Inflation: Billige Treibstoffe, teure Mieten

Inflation: Billige Treibstoffe, teure Mieten

Billiges Heizen und günstige Treibstoffe sorgen erneut für eine geringe Inflation - Mieten, Essen im Restaurant und Übernachtungen um Hotel wurden hingegen deutlich teurer. Im EU-Vergleich ist Österreich nicht mehr das Land mit der stärksten Teuerung, schwimmt aber in den Top10 mit.

Der niedrige Ölpreis sorgt auch weiterhin für eine gebremste Teuerung: Im Juli lag die Inflation in Österreich bei 0,6 Prozent - ohne billige Treibstoffe, so die Statistik Austria in einer Aussendung, wäre sie bei ein Prozent gelegen.

Die Teuerung der Ausgabengruppe "Verkehr" ging durchschnittlich um 2,5 Prozent zurück. Hauptverantwortlich dafür waren die Treibstoffpreise, die erneut als Hauptpreisdämpfer wirkten (Juli -10,4 Prozent). Im Juni waren sie um 10,1 Prozent gefallen. Ebenso macht sich der niedrige Ölpreis bei der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" bemerkbar: Zwar stiegen die Preise hier durchschnittlich um 0,6 Prozent - das liegt aber hauptsächlich an steigenden Wohnungsmieten (+ 2,7 Prozent), Betriebskosten für Mietwohnungen (+ 1,6 Prozent) und Betriebskosten für Eigentumswohnungen (+ 3,9 Prozent). Die weiterhin negative Tendenz bei den Heizölpreisen (Juli -15,7 Prozent, Juni -16,3 Prozent) beeinflusste die Preisentwicklung der gesamten Haushaltsenergie jedoch merklich nach unten (durchschnittlich -2,3 Prozent; Gas -2,4 Prozent, Fernwärme -0,9 Prozent, feste Brennstoffe -0,6 Prozent und Strom +1,1 Prozent).

Restaurants und Hotels deutlich teurer

Als wichtigster Preistreiber im Jahresvergleich erwies sich die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +3,3 Prozent). In erster Linie waren die teureren Bewirtungsdienstleistungen (insgesamt +2,9 Prozent) dafür verantwortlich. Beherbergungsdienstleistungen kosteten durchschnittlich um 4,8 Prozent mehr.

Auch im Monatsabstand - also von Juni auf Juli - war die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +1,3 Prozent) der Hauptpreistreiber. Saisonbedingt teurere Beherbergungsdienstleistungen (insgesamt +8,3 Prozent) waren dafür hauptverantwortlich, heißt es von der Statistik Austria.

Als Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand erwies sich hingegen die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe", deren Preise aufgrund des Sommerschlussverkaufs durchschnittlich um 12,3 Prozent fielen (Bekleidungsartikel -14,7 Prozent, Schuhe -8,1 Prozent).

Sechststärkste Inflation in der EU

Auch die auf europäischer Ebene harmonisierte Inflationsrate betrug den vierten Monat in Folge +0,6 Prozent und war auch gleich hoch wie jene des VPI - hier kommt es manchmal auf Grund unterschiedlicher Messmethoden zwischen nationaler und EU-Ebene zu Abweichungen der Angaben. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat hat Österreich derzeit die sechststärkste Teuerung im Jahresvergleich, gleichauf mit dem Vereinigten Königreich. Eine größere Inflation haben Belgien (+2,0 Prozent), Schweden (plus 1,1 Prozent), Malta (plus 0,9 Prozent) Estland (plus 0,8 Prozent) und Portugal (plus 0,7 Prozent). Vor einem Jahr hatte Österreich mit 1,1 Prozent noch (nach Malta) die zweithöchste Inflation der EU gehabt.

In der EU insgesamt und der Eurozone lag die jährliche Inflation im Juli bei 0,2 Prozent, nach jeweils 0,1 Prozent im Juni.

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller: "Diesel-Skandal, ein Weckruf"

Wirtschaft

VW-Konzernchef Müller: "Der Diesel-Skandal war ein Weckruf"

Alfons Mensdorff-Pouilly

Wirtschaft

Tetron-Prozess: Gericht reduziert Strafen für Mensdorff-Pouilly und Fischer

Wirtschaft

Airbnb: Millionengeschäft für professionelle Investoren