Hohe Verluste bei Laudamotion: Gürtel enger schnallen

Die Ryanair-Tochter Laudamotion leidet unter dem Preiskampf am Flughafen Wien und wird im laufenden Geschäftsjahr 90 Millionen Euro Verlust machen. Nun soll bei den Mitarbeitern gespart werden.

Hohe Verluste bei Laudamotion: Gürtel enger schnallen

Vor knapp einem Jahr, am 29. Jänner 2019, verkaufte Niki Lauda die ihm noch verbliebenen 25 Prozent der Fluglinie an Ryanair. Die irische Diskont-Airline, die seither Alleineigentümerin ist, muss nun für das Geschäftsjahr 2019/2020 einen Fehlbetrag von 90 Millionen Euro hinnehmen. Ursprünglich waren für das zweiten Jahr des Bestehens bei Laudamotion 50 Millionen Euro Verlust kalkuliert.

Begründet wird der Verlust mit dem harten Preiskampf am Flughafen Wien. "Es ist ein Ergebnis des intensiven Preiswettkampfs mit Lufthansa-Töchtern in Deutschland und Österreich, die unter Kosten verkaufen", so Ryanair. Laut offizieller Information mussten vor allem im Weihnachtsgeschäft Tickets billiger verkauft werden als geplant. Im gesamten Geschäftsjahr, das bis März läuft, dürften zwar 6,5 Millionen Passagiere befördert werden, die Preise dürften laut Ryanair aber im Schnitt um 15 Euro niedriger liegen als kalkuliert.

Dabei gebe es ein starkes Passagierwachstum und eine gute Auslastung, so Ryanair.

Mitarbeiter zur Kasse

Der Verlust soll vollständig durch die Muttergesellschaft abgedeckt werden. In einem Rundschreiben an die Mitarbeiter betont Laudamotion-Geschäftsführer Andreas Gruber aber, dass das kein Dauerzustand sein soll.

Das Untenehmen will nun auch Beiträge von den Mitarbeitern. Sie sollen dem Branchenportal Aviation.net zufolge ab dem 1. April 2020 für die Nutzung der Parkplätze am Flughafen Wien, Ausstellung von ID-Karten, Medical-Checks und Ersatzuniformen zur Kasse gebeten werden. Im Gegenzug soll es eine jährliche Sonderzahlung von 360 Euro zur freien Verwendung geben.

Neueinstellungen fallen seit 1. Jänner nicht mehr unter den Kollektivvertrag und werden seit ein paar Wochen über die österreichische Zweigniederlassung der Leiharbeitsfirma Crewlink Ireland angestellt.

Durch die Einstellung über Crewlink soll es keine Gehaltseinbußen geben, versichert Gruber den Mitarbeitern im Rundschreiben. Jene Mitarbeiter, die vor Jänner 2020 eingestellt wurden, sollen weiterhin im Rahmen des Lauda-KVs beschäftigt werden. Sollte Lauda profitabel werden, so wäre das Unternehmen in der Lage, Erhöhungen der Löhne des fliegenden Personals vorzunehmen.

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