Handy-Preisanalyse: Mobilfunk und Surfen ist wieder billiger

Handy-Preisanalyse: Mobilfunk und Surfen ist wieder billiger

Die AK hat insgesamt 17 Mobilfunkanbieter und ihre Tarife untersucht.

Nach der Übernahme von Orange Austria durch Hutchison Drei Austria im Jahr 2013 ist der Wettbewerb unter den verbliebenen drei Netzbetreiber nicht nur so gut wie ausgeschaltet worden, es kam sogar zu Preiserhöhungen. Doch nun scheint sich die Marktlage verändert zu haben: Neue, kleine Anbieter sorgen als Herausforderer für Wettbewerb - und Preissenkungen.

Der Wettbewerb im Mobilfunk funktioniert wieder - der Handymarkt ist wieder heiß umkämpft. Das ist die Quintessenz einer Erhebung der Arbeiterkammer (AK). Telefonieren und surfen ist laut AK für Handy-Durchschnitts- und Intensivnutzer billiger geworden – und zwar bis zu 30 Prozent.

Der Grund: Es gibt nach der Marktbereinigung auf drei Netzbetreiber in der Zwischenzeit mehr Anbieter, die als virtuelle Netzbetreiber ohne eigene Netzinfrastruktur Mobilfunkdienste anbieten. 17 Mobilfunk-Anbieter sind derzeit in Österreich im Rennen. Die Arbeiterkammer hat von Jänner bis Dezember 2015 die Tarife unter die Lupe genommen. Dabei wurde für das Jahr 2015 ein Anstieg Tarifvarianten um 43 Prozent festgestellt.

Telefongebühren blieben zwar gleich. Die Grundgebühren, Servicepauschalen und Aktivierungskosten sind allerdings nahezu gleich geblieben, sofern Servicepauschalen und Aktivierungskosten überhaupt verrechnet werden.

Wer mit dem Handy telefoniert und surft, kommt nun billiger weg. Durchschnitts- und Intensivnutzer können bei Neuabschlüssen durchschnittlich 9,8 bis 29,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 sparen. Für Durchschnittsnutzer ergibt sich ein durchschnittlicher Preisvorteil von 29,9 Prozent, für Intensivnutzer von 14,7 Prozent. Wer vorwiegend telefoniert, kann auch zwischen 9,8 und 20,9 Prozent sparen.

Kleinere Anbieter funken kräftig mit

Die drei großen Anbietern haben mit den kleineren Mobilfunkanbietern neue Konkurrenz erhalten. Während A1, T-Mobile und Drei nur geringfügig die Preise verändert haben, bieten die kleineren Anbieter neue, günstigere Tarife für Telefonieren und Surfen an. Die meisten von ihnen verrechnet auch keine Aktivierungskosten oder jährlich wiederkehrende Servicepauschalen.

Die etablierten Netzbetreiber haben die enthaltenen Datenfreimengen aber deutlich ausgeweitet, ausgeweitet wurden auch EU-weite Freieinheiten. Die Gesprächsgebühren blieben bei A1, T-Mobile und Drei unverändert genauso wie die jährlich wiederkehrenden Servicekosten (rund 20 Euro im Jahr).

Unlimitierte Angebote (fair-use), aktiven Gesprächsminuten und unlimitiertem SMS-Versand (fair-use) innerhalb Österreichs werden meist von den drei Großen angeboten. Die Kleineren gewähren hingegen oft klar definierte Mengen an Freiminuten, Frei-SMS und Freidaten oder bieten manchmal auch Tarife ohne Grundgebühren mit variablen Kosten an. Kosten für den Mehrverbrauch sind – bis auf einige Ausnahmen – gleich geblieben (3,9 bis 40 Cent für den Mehrverbrauch).

Drei typische Handynutzer

Die AK hat drei typische Handynutzer von Jänner bis Dezember 2015 analysiert: Durchschnittskunden 2013 mit dem günstigsten Vertragstarif mit und ohne Datennutzung sowie mit Wertkartentarif ohne Datennutzung (monatlich 140 aktive Gesprächsminuten, 50 SMS und bei Datennutzung mit 600 MB Datentransfermenge). Außerdem den Durchschnittskunden 2015 (140 Minuten, 25 SMS, 2.000 MB) und Intensivnutzer 2015 mit dem günstigsten Tarif (monatlich 1.000 aktive Gesprächsminuten, 1.000 SMS und bei Datennutzung mit 5.000 MB Datentransfermenge).

Die AK hat die Handytarife von A1, T-Mobile, Drei, Tele.ring, Bob, yesss, S-Budget, Ge-org, HoT, UPC, Red Bull Mobile, spusu, Volmobil, wowww, eety, Allianz und yooopi unter die Lupe genommen.

Service: AK - Handytarif-Simulator

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