ILO-Trendbericht: Arbeitslosigkeit nahm 2015 global zu

ILO-Trendbericht: Arbeitslosigkeit nahm 2015 global zu

Die konjunkturelle Abkühlung schlägt sich vor allem auf dem Arbeitsmarkt in China nieder.

Das Wachstum der Weltwirtschaft kommt derzeit aus dem Westen. In den Schwellenländern ist die Arbeitslosigkeit rückläufig. Unterm Strich fehlen jedoch immer mehr Jobs. Deutschland verzeichnet Höchststand an Beschäftigung. In Lateinamerika und in China wächst die Arbeitslosigkeit rapide an.

Genf/Davos. Trotz des starken wirtschaftlichen Wachstums in westlichen Industriestaaten wie Deutschland nimmt die globale Arbeitslosigkeit nach UN-Angaben weiter zu. 2015 stieg die Zahl der Arbeitslosen dem jüngsten Trendbericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge auf 197,1 Millionen Menschen - nahezu eine Million mehr als im Vorjahr.

Das seien zudem um 27 Millionen Arbeitslose mehr als vor der 2007 ausgebrochenen Finanzkrise, heißt es in dem "Bericht über globale Beschäftigung und gesellschaftliche Entwicklung", den die UN-Sonderorganisation am Dienstag vorlegte.

Im zurückliegenden Jahr offenbar gewordene Schwächen der Weltwirtschaft und die Verlangsamung des Wachstums könnten "in einigen Fällen soziale Unruhen auslösen", warnt die ILO in ihrem Bericht, den sie am Vorabend der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) veröffentlichte. Zu dem Treffen vom 20. bis 23. Jänner kommen rund 2500 Spitzenpolitiker und Topmanager sowie Wissenschafter aus mehr als 100 Ländern im Schweizer Alpenkurort Davos zusammen.


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Zugenommen habe die Arbeitslosigkeit vor allem in Lateinamerika und mehreren asiatischen Ländern, insbesondere in China. Auch in einer Reihe von erdölexportierenden arabischen Ländern habe sich die Beschäftigungslage verschlechtert. "Die anhaltende konjunkturelle Abkühlung ist die Folge einer Schwäche in den Schwellen- und Entwicklungsländern", erklären die ILO-Experten. "China ist mit einem ausgeprägten Abschwung konfrontiert, der im Zusammenspiel mit Angebots- und anderen Faktoren einen starken Rückgang der Rohstoffpreise ausgelöst hat, insbesondere im Energiesektor."

Die Weltwirtschaft sei 2015 zwar um 3,1 Prozent gewachsen. Dies sei jedoch ein halber Prozentpunkt weniger als ein Jahr zuvor prognostiziert worden sei. Ohne neue Impulse durch die Wirtschaftspolitik müsse eine fortgesetzte Abschwächung der Konjunktur befürchtet werden, warnt die ILO. 2016 werde die Weltwirtschaft voraussichtlich "nur etwa 3 Prozent und damit deutlich langsamer als vor dem Ausbruch der weltweiten Krise wachsen".

Herausragend positiv ist laut ILO hingegen die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Dort sei die Arbeitslosigkeit bei stabilem Wachstum weiter gefallen "und die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen".

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