Inhaftierter Audi-Manager will auspacken

Inhaftierter Audi-Manager will auspacken

Ein Tag bevor Audi mit einem großen Technik-Spektakel seine neuest Nobellimousine präsentieren will, scheint die Diesel-Affäre des Volkswagen-Konzerne eine dramatische Wende zu nehmen. Ein wegen Manipulation einer Software beschuldigter und derzeit inhaftierter Audi-Top-Manager will vor Gericht auspacken.

München. Für den Volkswagen-Konzern und seine aktiven und Ex-Manager könnte es einmal mehr knüppeldick kommen. Der seit vergangener Woche wegen der Abgasaffäre inhaftierte Audi-Manager will mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Sein Anwalt Walter Lechner sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Montag): "Mein Mandant sagt aus. Er kooperiert mit der Staatsanwaltschaft, um seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts zu leisten."

Der festgenommene 60jährige Audi-Manager war bis zu seiner Beurlaubung 2015 einer der führenden Motorenentwickler bei der Volkswagen-Tochter Audi und ist offenbar stark in die Abgasaffäre verwickelt. Er hatte in den Jahren 2006 bis 2015 ein Ingenieurteams von Audi geleitet, das Abgaskontrollsysteme entwickelt habe. Der beschuldigte Audi-Manager soll seine Angestellten angewiesen haben, eine Software so zu entwickeln, um die Abgastests der US-Umweltschutzbehörde zu manipulieren.

Die Münchener Staatsanwaltschaft hatte am Freitag mitgeteilt, dass ihm Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen werden. Dem "SZ"-Bericht zufolge hat die Staatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass er dazu beigetragen hat, die US-Umweltbehörden jahrelang mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß von Diesel-Fahrzeugen zu täuschen. Sein Anwalt sieht die Verantwortung dafür aber nicht bei seinem Mandanten. "Fest steht jedenfalls, dass mein Mandant nicht die unternehmenspolitische Entscheidung hierfür treffen konnte und auch nicht getroffen hat."

Am Dienstag will Audi seine neueste Edellimousine präsentieren. Mit dem neuen Audi A8 will die Volkswagen-Tochter vor allem im Dreikampf der Premiumhersteller Mercedes (S-Klasse), BMW (7er) und Audi punkten. Der Audi A8 soll ein neues Flaggschiff werden, heißt es bei der VW-Tochter aus dem bayrischen Ingolstadt.

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