Hoteliers: Hoffen und Warten auf Öffnung und Entschädigungen

Zwei Drittel der heimischen Hotels könnten im Mai öffnen. Es soll eine Öffnung werden, die nicht wieder in einen neuerlichen Lockdown mündet. Viele Betriebe warten immer noch auf Entschädigungszahlungen für die Schließungen.

Zimmer Frei

Nach vielen Monaten Stillstand hofft die Hotellerie, im Mai wieder erste Gäste empfangen zu dürfen.

Österreichs Hotellerie bereitet sich auf eine Öffnung der Betriebe im Mai vor. Es wäre eine kontrolliert-gebremste Öffnung. „Nicht sofort und überall mit hoher Auslastung, eine zeitnahe sanfte Öffnung statt mit Vollgas in die Hochsaison zu gehen“, erklärt Markus Gratzer, Generalsekretär Österreichischen Hoteliersvereinigung ÖHV. Sicherheit habe Vorrang, Wirtschaftlichkeit müsse mit der Gesundheit Hand in Hand gehen.

Reinhold Hofmann, stellvertretender Geschäftsführer des Therme Laa Hotel & Silent Spa wünscht sich für ein solches sicheres Öffnen konkrete Rahmenbedingungen: „Das wäre besonders hilfreich. Wir möchten unseren Gästen maximale Sicherheit bieten, die Umsetzung braucht aber Zeit.“

Mitarbeiter als Knackpunkt

Die Mitarbeiter sind dabei für viele Hoteliers der Knackpunkt für den Neustart. Die meisten Hotel-Bediensteten sind sein Monaten in Kurzarbeit, viele - durchschnittlich neun Mitarbeiter je Betrieb haben die Branche seit Beginn der Krise verlassen. Neben der Kurzarbeit (86,4%) setzten die Arbeitgeber vor allem auf Wiedereinstellungszusagen (61,4%) und Investitionen in Weiterbildung (43,4%).

Gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft müsse nun sein, die Mitarbeiterlücke zu schließen. Dabei zählt die ÖHV unter anderem auf ehemalige Airline-Mitarbeiter. Gratzer: „Mitarbeiter in den Tourismus hinein- statt hinausvermitteln muss die Devise sein. Da fügt sich eins ins andere. Wer Erfahrungen in der Dienstleistung vorweisen kann, hat gute Chancen auf Anstellung in einem Qualitätsbetrieb. Zeit, den nächsten Karriereschritt zu planen.“

Warten auf Impfungen und Hilfszahlungen

„Unser dringlichster Wunsch an die Regierung ist die raschestmögliche Durchimpfung, damit Reisen schnell wieder möglich ist“, betont Hans Berndorfer, Gastgeber im Hotel Alpenland in Obertauern. Bis dahin brauche es aber auch ein höheres Tempo bei den Hilfszahlungen, damit die Betriebe über die Runden kommen.

Eine Erhebung unter betroffenen Betrieben in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten zeigt, dass bei vielen Betrieben die in Aussicht gestellten Ausfallzahlungen noch nicht angekommen sind. Gratzer: „Wenn ein Jahr nach der behördlichen Schließung erst acht Prozent der Hotels eine Entschädigung erhalten haben, lässt sich das nicht mehr schönreden, das ist ein Armutszeugnis.“ In Zeiten, wo jeder Cent Liquidität wichtig ist, schmerze das zähe Vorgehen doppelt. Er will nun für die Branche Akontozahlungen erreichen. „Einfach ohne viel Bürokratie 80 Prozent der beantragten Summe überweisen. Am besten gestern und nicht erst übermorgen.“

Durchschnittllich stehen den Betrieben 182.000 Euro zu. In Vorarlberg und Kärnten hätte, so Gratzer, bis dato noch gar kein Hotel auch nur einen Cent Entschädigung nach dem Epidemiegesetz erhalten, in Salzburg zumindest schon jeder fünfte Betrieb. Gratzer: „Ein Drittel der Betriebe hat noch nicht einmal Feedback von der zuständigen BH erhalten. So stelle ich mir den Umgang mit Behörden nicht vor. Man degradiert Steuerzahler zu Bittstellern. Das muss besser werden: Viel besser!“

Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

Wo fängt Ihre Lieferkette an?

160 Millionen Kinder auf der Welt sind zu Kinderarbeit verdammt. Entgegen …

„Terrestrik ist energieeffizient“. Seit über 50 Jahren sendet der ORS-Sender Dobratsch.

Klimafreundliches Fernsehen

Digitales Antennen-Fernsehen verursacht den kleinsten CO2-Fußabdruck.

Das Mayr-Melnhof Stammwerk in Frohnleiten (Steiermark)

Mayr-Melnhof: führender Karton- und Faltschachtelproduzent

Die Mayr-Melnhof Karton AG ist europaweit der führende Produzent von …

Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich.

Martin Selmayr: „Der Rubel ist auf der Intensivstation“

Martin Selmayr, Leiter der EU-Kommissions-Niederlassung in Österreich, im …