Automobilhersteller: Volkswagen überholt Toyota

Automobilhersteller: Volkswagen überholt Toyota
Automobilhersteller: Volkswagen überholt Toyota

Im ewigen Duell der größten Automobilhersteller hat sich Volkswagen an die Spitze gesetzt.

Volkswagen hat im ersten Halbjahr 5,04 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit Toyota als größten Automobilhersteller der Welt abgelöst. Die Japaner haben von ihren Marken Toyota, Daihatsu und Hino in den vergangenen sechs Monaten 5,02 Millionen Autos verkauft.

Der deutsche Volkswagen-Konzern darf sich wieder rühmen, der größte Automobilhersteller der Welt zu sein. Nach Vorlage der Verkaufszahlen für das erste Halbjahr 2015 hat der Konzern mit seinen zwölf Marken, darunter VW, Porsche, Audi, Seat und Skoda, in Summe 5,04 Millionen Fahrzeuge verkauft. Der japanische Konkurrent hat es mit seinen drei Marken Toyota, Daihatsu und den in Europa nicht erhältlichen Hino auf 5,022 Millionen gebracht.

Toyota musste damit auch einen leichten Absatzrückgang hinnehmen. Gegenüber dem Vorjahr steht ein Minus von 1,5 Prozent. Vor allem der Kleinwagenhersteller Daihatsu schwächelte. Der Grund ist vor allem eine schwächere Nachfrage nach PKW in Japan und in Südostasien, wo Toyota der Marktführer ist. Die Wolfsburger konnten damit den Absatzrückgang auf 0,5 Prozent begrenzen. Das reichte, um an die Weltspitze zu rücken. Nummer Drei blieb General Motors. Der Autobauer aus Detroit verkaufte rund 4,8 Millionen Autos.

Allerdings hat auch der Volkswagen-Konzern seine Baustellen. Eine neue ist China, wo der Wolfsburger Konzern zuletzt rund ein Drittel seiner Fahrzeuge absetzen konnte. Im ersten Halbjahr rollten in China 1,3 Millionen Neuwagen der Marke VW auf die Straße - 6,7 Prozent weniger.

China belastet das Ergebnis

Weil das China-Geschäft bei VW nicht im Betriebsergebnis ausgewiesen wird, sondern nur als Beteiligungsergebnis im Vorsteuergewinn, rechnen von der Agentur Reuters befragte Analysten mit Raum für positive Überraschungen: Der operative Gewinn dürfte im zweiten Quartal um 4,5 Prozent auf fast 3,5 Milliarden Euro gestiegen sein. Für das Ergebnis vor Steuern (EBT) und den Nettogewinn gehen die Experten dagegen von Rückgängen von knapp acht beziehungsweise sechs Prozent aus. Spekulationen, dass VW aus China gut eine Milliarde Euro weniger Gewinn erwartet, halten sich hartnäckig.

Wie hoch der Ergebnisanteil aus der Volksrepublik liegt, ist bei VW ein gut gehütetes Geheimnis. Autoexperte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler schätzt, dass 35 Prozent des Nettogewinns aus China stammen, 55 Prozent aus Europa. Arndt Ellinghorst von Evercore ISI geht davon aus, dass die chinesischen VW-Beteiligungen - die Wolfsburger betreiben Gemeinschaftsunternehmen mit den lokalen Partnern FAW und SAIC - im zweiten Quartal rund 1,2 Milliarden Euro abgeworfen haben, nach 1,15 Milliarden im Startquartal.

Stärker im Fokus des Marktes als die Absatzzahlen steht indes die Gewinnentwicklung - bei der Profitabilität hatte Toyota zuletzt immer die Nase vorn. Volkswagen gibt am (morgigen) Mittwoch Einblick in seine Bilanz für das erste Halbjahr.

An den Börsen mussten die beiden Autohersteller zuletzt Federn lassen. Volkswagen hat seit dem 52-Wochen-Hoch am 16. März 2015 von 247,55 Euro ein Viertel des Werts verloren und notiert nun bei 189,25 Euro. Das 52-Wochen-Tief vom 10. Oktober 2014 liegt bei 150,70 Euro.

Bei der Volkswagen-Aktie ist der lange anhaltende Höhenflug abgerissen. In den vergangenen vier Monaten hat das Papier 25 Prozent an Wert verloren.

Bei Toyota ist der Kursverlust noch geringer. Ihr 52-Wochen-Hoch hatte die Aktie am 23. März 2015 bei 145,32 Dollar. Aktuell notiert das Papier bei 131,79 Dollar, was einem Kursverlust von 9,4 Prozent entspricht. Auch Toyota hatte das 52-Wochen-Tief im Oktober 2014. Am 17. des Monats notierte die Aktie bei 109,79 Dollar.

Toyota hat sich über die vergangenen zweieinhalb Jahre gut entwickelt, in den letzten vier Monaten hat die Aktie gegenüber dem 52-Wochen-Hoch allerdings rund zehn Prozent an Wert verloren.

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