ifo-Institut: Corona kostet Europa Hunderte von Milliarden Euro

Das deutsche Wirtschaftsinstitut ifo hat erstmals die Kosten für den Produktionsausfall von 6 Ländern errechnet, die bisher besonders von der Corona-Krise getroffen wurden - darunter auch Österreich,

ifo-Institut: Corona kostet Europa Hunderte von Milliarden Euro

Die Corona-Krise wird nach ersten Berechungen vom ifo-Institut die Länder Europas Hunderte von Milliarden Euro kosten. „Neben medizinischen sprechen auch ökonomische Gründe dafür, massiv in den Gesundheitsschutz zu investieren. So lässt sich die Epidemie eindämmen – und gleichzeitig könnten wir danach Schließungen von Schulen und Betrieben schrittweise aufheben“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest.

Das ifo-Institut hat dabei die Kosten für Österreich, die Schweiz, Italien, Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich untersucht.

Der ifo-Chef weist bereits auf die Zeit nach der Corona-Krise: „Dringlich sind auch Vorkehrungen in den Unternehmen, die es erlauben, eine Wiederaufnahme der Produktion mit einer weiteren Eindämmung der Epidemie zu verbinden.“ Wenn die Firmen für länger als einen Monat geschlossen blieben, würden "die Produktionsausfälle schnell Dimensionen erreichen, die deutlich jenseits der Wachstumseinbrüche liegen, die aus früheren Rezessionen oder Naturkatastrophen in der Geschichte der Europäischen Union bekannt sind.“

Die Berechnung zeigt auf, wie viel Wertschöpfung entfällt, wenn die Produktion unterbrochen ist. Zusätzlich wurden die Folgekosten geschätzt, die durch eine verzögerte Rückkehr zu normaler wirtschaftlicher Tätigkeit oder durch dauerhafte Beeinträchtigungen entstehen. Dazu zählten auch Pleiten oder auch Verluste von Geschäftsbeziehungen während der Krisenzeit.

Für Österreichs Wirtschaft sieht das ifo Institut Kosten von 34 bis 57 Milliarden Euro bei einer Teilschließung von zwei Monaten. Das verringert die Jahreswachstumsrate zwischen 8,5 und 14,2 Prozentpunkten. Bei drei Monaten erreichen die Kosten bereits 47 bis 83 Milliarden Euro oder 11,9 bis 20,9 Prozentpunkte Wachstumsverlust. Eine einzige Woche Verlängerung verursacht in Österreich zusätzliche Kosten von 3 bis 7 Milliarden Euro und damit einen Rückgang des Wachstums von 0,8 bis 1,7 Prozentpunkten. Eine Verlängerung von einem auf zwei Monate erhöht die Kosten um bis zu 26 Milliarden Euro oder 6,6 Prozentpunkte Wachstum.

Die Corona-Kosten

Kosten (Teilschließung 2 Monate)* Rückgang Jahres- wachstumsrate** Kosten (Teilschließung 3 Monate)* Rückgang Jahres- wachstum** Kosten für Verlängerung (pro Woche)* Rückgang des Wachstums** Verlängerung (um 1 auf 2 Monate)* Wachstums- verlust**
Österreich 34 bis 57 8,5 - 14,2 47 bis 83 11,9 - 20,9 3 bis 7 0,8 - 1,7 26 6,6
Schweiz 49 bis 81 7,8 - 12,9 69 bis 119 11,0 - 19,0 5 bis 10 0,8 - 1,5 38 6,1
Italien 143 bis 234 8,0 - 13,1 200 bis 342 11,2 -19,1 14 bis 27 0,8 -1,5 108 6,3
Spanien 101 bis 171 8,1 - 13,8 141 bis 250 11,3 - 20,0 10 bis 20 0,8 - 1,6 78 6,1
Frankreich 176 bis 298 7,3 - 12,3 247 bis 436 10,2 - 18,0 18 bis 35 0,7 - 1,4 138 5,7
Großbritannien 193 bis 328 7,7 - 13,0 271 bis 480 10,7 bis 19,0 19 bis 38 0,8 - 1,5 152 6,0

*Angaben in Milliarden **in Prozentpunkten

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Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich und Member of the Management Board. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

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