Hervis wächst zweistellig und hofft auf Fußball-EM

Hervis wächst zweistellig und hofft auf Fußball-EM

Hervis will heuer insgsamt zehn Standorte eröffnen. In sieben Ländern mit insgesagt 200 Filialen ist das Unternehmen bereits vertreten.

Der zum Spar-Konzern zählende Sportartikelhändler Hervis hat den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 um 10,3 Prozent auf 469 Mio. Euro gesteigert, während die ganze Branche nur um 2,1 Prozent wuchs. Hervis dürfte unter anderem von der Schwäche des Sporthandelsdiskonters Sports Direct profitiert haben.

Unter dem Strich verblieb ein etwas höherer Vorsteuergewinn (EGT) von 10,5 Mio. Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 8 Mio. Euro, sagte Spar-Vorstand und Hervis-Co-Geschäftsführer Hans Reisch.

Auch für das laufende Geschäftsjahr ist der Sportartikelhändler, der in Österreich auf einen Marktanteil von knapp 20 Prozent kommt, optimistisch. So sei etwa die Fußball-EM, an der diesmal auch Österreich teilnimmt, eine "gewaltige" Chance. Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt rechnet dabei mit einem Umsatzschub von bis zu 1,5 Prozentpunkten - je nachdem, ob die Österreicher die Vorrunde schaffen oder nicht. "Frankreich wird uns in die Hände spielen", so Eichblatt. Eine gesamte Fan-Ausstattung mit Leiberl, Schal und Wimpel komme auf knapp 100 Euro.

7 Länder, 200 Standorte

Bis zum Jahresende wird Hervis in sieben Ländern mit 200 Standorten vertreten sein, sagte Reisch. Im Vorjahr habe man in allen vertretenen Ländern expandiert, in Deutschland etwa wurde von zwei auf sieben Standorte erweitert, im März ist bereits eine weitere dazugekommen. Trotz der schwierigen Witterungsverhältnisse habe es auch im Winter ein leichtes Wachstum gegeben. Der Skiverleih sei heuer "weniger enthusiastisch" als letztes Jahre gelaufen.

Heuer sollen insgesamt zehn weitere Standorte dazukommen, fünf davon wurden bereits im ersten Quartal eröffnet - neben Deutschland in Österreich, Ungarn und zwei in Rumänien. "Wir sind in Europa ein 'Big Player'", so Eichblatt. Ziel sei es, dass jeder Kunde längstens 30 Minuten bis zur nächsten Filiale benötige. Die Partnerschaft mit Spar helfe dabei.

Eichblatt hält die Branche angesichts von Wellness und Anti-Aging-Trends insgesamt für sehr zukunftsträchtig.

Um die Kundenbedürfnisse zu befriedigen, setzt Hervis auf eine Reihe von innovativen Konzepten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Multi- und Online-Channel-Strategie. "Online ist für uns keine Bedrohung, sondern eine Riesenchance", sagte Eichblatt. Dadurch, dass die Kunden die Ware auch angreifen könnten, könnte Hervis davon viel stärker profitieren, als reine Onlinehändler. Mit dem Konzept "Hervis Express" wird etwa versucht, auf kleinsten Flächen den stationären Handel mit Online zu verbinden.

"Es soll nichts geben, was wir nicht können"

Die Zahl der Multichannel-fähigen Märkte soll von derzeit 60 auf 100 ausgebaut werden. In diesen Filialen sollen Kunden Waren sowohl bestellen, abholen, umtauschen oder auch reservieren können. "Es soll nichts geben, was wir nicht können", so Eichblatt. Um dies möglich zu machen, habe man 1.000 Tablets an Mitarbeiter verteilt. "Fast jeder Mitarbeiter hat jetzt einen", sagte Eichblatt.

Einer der wichtigsten Trends für die Zukunft sei "Mobile First" und hier vor allem die "location based services", also die standortbezogenen Dienstleistungen. Hervis sei bereits "ganz nahe dran", dem gerecht zu werden. Ein weiterer Trend spiele sich bei den Bezahlarten ab. Noch sei aber nicht klar, welche sich durchsetzen werde. Auch sei man dabei, ein Tool für Kundenempfehlungen zu entwickeln. Eichblatt rechnet auch fest damit, dass das "Internet der Dinge" - also die Kommunikation zwischen Geräten - Einzug in den Sport halten wird. So gebe es etwa bereits "Follow Me"-Drohnen, die hinter einem herfliegen und filmten.

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