Herbstlohnrunde: Der Poker um die Gehaltserhöhungen

Herbstlohnrunde: Der Poker um die Gehaltserhöhungen

Mit den Verhandlungen für die 180.000 Beschäftigten der Metallindustrie wurde die Herbstlohnrunde eingeläutet. Die Verhandlungen versprechen hart zu werden. Im letzten Jahr wurden die Löhne um nur 1,5 Prozent erhöht - der geringsten Steigerung seit 2009.

Am 26.9. um 11 Uhr haben die Sozialpartner die Herbstlohnrunde mit der Forderungsübergabe für die 180.000 Beschäftigten der Metallindustrie eröffnet schon am Nachmittag findet anschließend das Wirtschaftsgespräch und die erste Verhandlungsrunde mit dem Fachverband der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) statt. Weitere Termine der Herbstlohnrunde folgen laut Bekanntgabe der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge zwischen 27. September und 21. Oktober. Der Metaller-KV wird für sechs Fachverbände ausverhandelt, der größte davon ist die Maschinen- und Metallwarenindustrie mit rund 118.000 Beschäftigten. Der Mindestlohn in der Metallindustrie liegt bei 1.750 Euro brutto. Die Termine der Pro-Ge im Detail:

TERMINE METALLINDUSTRIE & BERGBAU:

26. September:
Forderungsprogrammübergabe
Erste Verhandlung FMMI

27. September:
Erste Verhandlung Bergbau/Stahlindustrie
Erste Verhandlung Gas-/Wärmeversorgung
Erste Verhandlung Gießereiindustrie

17. Oktober: Erste Verhandlung Fahrzeugindustrie

21. Oktober: Erste Verhandlung Nichteisenmetallindustrie

TERMINE METALLGEWERBE:

21. September: Forderungsprogrammübergabe

12. Oktober: Erste Verhandlung

Die Ausgangslage für die heurigen Verhandlungen

Laut PRO-GE Verhandlungsleiter Rainer Wimmer ergeben die Wirtschaftsdaten eine "sehr solide Situation". Das Wirtschaftswachstum sei 2016 wieder Fahrt aufgenommen, das Produktionsniveau sei hoch - daran sollen nach Ansicht von Wimmer auch die Beschäftigten teilhaben. die andere Seite des Verhandlungstisches sieht das freilich anders: Arbeitgeber-Vertreter Christian Knill verwies im Ö1-Morgenjournal auf das schwierige Marktumfeld, das keinen Platz für große Sprünge lasse. Als zusätzliche Belastungen für die Branche nennt auch den Brexit und das Russlandembargo.

Laut Marcus Scheiblecker, dem stellvertretenden Leiter des Wifo, "haben beide recht": Die Wirtschaft wachse heuer endlich wieder stärker, leide aber unter schwachem Export, erläutert der Experte: Es gebe zwar eine schwache Inflation, allerdings sei das Wirtschaftswachstum besser als im Vorjahr. Die Lohnerhöhung werde sich "in Richtung 1,5 Prozent" bewegen, "vielleicht einen Tick höher", so der Experte.

Die Ausgangslage der Verhandlungen

Um 12 Uhr haben die Chefverhandler der Arbeitnehmer, Rainer Wimmer (Pro-GE) und Rudolf Wagner (GPA), ihre Forderungsübergabe an die Arbeitnehmer mitgeteilt: Sie fordern diesmal drei Prozent mehr Gehalt. Weiters soll es eine Freizeitoption geben, wer also auf die Lohnerhöhung verzichtet bekommt mehr Freizeit. Christian Knill, Obmann des Fachverbandes der Maschinen-, Metall-und Gießereinidustrie (FMMGI), bezeichnete die 3-Prozent-Forderung vor Journalisten als "unvorstellbar". Schon die 1,5-Prozent-Erhöhung im Vorjahr sei deutlich über der Jahresinflation von 0,9 Prozent gelegen. Für heuer gehen die Sozialpartner von einer Teuerungsrate von 0,8 Prozent aus.

Im Vorjahr war in der letzten Verhandlungsrunde ein 24-Stunden-Gesprächsmarathon erforderlich, geeinigt haben sich die Sozialpartner dann auf eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent - bei einer Jahresinflationsrate von 0,9 Prozent. Heuer gehen die beiden Seiten von einer Jahres-Teuerungsrate von 0,8 Prozent aus.

Jene Branchen, die im Frühjahr und Sommer bereits ihre Kollektivvertragsverhandlungen abgeschlossen haben, einigten sich im Regelfall auf eine KV-Erhöhung von 1,4 bis 1,5 Prozent. Das werde aber für die Metaller heuer nicht reichen, stellte Wimmer im "Ö1 Morgenjournal" klar.

Metallindustrie: Die Abschlüsse der vergangenen zehn Jahre. Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik in höherer Auflösung zu sehen.

Wirtschaft

Porsche-Holding Chef Schützinger fordert "fairere" Besteuerung

Interview
Heinz-Christian Strache

Wirtschaft

Herr Strache, sprechen Sie Wirtschaft?

Italien: Was die Wirtschaft zum Kollabieren bringen könnte

Geld

Italien: Was die Wirtschaft zum Kollabieren bringen könnte