IKEA plant zwei Möbelhäuser und neue Logistikzentren

IKEA plant zwei Möbelhäuser und neue Logistikzentren

Viera Juzova, Geschäftsführerin von IKEA Österreich, hat große Pläne, um das Wachstum in Österreich weiter anzukurbeln.

Der schwedische Möbelkonzern konnte im 40. Jahr seiner Tätigkeit in Österreich den Umsatz über dem Schnitt der Branche steigern. Beim Online-Verkauf konnte IKEA kräftig zulegen, wobei sich das Wachstum im kommenden Jahr zurückgehen wird - und dennoch zweistellig bleibt. Für das Wiener "Blaue Haus" am Westbahnhof wird ein weltweit einzigartiges Shop-Konzept entwickelt. Das geplante Einrichtungshaus in Lustenau hängt ebenso in der Warteschleife.

Wien. Der Fahrplan für die kommenden drei Jahre ist bei IKEA in ÖSterreich fix, wenngleich es noch keine konkreten Daten zur Neueröffnung der beiden Häuser in Wien und Lustenau gibt. Für beide Häuser sind die Planungen zwar schon im Gange. Aber noch befinde man sich in der Konzeptionsphase, sagt Viera Juzova, Geschäftsführerin von IKEA Österreich im Gespräch mit trend.at. Im Jahr 2020 sollen aber beide Einrichtungshäuser eröffnet werden. IKEA würde in Österreich mit den beiden neuen Standorten auf neun Möbelhäuser kommen.

Zusätzlich will IKEA ein neues, zweigeschossiges Logistikzentrum in Wien im 21. Bezirk im Industriegebiet in der Scheydgasse errichten. Von hier aus sollen die Bestellungen von dem neuen Einrichtungshaus am Wiener Westbahnhof abgewickelt werden. In weiterer Folge soll von hier aus auch der Versand der Online-Bestellungen abgewickelt werden. IKEA will dabei mit Strom angetriebene Trucks einsetzen. Beide Projekte in Wien sind noch in der Planungsphase.

Derzeit werden Online-Order noch vom Logistikzentrum in Wels abgewickelt. Am Standort Wels ist ein zusätzliches Logistikzentrum geplant, von wo aus Pakete und Direktzustellungen der Ware zum Kunden abgewickelt werden sollen. "Zu den bestehenden Pick-up-Points in Wolfurt und Oberwang planen wir noch weitere", sagt Juzova. Wann und wo steht noch in den Sternen.

Ein Fragezeichen bleibt indes noch hinter dem Bauvorhaben in Lustenau. Unter Vorbehalt hat IKEA dort ein Grundstück gekauft, wo ein neues Einrichtungshaus auf der grünen Wiese errichtet werden soll. Im Jahr 2020 der schwedische Elch in Lustenau eröffnen, sagt IKEA-Austria-Geschäftsführerin Juzova. Allerdings hängt der Neubau noch von der Verkehrssituation (samt Zufahrt und Entwicklungsplan) ab, wo die Gemeinde und das Land nun am Zug ist.

Ein Novum der IKEA-Welt

Beim sogenannten "Blauen Haus" am Wiener Westbahnhof will IKEA hoch hinaus, was allerdings auch dem Umfeld geschuldet ist. "Wir haben keine Parkplätze und wir haben keinen Lagerraum", sagt die IKEA-Chefin. Das neue "Blaue Haus" soll zu einem Hotspot im Grätzel werden und sich "harmonisch" in die Umgebung einfügen. "Es wird ohne PKW-Verkehr auskommen", sagt IKEA-Chefin Juzova. Die Zahl der Stockwerke und somit der Nutzfläche ist noch nicht fixiert. Das Haus befindet sich in der frühen Konzeptionsphase. Derzeit ringen unter anderem acht Architekten um Aufträge.

An dem neuen Standort soll ein völlig neues Shop-Konzept entstehen. "In der IKEA-Welt gibt es nichts Vergleichbares", sagt Juzova dem trend. Der Grund: In dem Einrichtungshaus soll zwar das komplette Sortiment präsentiert werden. Die Kunden werden aber nur Produkte mitnehmen können, die problemlos mit der U-Bahn, dem Zug, der Straßenbahn oder mit dem Fahrrad weggeschafft werden können.

