Ikea umgarnt die Städter und entdeckt das Internet

Der schwedische Möbelkonzern Ikea steht vor dem größten Umbruch in seiner Unternehmensgeschichte. Den Möbelriesen zieht es in die Innenstädte. Aber auch via Internet soll der Verkauf forciert werden. Und die Umsätze steien indes auf Rekordhöhe.

Ikea umgarnt die Städter und entdeckt das Internet

Stockholm/Wien/Leiden. Ikea wächst, aber das Potenzial scheint trotz Rekordumsatz noch nicht ausgeschöpft zu sein. Städter sollen künftig stärker in den Fokus des schwedischen Möbelriesen rücken. Das schwedische Möbelhaus will neben den bisherigen Möbelhäusern auf der grünen Wiese" nun auch in Innenstadtlagen neue Möbelhäuser errichten. Und zusätzlich will das schwedische Möbelhaus verstärkt in Logistik und Internet investieren.

Erste Wirkung zeigt bereits die Strategie vor allem beim Vertrieb im Internet. Dank wachsender Online-Geschäfte wurde erstmals die Umsatzmarke von 40-Milliarden-Euro geknackt. Die schwedische Möbelkette hat zwar vergleichsweise spät mit dem Verkauf ihrer Produkte auch im Internet begonnen, investiert aber seit 2017 stark in dieses Geschäft.

Im Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um sechs Prozent auf 41,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Erlöse im Internet sprangen um 43 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro in die Höhe. Zum Wachstum trugen aber auch neue Einrichtungshäuser bei.

Im Rahmen seines Konzernumbaus hat Ikea auch Geschäfte in Städten wie Paris eröffnet, die als Showroom dienen und die Kunden zu Käufen im Internet anregen sollen, wenn sie nach ihrem Einkaufsbummel wieder zu Hause sind. Zudem testet das Unternehmen auch die Vermietung von Möbeln als Teil seines Angebots.

Ikea befinde sich in einem großen Wandel, erklärte Torbjorn Loof, Chef der Holdinggesellschaft Inter Ikea, die die Eigentümerin des Ikea-Konzepts und weltweite Ikea-Franchisegeberin ist. Wichtige Wachstumstreiber seien die Produkte für Schlafzimmer und Küche, aber auch die noch relativ neuen Smart-Home-Artikel wie Tischleuchten mit WiFi-Lautsprechern legten deutlich zu. In diese Produkte will Ikea in den kommenden Jahr stark investieren, wie Loof sagte.

Auch in Österreich hat Ikea Größeres bereist angekündigt - wie trend bereits berichtet hat. Hierzulande gibt es ebenso trotz recht starker Möbelhausdichte noch genug Potenzial für die schwedische Möbelhauskette, was sich zuletzt auch am Umsatz zeigt, der weiterhin in einem stark umkämpften Markt steigt.

Der Österreich-Umsatz wuchs 2018/19 (per Ende August) um 5,5 Prozent auf 803,1 Mio. Euro. Besonders stark legte das Internet-Geschäft zu, und zwar um fast 68 Prozent.

Neues Möbelhaus, neues Konzept

Neben Großstädten wie Paris und Düsseldorf ist nun auch in Österreichs Bundeshauptstadt Wien ein neues innerstädtisches Möbelhaus geplant, in dem ein komplett neues Vertriebskonzept samt Logistik auf die Beine gestellt wird. Am Wiener Westbahnhof entsteht bis 2021 der erste City-Ikea, der mit U-Bahn, Bim, zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein wird. 100 Mio. Euro investieren die Schweden in den städtischen Standort, der im Ikea-Konzern einzigartig in dieser Form sein wird und neue Maßstäbe setzen soll.

Kleine Artikel können auch künftig gleich mitgenommen werden, alles andere soll binnen maximal 24 Stunden direkt nach Hause geliefert werden. Neben Gastronomie wird es auch eine allgemein zugängliche, begrünte Dachterrasse geben. "Wir glauben, dass all jene zu uns kommen werden, die kein Auto haben und den langen Weg nach Vösendorf oder Wien Nord scheuen", schreibt das Unternehmen auf seiner Website.

Wer in Wien seine Ware dennoch selbst abholen will, kann das neue Logistikzentrum im 21. Bezirk ansteuern, das am 9. Oktober eröffnet wird. Ab dem Winter sollen von dort aus die Kundendirektlieferungen in ganz Österreich erfolgen. In den Logistikstandort hat Ikea rund 70 Mio. Euro investiert.

Neue Services

Die Serviceleistungen will die Möbelkette weiter ausbauen. "Nur mehr wenige wollen - ganz klassisch - selbst aussuchen, selbst zur Kasse tragen, selbst nach Hause schleppen und selbst zusammenbauen. Zeit ist ein wichtiges Kriterium geworden", sagte Ikea-Österreich-Chefin Viera Juzova laut einer Aussendung. Neben Zustellungen plant Ikea aber auch vermehrte Pick-up-Points, wo Kunden ihre Produkte selbst abholen können.

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