OeNB: Österreichs Banken fehlen fünf Milliarden

Die Geschäftsrisiken in Osteuropa und die strengen Richtlinien des "Basel-III-Abkommen" erfordern einen höheren Kapitalbedarf für die heimischen Banken. Die Banken müssen weiterhin mehr Eigenkapital bilden.

OeNB: Österreichs Banken fehlen fünf Milliarden

Dass Chancen und Risiken gerade in Osteuropa dicht beeinander liegen, haben vor allem die heimischen Banken in den vergangenen Jahren bitter erleben müssen. Österreichs Banken haben nach Angabgen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) weiteren Kapitalbedarf. Fünf Milliarden Euro müssten die Banken aufbringen. Gemeint sei "fast ausschließlich" Tier-2-Kapital, also Ergänzungskapital. Seit 2008 sei die Kernkapitalquote um 4,5 Prozentpunkte auf über 11 Prozent erhöht worden.

"Fünf Milliarden Euro sind eine Zahl, die jedenfalls bewältigt werden muss" - von den heimischen Banken in den nächsten Jahren trotz niedriger Profitabilität, so Notenbank-Vize Andreas Ittner am Montag in Wien vor Journalisten. Die Hauptgründe, die für die stärkere Eigenkapitalausstattung sprechen, seien die strengeren Eigenmittel-Regeln im Rahmen von Basel III, die in den kommenden Jahren umzusetzen sind. Die Risikoexponierung der österreichischen Banken in Zentral-, Ost- und Südosteuropa sind weitere Gründe für einen höheren Eigenkapitalbedarf.

Differenzierte Betrachtung

Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny sagte, dass das Osteuropa-Engegament nach Ländern stark differenziert betrachtet werden müsse. Es gebe Länder - etwa Tschechien, Slowakei, Polen - die durchaus mit Westeuropa vergleichbar seien und wo auch die Geschäfte gut liefen.

Ein Problembereich sei die Ukraine wo gewisse Restrukturierungen anzudenken seien und Banken schon Abschreibungen getätigt hätten. Es gebe aber trotz der derzeit schwierigen Situation dort Potenzial. In der Ukraine sind - wie auch in Russland - die Raffeisen Bank International (RBI) und UniCredit Bank Austria aktiv, im kleineren Rahmen in Russland auch die Erste Group.

Aus Russland würden sich die heimischen Banken aber nicht zurückziehen, meinte Nowotny trotz der politischen Krise. Schon in früheren Krisen dort hätten sich die Österreich-Institute als stabiler Faktor erwiesen "und ich gehe davon aus, dass sie das auch jetzt beweisen", so Nowotny.

Insgesamt erzielen die heimischen Banken auch beispielsweise in Osteuropa - ganz im Gegenteil zur Heimat - nennenswerte Zinsmargen: in CEE mehr als 3 Prozent, in Österreich gerade 1 Prozent. In Osteuropa ist auch noch Wachstum im Bank-Dienstleistungsbereich zu erwarten, der in Österreich gesättigt ist. Zum Beispiel werden Filialen von heimischen Großbanken hierzulande zurückgefahren.

Wiederum relativierend ist aber Ittners Einschätzung, wonach höhere Margen in Osteuropa auch immer gemeinsam mit höheren Risikokosten gesehen werden müssten.

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