Innovationen heben Unternehmenskäufe auf Rekordhöhe

Innovationen heben Unternehmenskäufe auf Rekordhöhe

Im Jahr 2016 wurde für den Kauf von innovativen Unternehmen so viel bezahlt wie nie zuvor. Der M&A-Index 2016 von Deloitte sieht in Innovationen den Hauptbeschleuniger für M&A-Deals. Begehrt sind Unternehmen vor allem aus dem Bereich "Internet of Things". Auch in Österreich halten Investoren Ausschau nach innovationsgetriebenen Unternehmen.

Fusionieren und zukaufen statt selbst entwickeln - das ist die Devise von vielen Unternehmen, die schnell wachsen wollen, aber sich gleichzeitig auch mit der letzten Technologie sowie dem zugrunde liegenden Knowhow versorgen wollen, sollte dies nicht im eigenen Unternehmen vorhanden sein.

Innovationen sind dabei immer mehr ein Treiber für die sogenannten Mergers & Aquisitions (M&A), um ein komplettes Unternehmen sich zu schnappen. Nach einer Erhebung des Beratungsunternehmens Deloitte haben vor allem unter dem Stichwort "Internet of Things" die M&A-Deals weltweit einen Rekordstand erreicht. So haben im Jahr 2016 die von Innovationen getriebenen Deals einen Transaktionsaktionswert von insgesamt über 291 Milliarden Dollar (246,6 Mrd. Euro) erreicht. Das ist etwa ein Elftel der gesamten im Jahr 2015 angekündigten Transaktionen. Der Gesamtwert aller M&A-Deals belief sich auf 3.200 Milliarden Dollar.

Im Vergleich zu den Zahlen von 2015 bedeutet das zwar eine leicht rückläufige Tendenz. Die innovationsgetriebenen Deals haben sich gegenüber dem Jahr 2012 vervierfacht. Alleine im Vorjahr wurde das Volumen nochmals um satte 100 Millionen Dollar ( 100 Prozent) erhöht

Spitzenreiter bei den Deals sind Firmenaufkäufe im Bereich "Interent of Things" (86 Mrd. Dollar), Digitalisierung & Social Media (46 Mrd. Dollar), Dienstleistungen im Bereich Finanzen (Fintechs mit 7,1 Mrd. Dollar), Robotor-Technologie (Robotics mit 6,9 Mrd. Dollar), Big Data und kognitive Datenanalyse (6,5 Mrd. Dollar) sowie Künstliche Intelligenz (KI, mit 3,1 Mrd. Dollar).

Der Wert der M&A-Deals insgesamt beläuft sich auf Spitzenreiter bei Unternehmenstransaktionen ist die USA. Europa und Österreich haben aber laut Deloitte bei Deals die infolge von Innovationen ausgelöst wurden aufgeholt. Seit dem Jahr 2012 hat sich der Wert dieser M&A-Deals vervierfacht.

„Disruptive Technologien wirken sich maßgeblich auf die Entwicklung von branchenübergreifenden Geschäftsmodellen aus", sagt Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich. "Das erleichtert den Markteinstieg für zahlreiche neue Wettbewerber.“

Viele Unternehmen setzen aufgrund dieser Dynamik auf innovationsgetriebenes Wachstum, um so mit der globalen Konkurrenz Schritt halten zu können.

Unternehmen nutzen M&A immer mehr, um vom Wachstumspotenzial neuer Technologien zu profitieren, heißt es bei Deloitte. Sie versprechen sich dadurch nicht nur höhere Erlöse, sondern auch eine engere Mitarbeiterbindung, mehr Kundentreue sowie größtmögliche Margen.

Europa zieht an, Österreich geht mit

Die USA sind nach wie vor der größte Markt für M&A-Deals in Zusammenhang mit disruptiven Innovationen. Während in den USA der Deal-Value bei 147 Millionen Dollar den Wert des Jahres 2015 leicht unterschritten hat, konnten vor allem Europa und Aisen zulegen. In Europa hat sich der der Wert auf rund 110 Millionen Dollar etwa verfünffacht. In der Region Asia Pacific konnte der Anteil um rund ein Drittel (33 Prozent) gesteigert werden.

Vor allem in Großbritannien, Frankreich und Deutschland wurde 2016 vermehrt in innovative Unternehmen investiert. Auch in Österreich ließ sich hier ein Aufschwung beobachten. Österreich Unternehmen stehen somit auch international auf dem Präsentierteller und sind für Investoren attraktiv.

„Heimische Unternehmen erkennen immer häufiger das wirtschaftliche Potenzial von M&A-Deals mit Innovationsfokus", meint Deloitte-M&A-Expertin Hegedüs. "Auch ausländische Investoren sehen sich am österreichischen Markt immer mehr nach passenden Zielobjekten um“, resümiert. Für die kommenden Monate erwartet Deloitte "weitere strategische und innovationsgetriebene M&A-Deals" in Österreich.

Der Deloitte M&A Index ist nach Angaben von Deloitte "ein zukunftsorientierter Indikator". Künftige globale M&A-Umsätze werden hierbei prognostiziert und Einflussfaktoren identifiziert, die sich auf diese Deals auswirken. Berücksichtigt werden dabei Kennzahlen aus vier großen Datasets. Dazu zählen makroökonomische Indikatoren und Indikatoren von Schlüsselmärkten, Finanzierungs- und Liquidätsbedingungen sowie Unternehmensinformationen und –bewertungen.

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