Hoffnung für ATB Spielberg: Gespräche mit Investoren

Tauziehen um den traditionsreichen steirischen Antriebstechnik-Spezialisten ATB. Deutsche Investoren oder der frühere Eigentümer Mirko Kovats könnten übernehmen und die Absiedlung des Betriebes verhindern.

ATB-Zentrale in Spielberg: die chinesischen Eigentümer wollen die Produktionabziehen.

ATB-Zentrale in Spielberg: die chinesischen Eigentümer wollen die Produktionabziehen.

Für die steirische ATB Antriebstechnik in Spielberg könnte es doch noch eine andere Lösung als Kündigung nahezu aller Beschäftigten, die Auflassung der Produktion und den darauf folgenden Abtransport der Maschinen Richtung China geben.

Nach dem früheren Eigentümer Mirko Kovats interessiert sich auch die Hamburger Innovation Holding (HIH). Betriebsratschef Michael Leitner zeigte sich aufgeschlossen und appellierte an die ATB-Gläubiger, am Erhalt des Standorts mitzuwirken.

Spezialmotorenhersteller

Wie berichtet gehört die ATB seit Herbst 2011 zu 100 Prozent zur chinesischen Wolong-Gruppe, zuvor war die seit fast 100 Jahren in verschiedenen Formen existierende ATB unter anderem im Besitz von Mirko Kovats und Christian Schmidt.

Das Unternehmen geht auf eine 1919 von Gottlob Bauknecht gegründete elektrotechnische Werkstatt zurück. Das Produktportfolio der ATB Gruppe umfasst Projekt- und Großmotoren, Serien- und Industriemotoren, Elektromotoren für Haus- und Gartenprodukte sowie Lösungen für komplette Antriebssysteme im Leistungsbereich von 25 W bis 25 MW. Im Werk Spielberg wurden Motoren für Haushalts-und Gartengeräte - unter anderem Rasenmäher - hergestellt.

"Echtes Interesse"

Betriebsratschef Leitner bestätigte Berichte, wonach sich die HIH bei ihm und bei Insolvenzverwalter gemeldet habe, um Interesse zu deponieren. "Axel Bauer und sein Partner Peter Rasenberger haben echtes Interesse. Wir haben recherchiert und die Sache sieht gut aus, mit den beiden wird keine Technologie abfließen. Sie haben schon einige Auffangmodelle erfolgreich durchgezogen", sagte Leitner.

Bauer und Rasenberger wollten sich Leitner zufolge noch dem Insolvenzverwalter, dem Brucker Advokaten Gernot Prattes in Verbindung setzen und sich auch das Werk ansehen. Für die rund 400 Beschäftigten hatte seit dem Frühjahr Kurzarbeit geherrscht.

Werk und Maschinen bewachen

Leitner zeigte sich auch überzeugt, dass es nicht rechtens wäre, vor den vorgesehenen Sitzungen im Zuge des Insolvenzverfahrens Maschinen abzutransportieren oder zu verkaufen. Die Werksferien beginnen in der kommenden Woche und dauern zwei Wochen. "Ich bin in dieser Zeit nicht in den Ferien, ich und etliche meiner Kollegen werden ein wachsames Auge auf das Werk und die Maschinen haben", kündigte der Betriebsratschef Maßnahmen an. Ein Verkauf der Maschinen in ein polnisches oder serbisches Werk vor den Gremiensitzungen, um die Insolvenz zu finanzieren, sei nach Auffassung Leitners nicht zulässig.

Appelliert wurde vonseiten der Belegschaftsvertretung auch an die Gläubigerschaft, nichts zuzustimmen, was den Standort aushöhle. "Die über 800 Gläubiger müssten ja auch ein Interesse daran haben, den Standort Spielberg mit der Produktion zu erhalten, auch um weiter liefern zu können", so Leitner. Die Gläubiger kommen großteils aus dem Raum Steiermark und Österreich sowie Italien.

Kovats vor Comeback?

Zum Interesse des früheren Eigentümers Mirko Kovats am Werk in Spielberg sagte der Belegschaftsvertreter, er habe mit diesem einen Gesprächstermin. Kovats wolle sich auch das Werk ansehen, das hänge aber von der Genehmigung der Geschäftsführung ab.

Die Eröffnung der Insolvenz erfolgte am 28. Juli, die Gläubigerversammlung und Berichtstagsatzung ist mit 19. August festgesetzt. Die Prüfungstagsatzung wurde auf den 7. Oktober, die Sanierungsplantagsatzung auf den 21. Oktober gelegt.

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Zu den Personen:
Caroline Palfy (r.) ist neue Geschäftsführerin in der Handler Holding GmbH und verantwortet den Bereich Sustainable-Strategie. Das Familienunternehmen HANDLER ist Spezialist für hochwertige Bau- und Immobilienprojekte in Österreich.
Marieluise Krimmel ist Partnerin bei Deloitte in Wien im Bereich Audit & Assurance und ist in der Prüfung und Beratung tätig. Ihre Branchenschwerpunkte liegen neben der Industrie in der Immobilien- und der Bauwirtschaft.

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