Inflation steigt 2017 an - Österreichs Wettbewerbsfähigkeit ist gefordert

Inflation steigt 2017 an - Österreichs Wettbewerbsfähigkeit ist gefordert

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny rechnet für das Jahr 2017 mit einer höheren Inflationsrate. Die Teuerung bringt Herausforderungen für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit und Reallohnentwicklung. Die Öffentliche Hand sollte Niedrigzinsphase für Konsolidierung nutzen.

Wien/Frankfurt. OeNB-Gouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny rechnet für 2017 aufgrund stabiler oder höherer Energiepreise mit einem "deutlichen Anstieg" der Inflationsrate. Die beschleunigte Teuerung werde für Österreich "Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit und die Reallohnentwicklung" bringen, so Nowotny in einer Aussendung am Freitag.

Analysten rechnen bis zur Jahresmitte mit Ölpreisen zwischen 60 und 70 Dollar pro Barrel. Bis Jahresende könnte sich der Preis nach den Schätzungen der Analysten wieder um 60 Dollar einpendeln. Der Öl-Preisanstieg wird sich in Österreich dennoch nicht so stark auf die Treibstoffepreise niederschlagen, weil der Großteil des Ölpreises von der Minerölsteuer beeinflusst wird.

Für Europa und Österreich erwartet der OeNB-Gouverneur im kommenden Jahr weiterhin eine Inflationsentwicklung unterhalb des Stabilitätszieles der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unter 2,0 Prozent. Mitte Dezember hatte die Nationalbank für Österreich eine Inflationsrate von 1,5 Prozent für 2017 prognostiziert, nach 0,9 Prozent im Jahr 2016. "Es ist daher weiterhin - aber nicht auf unbegrenzte Zeit - mit einer expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zu rechnen", betonte Nowotny.

Soll heißen: Die EZB dürfte weiterhin im Anleihenkaufprogramm aktiv bleiben und Milliarden in den Aufkauf der festverzinslichen Wertpapiere pumpen.

Zeit für Schuldenabbau

Nowotny forderte die öffentliche Hand auf, die noch anhaltende Phase niedriger Zinssätze für eine Konsolidierung zu nutzen, also die öffentlichen Defizite zu verringern und den Abbau der Schuldenquoten zu beschleunigen. Dies könne als Grundlage für einen stabilen mittelfristigen Wirtschaftsaufschwung dienen.

Insgesamt sieht der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) die heimische Wirtschaft von einem "kontinuierlichen Wachstum" bestimmt. In ihrer Dezember-Prognose ging die Nationalbank für 2017 von 1,5 Prozent BIP-Wachstum in Österreich aus.

Das heimische Wirtschaftswachstum soll 2017 in etwa dem Euroraum und Deutschland entsprechen. "In der nationalen wie auch in der europäischen Wirtschaftsentwicklung bestehen erhebliche Risiken, wobei allerdings Österreichs Haupthandelspartner, speziell auch die Staaten Zentral-und Osteuropas, überwiegend eine starke Dynamik erwarten lassen", warnte Nowotny.

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