Indien verklagt Nestle nach Nudel-Skandal auf Schadenersatz

Indien verklagt Nestle nach Nudel-Skandal auf Schadenersatz

In einigen Päckchen der in Indien beliebten Instant-Nudeln aus Nestlé-Produktion wurden erhöhte Bleikonzentrationen festgestellt. Nun sieht sich der Schweizer Lebensmittelkonzern mit einer 90 Millionen Euro schweren Klage der Republik Indien konfrontiert.

Die Inder essen für ihr Leben gerne Nudeln. Fertignudeln der Marke Maggi sind für den Nahrungsmittelkonzern Nestlé ein hervorragendes Geschäft - oder waren das bis zum Jahresbeginn, als in einigen Packungen erhöhte Bleikonzentrationen festgestellt wurden. Der Schweizer Konzern musste die Nudeln aus dem Verkauf nehmen. Das Unternehmen hatte erklärt, der Verkaufsstopp sei eine vorsorgliche Maßnahme, es bestehe kein Gesundheitsrisiko. Der darauf Rückruf der Produkte kostete Nestlé rund 60 Millionen Euro.

Damit war die indische Nudelaffäre ist für Nestlé aber noch nicht ausgestanden. Die indische Regierung fordert nun anstelle der Konsumenten vom Schweizer Lebensmittelkonzern Schadensersatz. Die Behörden haben eine umgerechnet knapp 90 Millionen Euro schwere Klage gegen die indische Tochter des weltgrößten Lebensmittelkonzerns eingebracht.

In ihrer Klage legt die indische Regierung dem Konzern unfaire Handelspraktiken, den Verkauf schadhafter Produkte und die Veräußerung ohne entsprechende Genehmigung zur Last. Die Höhe der Schadenersatzforderung messe sich an der Zahl der betroffenen Kunden, der Größe des Marktes und der bereits erhaltenen Beschwerden, sagte ein Regierungsvertreter.

Ein Nestle-Sprecher in Indien sagte, das Unternehmen sei bislang nicht offiziell über die Klage der Regierung informiert worden. Sobald diese geschehe, werde sich der Konzern äußern.

Enormer Imageschaden droht

Die Maggi-Fertignudeln waren in Indien an nahezu jeder Straßenecke zu haben und unter anderem bei Schulkindern beliebt. Im Juni nahm Nestle das Snackgericht aus den Regalen. Der Rückruf hat den Lebensmittelkonzern im ersten Halbjahr 66 Millionen Franken (60 Millionen Euro) gekostet. Hinzu kämen Umsatzeinbußen durch den anhaltenden Verkaufsstopp, sagte Finanzchef Francois-Xavier Roger. Mit den Nudeln erwirtschaftet Nestle zwar nur einen Bruchteil seines Umsatzes in Indien - rund 15 bis 20 Prozent. Dem Konzern droht wegen des größten Lebensmittelskandals in Indien seit fast einem Jahrzehnt aber ein enormer Imageschaden.

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestle will am Donnerstag die Ergebnisse für das erste Halbjahr veröffentlichen. Analysten sehen nur ein geringes organisches Wachstum.

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