Instagram kupfert Funktionen von Konkurrent Snapchat ab

Instagram kupfert Funktionen von Konkurrent Snapchat ab

Tech-Unternehmen ahmen bei Innovationen oft ihre Konkurrenten nach. Die neue Funktion bei Instagram erinnert stark an Snapchat.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg versuchte einst, Snapchat zu kaufen und scheiterte mit dem Versuch, eine ähnlichen App zu starten. Jetzt hat sein Tochterunternehmen Instagram ähnliche Features selbst präsentiert. Welches Ziel damit verfolgt wird, wie das Tool funktioniert und wann das weltweite Rollout stattfinden soll.

Neue Funktion von Konkurrenz übernommen

Instagram-Chef Kevin Systrom hat freimütig eingeräumt, dass die neue "Stories"-Funktion seiner Foto-App vom Konkurrenten Snapchat abgekupfert ist. "Ihnen gebührt all der Verdienst", sagte der 32-Jährige dem Branchenportal "Techcrunch" mit Blick auf die Pionierarbeit von Snapchat.

Am Dienstag hatte Instagram das namensgleiche Feature präsentiert, bei dem Nutzer Fotos und Video für eine Slideshow zusammenstellen können. Die Bilder können - ähnlich wie bei Snapchat - kreativ bearbeitet, also etwa durch Kritzeleien, Emojis oder Sprechblasen ergänzt werden. Zudem verschwinden die Inhalte ebenfalls nach 24 Stunden und sind somit nicht mehr abrufbar.

Nachahmungen von Konkurrenten

Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der im Jahr 2012 Instagram für 737 Millionen Dollar übernommen hatte, wollte später den - besonders bei jungen Leuten beliebten - Konkurrenten Snapchat schlucken. Zunächst eine Milliarde Dollar hatte Facebook-CEO im Jahr 2013 den Snapchat-Machern nur zwei Jahre nach Gründung ihres Start-ups geboten. Später hatte Zuckerberg nachgelegt. Aber auch für rund 3 Mrd. Dollar (2,7 Mrd. Euro) waren die Snapchat-Erfinder nicht zu erweichen und lehnten dankend ab. Danach blieben Versuche von Facebook, dem Rivalen Snapchat eine eigene App mit verschwindenden Bildern entgegenzusetzen - erfolglos.

Auch wenn es sonst vielleicht nicht so offen kommuniziert wird, ist es recht geläufig, dass die großen Tech-Unternehmen Innovationen der Konkurrenz übernehmen. So sind die Feed-Funktionen von Facebook oder die Hashtags von Twitter inzwischen auf sämtlichen Social-Media-Kanälen geläufig.

Snapchat als Vorreiter

Die Foto-App Instagram ging 2010 an den Start und kommt auf über 500 Millionen Nutzer. Snapchat wurde im Folgejahr gegründet und verbucht 150 Millionen tägliche User. Die App, die mit den selbstlöschenden Bildern populär geworden ist, bietet seit kurzer Zeit auch die Möglichkeit, Fotos zu speichern. Nach Informationen vom Mittwoch prüft das Unternehmen auch eine neue Werbeform, bei die Nutzer etwa Barcodes scannen und so Produktinformationen erfragen können.

So funktionieren die neuen Instagram-Stories

Durch das neue Feature von Instagram sollen die Benutzer dazu animiert werden, mehr Inhalte aus ihrem Leben mit ihren Followern zu teilen und zu posten. Dabei funktioniert die Anwendung vom Prinzip her gleich wie bei Snapchat. Beim Newsfeed in Instragram werden dann die Stories der Benutzer angezeigt. "Sie enthalten alle Fotos und bis zu zehn Sekunden lange Videos, die innerhalb der letzten 24 Stunden gepostet wurden und nach dem Antippen einer Story wird diese im Vollbildmodus abgespielt.

Anders als bei Snapchat, führt ein Klick auf die linke Displayhälfte zu einem früheren Post. Auch können die Inhalte in den Stories nicht geliked, dafür aber Nachrichten verschickt werden, " so Tina Bauer, Redakteurin bei OnlineMarketing.de.

Wer die Stories sehen darf und wer nicht, entscheidet der Benutzer selbst. Ist das Profil privat, so können nur die Follower an der Geschichte teilnehmen. Ist das Profil öffentlich, so kann die breite Öffentlichkeit die Story sehen.

Die Funktion ist im Moment noch nicht in jedem Land verfügbar. "Das weltweite Rollout findet in den kommenden Wochen durch ein iOS- sowie Android-Update statt," so Bauer.

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