Was zu sperrig, unhandlich oder zu schwer ist soll dem Kunden bequem per Lieferservice zugestellt werden. Die Zustellung soll mit Transporter erfolgen, die einen Elektro-Motor unter der Haube haben. IKEA rechnet damit, dass die Planung aufgrund des neuartigen Konzepts, das auch nicht mit dem Innenstadtgeschäft in Hamburg zu vergleichen ist, noch "ein paar Järchen" dauern will. "Im Jahr 2020 wollen wir eröffnen", betont Juzova.

Einstellig & zweistellig

"Wir sind zufrieden mit dem Wachstum, kommt es doch in der Branche derzeit zu Umsatzrückgängen", sagt IKEA-Geschäftsführerin Juzova. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 (per 31.8.) wird IKEA in Österreich ein Umsatzplus von 7,33 Prozent auf 673,7 Millionen Euro einfahren. Der Gewinn wurde nicht angegeben. Nur eines: Es sei das erfolgreichste Jahr der vergangenen Jahre.

Trotz der hoch angesetzten Latte und den künftigen Investitionen im zweistelligen Millionenbereich sieht Juzova auch heuer wieder ein Umsatzplus, auch wenn dies unverändert aus ihren sieben Einrichtungshäusern erwirtschaftet werden muss. Die Chefin von IKEA Österreich erwartet einen Umsatzzuwachs von plus 2 Prozent im Geschäftsjahr 2017.

Auch beim Online-Handel ist man bei IKEA zufrieden. Rund vier Prozent des Gesamtumsatzes erzielt IKEA bereits via Internet. Gegenüber dem Vorjahr wurde der E-Commerce-Umsatz um 22 Prozent gesteigert. Für das neue Geschäftsjahr 2017/18 wird sich das Online-Umsatz allerdings bei etwas mehr als der Hälfte des heurigen Umsatzplus bei prognostizierten 12,0 Prozent einpendeln. In dem kleinteiligen Möbelhandel hält IKEA einen Marktanteil von rund 15 Prozent.

Die Investitionen für die beiden neuen Häuser in Lustenau und Wien, für die Runderneuerung des Hauses am Standort Haid sowie für den Ausbau in Wien-Nord hat IKEA mit 71 Millionen Euro beziffert.

Zwei Top-Trends

Die wichtigsten Trends im Einrichtungsgeschäft sieht IKEA-Chefin Juzova in neuen Wohnkonzepten mit entsprechend neuen Bedürfnissen. Dabei gelte es auch zu differenzieren bei der Wohnungsgröße. "Wohnungen in Wien sind im Regelfall kleiner als in ländlichen Regionen", sagt Juzova. Ein weiterer großer Trend ist die Digitalisierung, was zu neuen Formen der Kommunikation führt etwa über Sprachsteuerung. Dank Digitalisierung wurde das Mobiltelefon bereits zum wichtigsten Zugang fürs Internet. Das Smartphone hat damit aber auch gleichzeitig den Fernseher als Zentrum des Wohnzimmers „in Pension geschickt“.

IKEA hat sich für die neuen Wohnkonzepte den Rat von einem Expertenteams mit rund 60 Interior Designern, Architekten, Grafikern, Zimmerleuten und Monteuren geholt. Das dabei erstelle neu "Make Room for Life"-Konzept ist in Musterwohnungen an den Standorten in Vösendorf, Wien, Haid, Graz und Klagenfurt bereits ausgestellt.

Ohne Papier geht nichts

Wer nicht im Geschäft oder Online bei IKEA vorbeischauen will, kann sich den soeben erschienen neuen Papierkatalog zuschicken lassen. Der schwedische Möbelkonzern setzt weiterhin auf Papier. Die Auflage des IKEA-Katalogs weltweit beläuft sich übrigens auf 203 Millionen Exemplare. Gedruckt wird der 324 Seiten dicke Katalog in 35 Sprachen und 72 Versionen und in 31 Druckereien. Alleine in Österreich hat der IKEA-Katalog eine Auflage von rund drei Millionen Exemplaren.

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