt, sagte Riegler. "Wir können den Blick jetzt nach vorne richten." In ihrem Kerngeschäft, der Finanzierung mittelständischer Unternehmen, kam die Landesbank erneut gut voran. Der Vorsteuergewinn in dem Bereich legte um 41 Prozent auf knapp 670 Mio. Euro zu.

Die BayernLB stand nach Milliardenverlusten im Jahr 2008 vor der Pleite und musste mit Hilfe des Freistaats Bayern gerettet werden. Bis zum Jahr 2019 muss die Bank auf Druck der EU-Kommission 5 Mrd. Euro Staatshilfe an den Freistaat Bayern zurückzahlen. Rund 2,7 Mrd. Euro davon sind nach Angaben der Bank bereits geschafft.

Hypo-Pleite bleibt Bedrohung

Der Milliardenstreit mit Österreich bleibt aber weiterhin eine Bedrohung für die BayernLB, da die Risikovorsorge zunächst nur rund die Hälfte der Forderungen betrifft. "Da sind wir noch nicht ganz am Ende", sagte Riegler mit Blick auf den laufenden Streit, der im Mai auch wieder das Münchner Landgericht beschäftigt.

Nach ihrem Milliardenverlust will die BayernLB weitere Rückzahlungen für ihre Notrettung vor sieben Jahren an den Freistaat Bayern leisten. Von den geforderten 5 Mrd. Euro seien bisher 2,7 Mrd. Euro geschafft, sagte Landesbankchef Riegler. Bis 2019 muss die Landesbank auf Druck der EU-Kommission weitere 2,3 Mrd. Euro zurückzahlen.

"Wir werden alles tun, das zurückzuzahlen, was wir versprochen haben", sagte Riegler. An der Rate von 430 Mio. Euro im laufenden Jahr will er nicht rütteln. Auch in der Zukunft will Riegler etwa zwei Drittel des Gewinns aus dem Kerngeschäft dem Freistaat zurückzahlen und so die Restschuld abtragen.

In ihrem Kerngeschäft komme die Landesbank gut voran und wolle ihren Verpflichtungen nachkommen. Ein Verkauf der Direktbank DKB stehe in dem Zusammenhang nicht zur Diskussion.

Bayern hatte die Landesbank 2008 mit Milliardenhilfen vor der Pleite gerettet. Bis heute plagt sich die Landesbank aber mit Auslandsaltlasten, allen voran der Kärntner Hypo, herum, die ihr auch im vergangenen Jahr die Bilanz verhagelten und zu einem Verlust von 1,3 Mrd. Euro führten.

Von den Problemen mit der Hypo sind inzwischen auch etliche andere Banken in Deutschland betroffen, da Österreich die Abwicklungsanstalt der maroden Bank Anfang des Monats stillgelegt und Zahlungen an die Gläubiger auf Eis gelegt hatte. Hierzulande zittern die Landeshypos und mit ihnen die Bundesländer um Millionen.

Die deutschen Geldhäuser verlangen nach einem Bericht des "Handelsblatts" in der Auseinandersetzung mit Österreich nun Unterstützung durch die Regierung in Berlin. In einem Brief an das Finanzministerium fordere der Dachverband Deutsche Kreditwirtschaft, bei der Europäischen Kommission gegen das Verhalten Österreichs vorzugehen. "Die Deutsche Kreditwirtschaft sieht mit großer Sorge, wie die Maßnahmen der Republik Österreich im Zusammenhang mit der Krise der Hypo Alpe Adria das Vertrauen in die Verlässlichkeit staatlicher Institutionen als Garanten eines stabilen Finanzmarktes nachhaltig schwächen können", zitiert das "Handelsblatt" aus dem Schreiben.

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