In diesen Bundesländern wird die Rezession am stärksten

Die große Dienstleistungsrezession kommt, glauben Experten. Und die Rezession wird stärker als während der Finanzkrise. Welche Sektoren damals die Hauptbetroffenen waren, wie stark der Dienstleistungssektor für das Wirtschaftswachstum verantwortlich ist. Welche Bundesländer am stärksten betroffen sind.

In diesen Bundesländern wird die Rezession am stärksten

Leere Geschäftsstraßen, leere Hotels: Manche Bundesländer trifft die "Dienstleistungsrezession wesentlich härter als andere.

Die Rezession während der Finanzkrise war wahrscheinlich noch harmlos, zu dem was jetzt folgen könnte. Raiffeisen Research erwarten für das Jahr 2020 einen Konjunktureinbruch von 4,5 Prozent. Zum Vergleich: 2009 betrug das reale BIP minus 3,8 Prozent. Diesmal ist jedoch nicht der Industriesektor und der Bau das Epizentrum des konjunkturellen Abwärtssogs.

Branchen von den größten Schockwellen
"Die verhängten Maßnahmen werden eine Dienstleistungsrezession bisher nicht gesehenen Ausmaßes zur Folge haben und der maßgebliche Grund für markante Rezession in Österreich sein", so Raiffeisen in einer Analyse Die größten Schockwellen sollten von den Sektoren Handel, Hotellerie und Gastgewerbe sowie Unterhaltung und Erholung ausgehen. Jedoch dürfte die „Corona-Rezession“ in den österreichischen Bundesländern aufgrund unterschiedlicher Wirtschaftsstrukturen nicht gleichmäßig verteilt sein, sondern Länder mit starkem Fokus auf den konsumnahmen Dienstleistungssektor stärker treffen.

Ein Viertel der Wertschöpfung betroffen
Die größten konjunkturellen Auswirkungen sind, der in weiten Teilen komplett heruntergefahrenen Sektoren Handel,Beherbergung/Gastronomie sowie Unterhaltung/Erholung an der gesamten Bruttowertschöpfung von mehr als einem Viertel (2018). Dabei stechen die westlichen Bundesländer Salzburg und Tirol hervor. Während Salzburg den höchsten Anteil an Handelsaktivitäten (14,7 Prozent) aller Bundesländer aufweist, sieht sich Tirol aufgrund seiner Spitzenreiter-Rolle (höchster Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung) beim Tourismus besonders großen Schwierigkeiten ausgesetzt.

Unterhaltung und Erholung: Vergleichsweise geringe Wertschöpfung
Zwar tragen diese beiden Dienstleitungssektoren sowie die Unternehmen aus dem Bereich Unterhaltung/Erholung aufgrund traditionell niedrigerer Wachstumsraten als beispielsweise im sehr zyklischen Industriesektor nur einen vergleichsweise geringen Teil des Gesamtwachstums. So steuerten die drei genannten Sektoren in Österreich zwischen 2016 und 2018 nur 0,2 Prozentpunkte zum gesamten Wachstum der Bruttowertschöpfung von durchschnittlich 2,4 Prozent p.a. bei – trotz eines Anteils von knapp 20 Prozent an der gesamten Wirtschaftsleistung. Etwas größer ist der Wachstumsimpuls in den letzten Jahren in Tirol gewesen (Wachstumsbeitrag: 0,4 Prozentpunkte bei einem Gesamtwachstum von durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr).

Dienstleister fallen als Stabilisator aus - Industrie als Konjunkturmotor
In Tirol, wie auch in den meisten anderen Bundesländern ist jedoch die Industrie, der Konjunkturmotor. Dem konsumnahmen Dienstleistungssektor kommt aufgrund geringerer Schwankungen als im Industriesektor vielmehr traditionell die Rolle des Konjunktur-Stabilisators zu – allerdings nicht im aktuellen Umfeld einer ausgeprägten „Dienstleistungsrezession“.

Steiermark und Oberösterreich begünstigt
In der Steiermark und in Oberösterreich ist der konsumnaher Dienstleistungssektor jedoch unter dem Durchschnitt.

Stärksten Auswirkungen für Tirol erwartet. Kein anderes Bundesland weist so einen hohen Anteil der Wertschöpfung in der Gastronomie und Hotellerie auf.

April und Mai: Schwache Reisemonate
Den Shutdown etwas abmildert, insbesondere den westlichen Bundesländern, dass der April und der Mai nur schwache Reisemonate sind.

Handel und Hotelier: Salzburg und Tirol am stärksten betroffen
Somit dürften die mitunter gänzliche weggefallenen Geschäfte in Handel und Hotellerie/Gaststättengewerbe insbesondere in Salzburg und Tirol, tiefe Spuren hinterlassen und im Gesamtjahr 2020 einen stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung als in Österreich zur Folge haben.

Steiermark und Kärnten mit dem höchsten BIP-Anteil bei Industrie.

April: Traditionell schwacher Monat für Tourismus
So werden durchschnittlich knapp sechs Prozent der jährlichen Nächtigungen österreichischer und knapp 5 % der jährlichen Nächtigungen ausländischer Touristen im Monat April getätigt – deutlich weniger als im Juli und August sowie zwischen Jänner und März. Auch für Tirol sind die Monate April und insbesondere Mai – also das Ende der Wintersaison und der Beginn der Sommersaison – Monate mit klar unterdurchschnittlichen Nächtigungszahlen. Etwas anders das Bild in Wien, wo in den beiden Monaten leicht überdurchschnittliche Nächtigungszahlen registriert werden.

Glück im Unglück: Die Monate April und Mai zählen zu den schwächsten Nächtigungsmonaten.

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