Hofer zögert noch mit einem neuen HoT-Breitband-Tarif

Hofer zögert noch mit einem neuen HoT-Breitband-Tarif

"In Stein gemeißelt" ist der 9,90-Euro-Kampftarif von HoT.

Hofer Telecom (HoT) will ein Breitband-Angebot präsentieren. Die Pläne wurden vorläufig gestoppt. Ventocom-Chef Michael Kramer, der für den Lebensmitteldiskonter Hofer die Telekom-Dienste abwickelt, will das EU-Kartellverfahren zur UPC-Übernahme durch T-Mobile abwarten. Der HoT-Kampftarif von 9,90 Euro ist für Krammer indes "in Stein gemeißelt".

Wien. Hofer Telekom (HoT) will mit einem Breitbandtarif den nächsten großen Schritt im Mobilfunk machen. Der im T-Mobile-Netz eingemietete Mobilfunker HoT hat ein mobiles Breitbandangebot für Haushalte in Vorbereitung. Allerdings: Die Pläne liegen derzeit auf Eis. Solange die Übernahme von UPC durch T-Mobile nicht abgeschlossen ist, wird es wohl noch nichts werden. "Wir werden jetzt einmal dieses Verfahren abwarten, schauen was da raus kommt und dann unsere Schlüsse ziehen", sagte Ventocom-Chef Michael Krammer, der mit seiner Company für Hofer die HoT-Mobilfunkdienste abwickelt.

"Es ist nie gut, jetzt mit einem Angebot rauszugehen, wenn sich die Dinge dann dramatisch nachher ändern können", erklärte Krammer, Gründer der hinter der Marke HoT stehenden Firma Ventocom. Eine von Ventocom beauftragte Marktbefragung habe ergeben, dass 20 Euro im Monat für unlimitiertes Breitband-Internet angemessen wären.

Doch der Übernahme-Deal von T-Mobile macht HoT derzeit einen Strich durch die Rechnung. Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile hat den UPC-Kauf vor knapp zwei Wochen bei der EU-Wettbewerbsbehörde angemeldet. Die Wettbewerbshüter in Brüssel untersuchen derzeit den Markt. Ventocom-Chef Krammer stellt sich aber bereits darauf ein, dass das Verfahren "mehrere Monate dauern" könnte.

Von vier auf Drei

Die Anspannung in der Branche ist indes große. Die zwei Übernahme-Deals - Drei hatte Tele2, T-Mobile will UPCS übernommen - werden die Karten im Breitbandmarkt neu gemischt. Ob die Marktkonsolodierung für die Kunden einen Vorteil bringen, das steht auf einem anderen Blatt. Und muss von den Regulierungsbehörden geprüft werden.

Die Übernahme von UPC durch T-Mobile bedeutet, dass der Breitbandmarkt von vier auf drei Konkurrenten reduziert gestrafft wird. "Das hatten wir schon mal", erinnerte Krammer an die Orange-Übernahme durch Drei (Hutchison). die damals als Marktkonsolidierung im heimischen Mobilfunk verkauften Übernahmedeals hatten massive Auswirkungen auf die Preise. "Es sind zwischen 2013 und 2015 alle Preise gestiegen", sagt Krammer. Erst als die Auflagen griffen, sei das Preisniveau wieder nach unten gegangen. Die Bundeswettbewerbsbehörde hatte nach dem Drei/Orange-Deal genaus wie die EU-Wettbewerbskommission bestätigt, dass der Deal genau das gebracht hatte, was die die Marktaufseher befürchtet hatte. Der Wettbeweb wurde massiv eingedämmt, die Preise sind über zwei Jahre kräftig gestiegen.

"Deswegen glauben wir, dass es auch jetzt wieder, vor allem im Breitbandmarkt, Auflagen geben wird und unserer Meinung nach auch geben muss", pochte Krammer beim UPC-Kauf auf strenge EU-Regeln für T-Mobile.

Neue Vorzeichen

Mit der weitgehenden Roaming-Abschaffung in der EU hat sich das Nutzungsverhalten drastisch geändert - und für HoT das Verkehrsvolumen erhöht. "Das ist schon deutlich, was sich hier tatsächlich abspielt: Vier Mal so viele Minuten, doppelt so viele SMS und fast 20 Mal so viele Megabyte", sagte Krammer.

Für Ventocom schmälere sich durch die Roamingkosten der Gewinn, unterm Strich sei dieser 2017 aber noch immer "brauchbar" gewesen, wie Krammer sagte. Roaming zu verbieten kommt für ihn nicht infrage: "Das wäre so was von kundenunfreundlich, da denk' ich nicht einmal darüber nach", so der HoT-Betreiber.

Von der EU forderte Krammer, dass sie auch die Roaming-Großhandelspreise reguliert, sonst kämen die kleinen virtuellen Anbieter (MVNO) - wie HoT oder Spusu - unter die Räder der großen länderübergreifenden Telekomkonzerne.

Die Preisgarantie

HoT erhöht - auch für rund 300.000 Bestandskunden - dieser Tage das monatliche Datenvolumen beim Tarif "HoT fix" von fünf auf sechs Gigabyte. Krammer erneuerte das Versprechen, dass HoT nie teurer werde. "Die 9,90 Euro sind in Stein gemeißelt", sagte Krammer. Zuletzt habe ungefähr jeder zehnte "Hot fix"-Kunde immer wieder mal die fünf Gigabyte pro Monat aufgebraucht.

HoT hat österreichweit insgesamt rund 800.000 Kunden, in Slowenien sind es ein Jahr nach dem Start 40.000. Die komplette Ventocom-Gruppe mit allen Marken - neben HoT sind das Allianz SIM, Liwest Mobil und Rapid Mobil - beschäftigt 70 Mitarbeiter und hat rund 900.000 Kunden.

Die Millionengrenze

Durch die neuen Datenschutz-Regeln der EU sei sogar die Million in Reichweite. Denn es entstehe ein neuer Markt, weil viele Firmenhandy-Besitzer wegen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein zweites privates Gerät bräuchten.

Laut Kramer verbieten Unternehmen aufgrund der DSGVO vermehrt die Nutzung von Social-Media-Apps wie Facebook oder WhatsApp, weil diese auf die Kontakte zugreifen können.

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