Hohe Preise in Hotellerie und Gastronomie treiben Inflation an

Hohe Preise in Hotellerie und Gastronomie treiben Inflation an

Deutliche Preissteigerungen in der Gastronomie und Hotellerie haben die Inflationsrate im Jahr 2017 in die Höhe getrieben.

In Österreich sind die Preise deutlich stärker gestiegen als in anderen Ländern des Euroraums. Ein wesentlicher Grund dafür sind die Preiserhöhungen in der Gastronomie und Hotellerie, die im Tourismusland Österreich noch stärker ins Gewicht fallen als in anderen Ländern.

Österreich, das Land der überdurchschnittlich steigenden Preise: Während die jährliche Inflationsrate im Euroraum laut Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, im Dezember auf 1,4 Prozent gesunken ist, meldet die Statistik Austria weit höhere Preissteigerungen. So lag die durchschnittliche Inflationsrate des Verbraucherpreisindex (VPI 2015) im Jahr 2017 bei 2,1 Prozent und damit deutlich über den EU-Werten.

Entwicklung der Inflationsrate in Österreich, 2001 - 2017

Entwicklung der Inflationsrate in Österreich, 2001 - 2017

Die Preise sind nicht in allen Bereichen gleichmäßig gestiegen, allerdings zieht sich die höhere österreichische Inflation über die gesamte Bandbreite des Warenkorbes. "Elf von zwölf Hauptgruppen des Warenkorbes weisen in Österreich höhere Inflationsraten auf als in Europa", sagt dazu Ingolf Böttcher von der Statistik Austria. Nur Wohnen, Wasser und Energie hatten im Jahr 2017 eine geringere Inflationsrate als im Euroraum.

Die größten Preissteigerungen gab es im vergangenen Jahr bei Bewirtungsdienstleistungen, Nahrungsmitteln, Treibstoffen und Mieten. Restaurants und Hotels waren alleine für ein Plus von 0,4 Prozent bei der Inflationsrate verantwortlich. Wohl auch, weil die Gastronomie und Hotellerie die gestiegenen Kosten aus der Registrierkassenpflicht und Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Hotellerie von zehn auf 13 Prozent an ihre Gäste weitergegeben haben.

Die Preissteigerungen in der Gastronomie und Hotellerie sind für Statistik-Austria-Chef Konrad Pesendorfer auch der Hauptgrund für die hierzulande gegenüber dem EU-Schnitt deutlich höhere Inflationsrate. Weil Österreich eine sehr bedeutsame Tourismuswirtschaft hat ist diese auch im harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) deutlich höher gewichtet. Restaurants und Hotels haben im österreichischen HVPI ein Gewicht von 15,1 Prozent, während es im Euroraum nur 9,6 Prozent und in Deutschland gar nur 0,5 Prozent sind. Preiserhöhungen in diesen Segmenten wirken sich daher gleich doppelt aus.

Inflation im Euroraum und in der EU 2008 - 2017

Inflation im Euroraum und in der EU 2008 - 2017

Weil sich einerseits die Konsumgewohnheiten ändern und die Verbraucher ihr Einkaufsverhalten an starke Preisänderungen anpassen, gewichtet die Statistik Austria ihren Warenkorb seit einigen Jahren jedes Jahr neu und hält ihn nicht mehr wie früher über viele Jahre konstant. Künftig werde man die einzelnen Warengruppen noch aktueller gewichten. Handelsketten sollen mit der kommenden Verbraucherpreisindex-Verordnung verpflichtet werden, die Daten ihrer Scanner-Kassen an die Statistik Austria zu übermitteln.

Gegen Jahresende sollen die Scannerdaten bereits verarbeitet werden und somit die manuelle Erfassung der Preisschwankungen ersetzen. Die Statistik Austria will dann auch Saison- oder Wochenend-bezogene Informationen erfassen und auswerten.

Im Euroraum kam der stärkste Aufwärtsimpuls für die jährliche Inflation von den Teilindizes Kraftstoffe für Verkehrsmittel, Tabak sowie Milch, Käse und Eier. Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Zypern (-0,4 Prozent), Irland und Finnland (je 0,5 Prozent) sowie in Dänemark (0,8 Prozent) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Litauen und Estland (je 3,8 Prozent) sowie im Vereinigten Königreich (3,0 Prozent) verzeichnet.

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